Begrenzte Strecke

Von der Straßenbahntrasse bis zum Wurzelbereich der Bäume: Komplexe Planungsarbeit bildet die Grundlage für die zweite Bauphase des „Budai Fonódó“-Projekts

Veröffentlicht

Fotos und Visualisierungen: FŐMTERV
Bei der Planung der zweiten Bauphase des verflochtenen Straßenbahnnetzes in Buda mussten die Fachleute von FŐMTERV die gesamte Infrastruktur eines fast drei Kilometer langen Stadtabschnitts, der 16 Straßenkreuzungen umfasst, aufeinander abstimmen. Zusammen mit der zweigleisigen Straßenbahnstrecke, die vom Szent-Gellért-Platz bis zur Budafoki út führt, und den sieben Haltestellenpaaren wurden auch die dazugehörigen Straßen-, Versorgungs- und Energieversorgungssysteme geplant. Die technischen Lösungen wurden unter Berücksichtigung des Erhalts der bestehenden Baumreihen, der Erweiterung der Grünflächen und der Verbesserung der Fußgänger- und Radwege entlang des Donauufers aufeinander abgestimmt.

Die 2,8 Kilometer lange neue Strecke würde vom Szent-Gellért-Platz über den Műegyetem-Uferweg und die Pázmány-Péter-Promenade führen und dann in die Dombóvári-Straße abbiegen, um schließlich zur Endhaltestelle an der Budafoki-Straße zu gelangen. Auf dem durchschnittlich dreißig Meter breiten Planungsgebiet mussten die Platzbedürfnisse der zweigleisigen Straßenbahnstrecke, der öffentlichen Straßen, der Versorgungsleitungen, der zusammenhängenden Fußgänger- und Radwege sowie der Begrünung aufeinander abgestimmt werden. Die Aufgabe umfasste auch die Neugestaltung der öffentlichen Flächen am Donauufer. Der FŐMTERV Projektleiter des Büros für Eisenbahn und Oberleitung, Ákos Priváczki-Juhász informierte unser Portal über die vielfältigen Gesichtspunkte und Hintergründe der Planung.

 

Fotos und Visualisierungen: FŐMTERV

Die bisherigen Pläne wurden unter Berücksichtigung neuer Anforderungen überprüft

Für das Projekt wurden im Rahmen des Vorhabens BudaPart bereits zuvor Genehmigungs- und Ausführungspläne erstellt. Ihre Neugestaltung wurde durch den 2020 erlassenen Regierungsbeschluss erforderlich. Die im Rahmen des neuen staatlichen Investitionsvorhabens formulierten Anforderungen stellten neben den Verkehrsfunktionen auch Aspekte des Klimaschutzes, der Stadtentwicklung und der Landschaftsgestaltung in den Vordergrund. Die Fachleute von FŐMTERV haben die bisherigen Konzepte unter Einbeziehung aller betroffenen Fachbereiche überarbeitet. Ziel war es, die neue Straßenbahnlinie als Infrastruktur zu realisieren, die organisch mit dem umliegenden Stadtgebiet zusammenwirkt.
Ákos Priváczki-Juhász nannte als wichtigste Änderungen die Vergrößerung der Grünflächen, die Gestaltung einer begrünten Straßenbahntrasse und die möglichst vollständige Erhaltung der bestehenden Baumreihen. Darüber hinaus musste entlang des Donauufers eine durchgehende, direkte Verbindung für Fußgänger und Radfahrer gewährleistet werden.

 

Ein wesentlicher Aspekt ist die Durchgängigkeit der Küstenrouten

Im Rahmen der Entscheidungsvorbereitung wurden die geometrische Gestaltung der Straßenbahnstrecke, die Lage der Haltestellen, die Verkehrsführung sowie die Möglichkeiten zur Umgestaltung öffentlicher Flächen gemeinsam geprüft. Die Fachleute erarbeiteten unter anderem Alternativen für die Gestaltung der Haltestellenbühnen an der Pázmány-Péter-Promenade, für die Verringerung der Straßenkapazität am Szent-Gellért-Platz sowie für die Fußgänger- und Radwegeverbindungen unter der Petőfi-Brücke. Die Planer suchten nach einer abgestimmten Lösung, die neben dem Ausbau des Straßenbahnverkehrs auch die Nutzbarkeit und Qualität der öffentlichen Räume am Donauufer verbessert.
Aus den im Rahmen der Entscheidungsvorbereitung untersuchten Varianten wurde unter Abwägung der technischen Machbarkeit, der verkehrstechnischen Funktionsfähigkeit und der Wirtschaftlichkeit eine Auswahl getroffen. Ausschlaggebend für die Entscheidung waren zudem die Durchgängigkeit der Uferwege, der Erhalt der Baumreihen und die Vergrößerung der Grünflächen.

 

Der gesamte Vorbereitungsprozess wurde durch die Arbeit an FŐMTERV abgedeckt

Der umfassende Planungsauftrag für das Projekt FŐMTERV reichte von der Erstellung der Unterlagen zur Entscheidungsvorbereitung über die zusammengefassten Genehmigungs- und Ausführungspläne bis hin zu den erforderlichen Genehmigungsverfahren sowie der Zusammenstellung der für die öffentliche Ausschreibung erforderlichen Ausschreibungsunterlagen. Die zugehörigen Arbeitspakete in den Bereichen Umweltschutz, Archäologie, Denkmalschutz und behördliche Auflagen sowie die Visualisierungen wurden ausgearbeitet, und die Informationsmaterialien wurden zusammengestellt. In Bezug auf den technischen Inhalt wurden auf der Grundlage des Förderkriteriensystems IKOP Plusz eine Machbarkeitsstudie und eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellt. In der nächsten Phase wird die Arbeit mit den für die Ausführung erforderlichen Planungsleistungen fortgesetzt.

Die Neugestaltung der engen Bereiche unter den Brücken stellte eine Herausforderung dar

Die komplexeste ingenieurtechnische Aufgabe bestand darin, die miteinander verknüpften Planungsaspekte im beengten städtischen Raum aufeinander abzustimmen. Eine besonders große Herausforderung stellte die Neugestaltung der Knotenpunkte mit engen Durchlässen und der Bereiche unter den Brücken dar.

„Die Aufgabe bestand nicht nur darin, eine Straßenbahnlinie zu planen, sondern das gesamte städtische Umfeld als funktionsfähiges, einheitliches System zu gestalten.”

– erklärte Ákos Priváczki-Juhász. Der Platzbedarf der verschiedenen Einrichtungen wurde durch eine enge Zusammenarbeit der Fachbereiche und eine einheitliche Neugestaltung des gesamten öffentlichen Raums aufeinander abgestimmt. Die Verlegung der Straßenbahntrasse, der Oberleitung und der zugehörigen Infrastruktur sowie die Anpassung an die bestehenden Versorgungsleitungen erforderten an mehreren Stellen individuelle Lösungen bei der Planung der Versorgungsleitungen und Bauwerke. Bei deren Gestaltung blieb auch der Erhalt der Baumreihen ein vorrangiges Kriterium.

 

Fast die Hälfte der Straßenbahnstrecke könnte mit einer Begrünung fertiggestellt werden

Von der geplanten 2,8 Kilometer langen, zweigleisigen Straßenbahnstrecke sollen 1,2 Kilometer mit einer begrünten Trasse ausgeführt werden. Für die einzelnen Abschnitte der Strecke haben die Fachleute unterschiedliche Gleisbauweisen ausgewählt.
Für die begrünten Abschnitte ist in den Plänen eine Konstruktion mit 59R2-Rillenschienen, Stahlbeton-Längsträgern und dem RAFS-III-System vorgesehen. Auf den befestigten Abschnitten würde eine Gleiskonstruktion aus Stahlbetonplatten zum Einsatz kommen, in einigen repräsentativen Bereichen mit Granitbelag. Die Weichen und Kreuzungen würden mit Basaltbetonbelag versehen. Die Gleisplanung umfasst auch Maßnahmen zur Minderung der Lärm- und Vibrationsbelastung der Umgebung, wozu flexible Schienenverstärkungs- und Schienenumgusslösungen dienen.

Zum Bau der Straßenbahninfrastruktur gehört die Errichtung einer 2.850 Meter langen Oberleitung. Die Planungsaufgaben umfassen die Auslegung der Stromrückführung, den Umbau und den Ausbau des Gleichstromnetzes BKV sowie die Sanierung eines Straßenbahn-Stromwandlers.

Die Fachleute von FŐMTERV haben auch die Pläne für den Umbau der Straßenbeleuchtung erstellt. Der Planungsauftrag umfasste auch die erforderlichen Ersetzungen von Versorgungsleitungen. An zwei Standorten, am Szent-Gellért-Platz und an der Endhaltestelle Budafoki út, wurde ein Weichenstellsystem geplant, an drei Standorten eine Weichenbeheizung.

 

Das Projekt betrifft sechzehn Verkehrsknotenpunkte

Im Rahmen des Projekts sind auf einer Länge von 2,8 Kilometern Maßnahmen im Bereich Straßenbau und Verkehrstechnik vorgesehen.

Das Projekt betrifft 16 Straßenkreuzungen, an 15 davon sollen Verkehrsleitanlagen installiert werden. Der Projektleiter teilte uns mit, dass bei der Planung sowohl die Straßenkapazität als auch die Vermeidung von Staus und die Anforderungen des Straßenbahnverkehrs berücksichtigt wurden.

Durch die Abstimmung der Ampelregelung lassen sich günstigere Durchfahrtsbedingungen für die Straßenbahnen schaffen. Ákos Priváczki-Juhász wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass die Festlegung des Zeitplans für die Bauarbeiten in der dicht bebauten städtischen Umgebung von entscheidender Bedeutung ist. Um den Verkehr aufrechtzuerhalten, war es notwendig, die Arbeiten in mehrere Abschnitte zu unterteilen. Ein wichtiger Aspekt ist, dass eine der Hauptverkehrsachsen des Stadtbezirks nicht über ihre gesamte Länge auf einmal gesperrt wird.

 

Auch die Stockholm-Methode wurde angewendet, was eine neue Möglichkeit für die Planung in Ungarn darstellt

Bei den neuen Entwürfen standen die Vergrößerung der Grünflächen und der Erhalt des bestehenden Baumbestands im Vordergrund. Ákos Priváczki-Juhász erklärte, man habe bei der Planung auch darauf geachtet, die Lebensbedingungen der Bäume, die im Eingriffsgebiet erhalten bleiben sollen, zu verbessern. Ein Mittel hierfür ist die Stockholm-Methode, die in der versiegelten städtischen Umgebung dazu beiträgt, einen für Bäume günstigeren Wurzelbereich zu schaffen. Der Projektleiter fügte hinzu: An der Dombóvári Straße und am Kai wurde die Methode bei der Planung an den Stellen angewendet, an denen die Breite der verfügbaren Grünfläche weniger als eineinhalb Meter betrug.

Die Schaffung eines geeigneten Wurzelraums kann zum langfristigen Erhalt von Baumreihen beitragen, die Rückhaltung von Regenwasser verbessern und städtische Grünflächen widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit machen. Diese Methode eröffnet laut dem Experten auch neue Möglichkeiten für die städtische Infrastrukturplanung in Ungarn: Die Gestaltung von Verkehrsflächen und der Schutz der Bäume lassen sich aufeinander abstimmen, und die Bedürfnisse der Vegetation können zu einem integralen Bestandteil der Planung öffentlicher Räume werden.

Der Kai vor der Technischen Universität soll auch als öffentlicher Raum neu gestaltet werden

Teil des Investitionsvorhabens ist die Neugestaltung des oberen Ufers vor der Technischen Universität sowie die Umgestaltung der Verkehrsführung und des Straßenbildes am Ufer der Technischen Universität und an der Pázmány-Péter-Promenade. Gemäß dem städtebaulichen Konzept soll der Bereich vor der Technischen Universität der Stadt als hochwertiger, repräsentativer öffentlicher Raum dienen. Die Pläne sehen eine Verringerung der befestigten Flächen und des Autoverkehrs, eine Vergrößerung der Grünflächen, den Ausbau der Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer sowie die Schaffung eines zum Donauufer hin offeneren Raums vor.

Zwischen dem Szent-Gellért-Platz und der Rákóczi-Brücke würden die Straßenbahnlinie, die Uferpromenade und die Fahrradinfrastruktur ein aufeinander abgestimmtes Verkehrssystem bilden.

 

Umsteigemöglichkeit zur S-Bahn

Die Pläne sehen die Einrichtung von sieben barrierefreien Haltestellen vor:

  • Szent-Gellért-Platz – Technische Universität M;
  • Bertalan-Lajos-Straße;
  • Petőfi-Brücke, Brückenkopf auf der Budaer Seite;
  • Reise ungarischer Wissenschaftler;
  • Péter-Pázmány-Promenade;
  • Bahnhof Nádorkert;
  • Endstation Budafoki Straße/Dombóvári Straße.

Bei der Planung der Haltestellen und ihrer Anbindung an die Oberfläche lag der Schwerpunkt neben der barrierefreien Zugänglichkeit auf der Schaffung der Voraussetzungen für einen sicheren Fahrgastwechsel. Die Umgebung der Bahnsteige wurde zusammen mit der Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer geplant. Ein wesentlicher Aspekt war die Anbindung an das öffentliche Fahrradverleihsystem.
Im Rahmen des Projekts wurde am Knotenpunkt Dombóvári út auch ein neues Endbahnhofsgebäude geplant. Im Bereich Nádorkert würde im Zusammenhang mit dem Bauvorhaben Déli körvasút eine neue Umsteigemöglichkeit entstehen. Dadurch könnten sich Straßenbahn und S-Bahn gegenseitig ergänzen und die Verkehrsanbindung des Universitätsviertels (Infopark) sowie der Gebiete Kopaszi-gát und BudaPart verbessern.

Die Simulationen ergaben eine Fahrzeit von acht bis neun Minuten

Welche Vorteile bringt der Bau der neuen Umsteigelinie mit sich? Basierend auf den Modellberechnungen liegt das geschätzte Fahrgastaufkommen am maßgeblichen Querschnitt in den für das Jahr 2030 untersuchten Netzvarianten zwischen 17.000 und 24.000 Fahrgästen pro Tag.
Der Projektleiter erklärte,

Die Simulationen ergaben für den Abschnitt zwischen der Budafoki út und dem Szent Gellért tér eine Fahrzeit von etwa 8 bis 9 Minuten.

Diese Prognose – so merkte er an – gibt nicht die Zeitersparnis im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln wieder. Zu den erwarteten gesellschaftlichen Vorteilen zählten die Einsparung von Reisezeit, die Verbesserung der Erreichbarkeit der Linien BudaPart und Infopark sowie die Stärkung nachhaltiger Verkehrsmittel. Die Umweltziele werden durch die Begrünung der Trasse, den Schutz der bestehenden Baumreihen und den Ausbau der Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer unterstützt.

Wie unser Portal bereits zuvor berichtet hat, so sind die SWIETELSKY Magyarország Kft. und des SWIETELSKY Vasúttechnika Kft.; die Arbeiten könnten voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen.

Quelle: Link

Beliebt