Was wird gebaut?

Eine vor Jahrzehnten durchgeführte Erkundungsbohrung nach Kohlenwasserstoffen wird zu einer geothermischen Bohrung umgebaut

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Illustration - Mihály Erdei / magyarepitok.hu
Mezőcsát folgt dem Beispiel von Bóly: Die Heizung seiner 13 Einrichtungen soll künftig mit geothermischer Energie versorgt werden.

In Mezőcsát wurde bereits vor Jahrzehnten nach Erdöl und Erdgas gesucht. Dieses Projekt erwies sich zwar als nicht erfolgreich: Man gelangte zwar bis in eine Tiefe von 1071 Metern, fand jedoch kein wirtschaftlich förderbares Erdöl oder Erdgas. Heute können wir es jedoch als Glücksfall bezeichnen, dass man im Zuge der Arbeiten die Warmwasserschichten des Pannonischen Beckens durchbohrte, wodurch die Kleinstadt praktisch eine Thermalquelle erhielt.

 

Die Thermalquellen werden erschlossen

Um dies zu nutzen, hat die Stadtverwaltung nun eine Ausschreibung veröffentlicht. Ihr Ziel ist dasselbe wie das, was Bóly vorbildlich umgesetzt hat: die Umstellung der Gemeinde auf geothermische Heizung. Als ersten Schritt suchen sie nun nach einem Auftragnehmer, der die Heizung der 13 öffentlichen Einrichtungen der Gemeinde auf geothermische Energie umstellt und damit den derzeitigen Erdgasverbrauch teilweise ersetzt.

Für das Projekt wird kein neues Bohrloch gebohrt. An der nördlichen Gemeindegrenze, etwa 600 Meter vom Strandbad entfernt, befindet sich ein bereits in den 1990er Jahren stillgelegtes, rund 1.000 Meter tiefes Bohrloch zur Suche nach Kohlenwasserstoffen. Dieses soll in eine Thermalquelle umgewandelt werden.

Den Erwartungen zufolge wird die Quelle pro Minute etwa 700 Liter Thermalwasser mit einer Temperatur von fast 57 °C liefern.

 

 

Es wird ein komplettes System aufgebaut

Die Arbeiten sind in zwei Hauptphasen geplant: In der ersten Phase werden nach einer gründlichen Reinigung und sicherheitstechnischen Vorbereitung des bestehenden Brunnens die tief liegenden wasserführenden Schichten erschlossen; anschließend werden die Wasserfördermenge und die Temperatur des Brunnens durch Reinigungsmaßnahmen und Testmessungen überprüft. In der zweiten Phase werden spezielle Sandfilter und eine leistungsstarke Tauchpumpe im Brunnen installiert; darüber hinaus wird die genaue Qualität des geförderten Thermalwassers durch akkreditierte Laboruntersuchungen überprüft.

An der Oberfläche wird ein wärmegedämmtes, schützendes Brunnenhaus errichtet, in dem moderne Messgeräte zur kontinuierlichen Erfassung der Wassermenge, des Drucks und der Temperatur installiert werden.

Von dort wird das geförderte Warmwasser über eine unterirdische, wärmeisolierte Rohrleitung zur im Thermalbad zu errichtenden Heizzentrale geleitet, von wo aus die betroffenen Gebäude über das neu zu errichtende Fernwärmenetz mit Energie versorgt werden sollen.

 

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