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Windparks in der Wüste, Solarkraftwerke in den Alpen – meisterhafte ingenieurtechnische und bauliche Lösungen zur Nutzung erneuerbarer Energien
Innerhalb von zehn Jahren ist die weltweite Energieversorgung um fast 14 Prozent gestiegen, wie aus dem Energy Institute für den Zeitraum 2014–2024 um fast 14 Prozent gestiegen. Die Deckung des steigenden Bedarfs und die Reduzierung der Emissionen treiben gemeinsam die Entwicklung der Energieerzeugung, der Speicherung und der Versorgungsnetze voran.
Laut der Eurostat-Mitteilung zufolge deckten erneuerbare Energien im Jahr 2024 bereits mehr als ein Viertel, nämlich 25,2 Prozent, des Bruttoendenergieverbrauchs der Europäischen Union ab. Dieser Anteil wird bis 2030 auf 32,5 % steigen. Die Nutzung dieser Energiequellen eröffnet Planern und Bauunternehmern neue Möglichkeiten: Neben den Energieerzeugungsanlagen müssen auch Netze, Speicher und Systeme zur Versorgung der Verbraucher aufgebaut werden.
STRABAG hat auf mehreren Kontinenten Erfahrungen mit solchen Projekten gesammelt. Zu seinen Projekten zählen sowohl Hochgebirgsbau, die Fundamentierung von Windkraftanlagen, Wasserbau als auch der Ausbau von Stromnetzen.
Solar- und Windenergie im gemeinsamen Netz
Solaranlagen, die in den oberhalb der Nebelgrenze gelegenen Gebieten der Alpen errichtet werden, können auch im Winter erhebliche Mengen an Strom erzeugen, während in tiefer gelegenen Regionen der Nebel die Sonneneinstrahlung häufig einschränkt. Um diese vorteilhaften Bedingungen nutzen zu können, sind jedoch bauliche Lösungen erforderlich, die an die Bedingungen in den Bergen angepasst sind.
In Österreich hat STRABAG das in Ratten auf einer Höhe von rund 1.500 Metern über dem Meeresspiegel gelegene Solarkraftwerk von der Planung bis zur schlüsselfertigen Übergabe realisiert. Die fast 26.500 Solarmodule wurden auf speziell angefertigten Stahltragkonstruktionen befestigt.
Eine weitere Besonderheit der Anlage ist, dass sie zusammen mit dem nahegelegenen Windpark Steinriegel ein Hybridkraftwerk bildet. Auf dem Bergrücken werden sowohl Sonnen- als auch Windenergie genutzt, wobei beide Anlagen den erzeugten Strom über eine gemeinsame Leitung in das öffentliche Stromnetz einspeisen. Durch die Nutzung des bestehenden Netzanschlusses des Windparks konnten bei der Realisierung des Solarkraftwerks Ressourcen eingespart werden. Der Betrieb der beiden Systeme wird aufeinander abgestimmt, um die Energie aus den verschiedenen Quellen effizienter nutzen zu können.
Bauarbeiten auf 2.000 Metern Höhe, angepasst an die Schneeverhältnisse
Eine weitere Herausforderung in den Bergen stellt das STRABAG-Projekt NalpSolar dar, das in der Schweiz auf einer Höhe von rund 2000 Metern entsteht. Im Auftrag von Axpo führt STRABAG unter anderem Hochbauarbeiten durch, errichtet ein Technikgebäude und verlegt Versorgungsleitungen sowie übernimmt die Fundamentierung und Montage der Tragkonstruktionen für die Solarmodule.
Eine der Herausforderungen des Projekts besteht darin, dass das Wetter in den Hochgebirgsregionen die Bausaison erheblich einschränkt: Selbst Anfang Juni 2026 stieg die Temperatur auf der Baustelle kaum über 5 Grad Celsius. Angepasst an die winterlichen Schneeverhältnisse werden die Solarmodule in einer Höhe von mehr als drei Metern angebracht, damit sie auch bei starkem Schneefall frei bleiben. Etwa 40 Prozent der erwarteten Jahresproduktion der Anlage werden auf das Winterhalbjahr entfallen. Die vollständige Inbetriebnahme ist für Ende 2028 geplant.
Dreiundzwanzig Turbinen, ein 110 Kilometer langes Kabelnetz, mehr als 36 Kilometer Straße
Innerhalb von zehn Jahren hat sich die installierte Leistung von Windkraftanlagen weltweit mehr als verdreifacht und in Europa mehr als verdoppelt, wie aus dem Energy Institute für den Zeitraum 2014–2024 an.
Rumänien führt, ähnlich wie viele andere Länder weltweit, umfangreiche Maßnahmen zur Nutzung der Windenergie durch. In der Region Moldau entsteht unter der Generalunternehmerschaft von STRABAG Románia der 140-MW-Windpark Deleni. Nach seiner Fertigstellung wird er jährlich 62.000 Haushalte mit Energie aus erneuerbaren Quellen versorgen. Vor einem Jahr wurde mit der Installation der 23 Turbinen mit einer Leistung von jeweils 6,1 MW begonnen. Zuvor hatte STRABAG Tiefbau-, Infrastruktur- und Elektroarbeiten durchgeführt. Unter anderem wurden die Fundamente für die Turbinen sowie die Entwässerungsanlagen des Windparks errichtet. Das Stromversorgungsnetz des Windparks wurde durch die Verlegung von 110 Kilometern Mittelspannungskabeln und den Bau von vier Umspannwerken geschaffen.
Windkraftanlagen-Fundamente in der Wüste
STRABAG war innerhalb von vier Jahren am Bau von drei Windparks im Norden Chiles, in der Atacama-Wüste, beteiligt. Insgesamt wurden die Fundamente für 248 Windkraftanlagen errichtet; die installierte Gesamtleistung der drei Windparks beträgt 1.501 Megawatt.
Das Ausmaß der Bauarbeiten lässt sich auch an den verwendeten Materialien und dem Umfang der Erdarbeiten ablesen: Es wurden 135.000 Kubikmeter Beton verarbeitet, 17.000 Tonnen Stahl verbaut, 240 Kilometer Straße gebaut und 7,32 Millionen Kubikmeter Erdarbeiten durchgeführt.
In der Wüstenumgebung stellte die Sicherstellung der für die Bauarbeiten benötigten Wasserversorgung eine der größten logistischen Herausforderungen dar: Das Wasser musste aus einer Entfernung von bis zu 180 Kilometern zur Baustelle transportiert werden.
Die Wärme des Rheins wird für die Fernwärme genutzt
Im Kölner Stadtteil Niehl entsteht die von RheinEnergie als Europas größte Flusswärmepumpe bezeichnete Anlage mit einer Wärmeleistung von 150 Megawatt. Die Anlage, die die Wärme des Rheins nutzt, wird an das Fernwärmenetz angeschlossen, das die Innenstadt und die umliegenden Stadtteile versorgt. Nach Angaben des Betreibers kann sie bis zu 40 Prozent des Wärmebedarfs dieses Netzes decken.
Die Wärmepumpe entzieht dem aus dem Fluss entnommenen Wasser einen Teil seiner Wärme und erhöht die Temperatur mithilfe eines elektrischen Kompressors auf das für die Fernwärmeversorgung erforderliche Niveau. Auf diese Weise kann unter Nutzung der Wärme des etwa 10 Grad Celsius warmen Flusswassers Fernwärmewasser mit einer Temperatur von bis zu 110 Grad Celsius erzeugt werden. Das System kann mit einem Stromverbrauch von einer Kilowattstunde durchschnittlich etwa drei Kilowattstunden Nutzwärme abgeben; das abgekühlte Flusswasser wird in den Rhein zurückgeleitet.
Das Projekt umfasst auch besondere wasserbauliche Aufgaben. Mit dem Transport der Wärmepumpe wurde MAN Energy Solutions beauftragt, während der Bau der Wasserentnahmestelle und der komplexen Fischschutzsysteme dem Konsortium aus ZÜBLIN und STRABAG Umwelttechnik anvertraut. Der Grundstein für das Projekt wurde im Juli 2026 gelegt. In der dicht besiedelten städtischen Umgebung ist der Lärmschutz, am Fluss hingegen der Schutz der Tier- und Pflanzenwelt eine entscheidende Anforderung. Das Projekt erfordert daher die Abstimmung von Wasserbau, Spezialtiefbau und Wassertechnik.
Der Ausbau des Netzes ist zu einer Schlüsselfrage geworden
Der erzeugte Strom muss auch zu den Verbrauchern transportiert werden. In Deutschland dienen dazu die Projekte SuedLink und SuedOstLink: Die Nord-Süd-Verbindungen spielen unter anderem bei der Übertragung der im Norden erzeugten Windenergie eine Rolle.
Die Fachleute von STRABAG wurden bei den beiden Projekten mit der Ausführung von sechs großen Bauabschnitten mit einer Gesamtlänge von fast 400 Kilometern beauftragt. Die Trassierung der größtenteils unterirdischen Gleichstromleitungen erfordert erhebliche Tiefbaukapazitäten und die koordinierte Arbeit mehrerer Bautrupps.
Wasserstoffbetriebenes Arbeitsfahrzeug im Steinbruch
STRABAG beteiligt sich auch an Entwicklungen zur Erneuerung der Energieversorgung von Baumaschinen. Im Steinbruch Gratkorn Kanzelstein in Österreich begann im Herbst 2025 ein zweijähriger Praxistest mit einem Liebherr-Frontlader mit Wasserstoffantrieb. Im Rahmen dessen testet STRABAG die Maschine bei einem Einsatz von mindestens 50 Stunden pro Woche, wobei sie den Steinbruch und die Asphaltmischanlage des Baustellenstandorts versorgt. Für die Testphase wurde eine eigene Wasserstofftankstelle eingerichtet; die Versorgung mit grünem Wasserstoff übernimmt Energie Steiermark.
Im Rahmen der Zusammenarbeit trägt STRABAG mit den Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag zur Bewertung der Technologie bei. Nach ihren Berechnungen lassen sich durch den Einsatz der Maschine jährlich etwa 37.500 Liter Dieselkraftstoff einsparen, was zu einer Reduzierung der CO₂-Emissionen um rund 100 Tonnen führen kann.
Auch im eigenen Betrieb werden die Emissionen reduziert
Auch STRABAG legt großen Wert auf die Reduzierung der Emissionen aus seiner eigenen Geschäftstätigkeit. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, seine Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit direkter und bezogener Energie bis 2030 um 42 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2023 zu senken. Die Klimaziele bis 2030 wurden auch von der Science Based Targets initiative, kurz SBTi, die die Emissionsminderungsziele von Unternehmen bewertet, genehmigt.
Der Konzern verfolgt eine klare Nachhaltigkeitsstrategie, um seine negativen Auswirkungen auf die Umwelt so weit wie möglich zu minimieren. Neben der Dekarbonisierung legt STRABAG auch einen Schwerpunkt auf Themen der Kreislaufwirtschaft, der Biodiversität und der Ökosysteme besonderen Schwerpunkt.
Quelle: Link
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