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Grünes Minimum und Lebenszyklusansatz: Die Baubranche steht möglicherweise vor einem regulatorischen Wandel

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Fotos: magyarepitok.hu / Mihály Erdei
Die Abteilung für Nachhaltigkeit ÉVOSZ arbeitet in vier Schlüsselbereichen daran, die Bauindustrie nachhaltiger zu gestalten: bei der Einführung eines ganzheitlichen Lebenszyklusansatzes, der Verringerung des CO₂-Fußabdrucks, der gesetzlichen Verankerung des „Grünen Minimums“ und der Stärkung der Kreislaufwirtschaft. Laut Péter Kálmán, dem Vorsitzenden der Abteilung und Geschäftsführer von Óbuda Group, reicht der Wille der Branche für einen Durchbruch jedoch nicht aus: Der Staat kann als Regulierer, Auftraggeber und Impulsgeber eine entscheidende Rolle dabei spielen, dass Nachhaltigkeit zu einer Grundvoraussetzung der Baukultur wird.

„Die Nachhaltigkeitsgruppe ÉVOSZ hat sich im Jahr seit ihrer Gründung zu einem aktiven Fachgremium mit wachsender Mitgliederzahl entwickelt, dem sich die bedeutendsten, der Nachhaltigkeit verpflichteten Unternehmen angeschlossen haben“, so Péter Kálmán in seiner Bilanz der bisherigen Zeit.

 

Foto: magyarepitok.hu / Mihály Erdei

 Nach Ansicht des Abteilungsleiters ist dies eine wichtige Bestätigung, die zeigt, dass:

„In der Baubranche wächst das Interesse an Nachhaltigkeit sowie an den damit verbundenen fachlichen und wirtschaftlichen Vorteilen ungebrochen.”

Die Bedeutung der Sektion wird auch dadurch deutlich, dass es sich hierbei um die erste horizontale Organisationseinheit des ÉVOSZ handelt, die nicht nur ein einzelnes Fachgebiet vertritt, sondern die gesamte Bauindustrie abdeckt. Zu den Mitgliedern zählen Investoren, Immobilienentwickler, Planer, Baustoffhersteller, Gebäudetechniker, Baustoffhändler, Bauunternehmer, Betreiber sowie Akteure der Abfallwirtschaft. Laut Péter Kálmán ist dies ein zentraler Punkt, da Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg nicht als Aufgabe eines einzelnen Akteurs betrachtet werden kann: Es bedarf der Zusammenarbeit der gesamten Wertschöpfungskette.

Fünf Arbeitsgruppen, 27 ausgewählte Projekte

Nach der Gründung wurde auf Vorschlag der Mitglieder eine Projektliste erstellt, aus der 27 Themen ausgewählt wurden, bei denen innerhalb von drei Jahren Fortschritte erzielt werden sollen. Derzeit arbeiten fünf Arbeitsgruppen an konkreten Projekten: Dazu gehören die Ausarbeitung von Arbeitsmethoden, die Vorbereitung von Gesetzesvorschlägen sowie Forschungsaufgaben.

Drei Ziele wurden bereits im vergangenen Jahr umgesetzt: Der Vorschlag zum „Grünen Minimum“ wurde ausgearbeitet, unter Einbeziehung der Mitglieder wurde eine Nachhaltigkeitsumfrage durchgeführt und verschiedene fachliche Kooperationen wurden aufgebaut.

Zu letzteren gehört die Zusammenarbeit mit dem Magyar Környezettudatos Építés Egyesület (Hungary Green Building Council, HuGBC), in deren Rahmen gemeinsam an der Entwicklung der LCA-Methodik, also der Lebenszyklusanalyse, gearbeitet wird.
Der LCA-Ansatz untersucht den gesamten Lebenszyklus eines Produkts oder einer Dienstleistung, angefangen bei der Rohstoffgewinnung über die Herstellung, den Transport und die Nutzung bis hin zur Abfallentsorgung oder zum Recycling. Sie identifiziert die Phasen innerhalb des Lebenszyklus, in denen die größte Umweltbelastung entsteht, und legt Ansatzpunkte fest, um diese zu verringern.   

 

Man muss im Sinne eines ganzheitlichen Lebenszyklus-Ansatzes denken

In unserem Land ist nicht nur bei den Investitionsentscheidern – seien es staatliche oder private Akteure –, sondern auch in der Denkweise breiterer Gesellschaftsschichten ein Paradigmenwechsel erforderlich.
 

Die Einführung des LCA, also des Gesamtlebenszyklusansatzes, wäre dringend erforderlich

– sagte der Abteilungsleiter.
Es macht einen Unterschied, ob bei einem Bauprojekt die Logik des schnellen Verkaufs und der kurzfristigen Rentabilität im Vordergrund steht oder ob bereits in der Planungsphase langfristige Aspekte wie Energieeffizienz, Wasserverbrauch, Lebensqualität und Umweltverträglichkeit berücksichtigt werden.

Andere Baumaterialien und technische Lösungen rücken in den Vordergrund, wenn ein Bauherr nicht nur bis zur Übergabe oder zum Verkauf vorausschaut, sondern den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes im Blick hat.

Die Sektion betrachtet dies als Priorität; zudem deckt sich diese Ausrichtung mit den Zielen der Europäischen Union, wo die Forderung nach einer CO₂-Reduzierung über den gesamten Lebenszyklus hinweg immer mehr an Bedeutung gewinnt. Auch Ungarn muss sich dieser Ausrichtung anpassen, wofür jedoch Messungen, Daten und eine einheitliche Methodik erforderlich sind. Die Fachleute der Sektion arbeiten daran, diesen methodischen Hintergrund zu schaffen. Die Marktteilnehmer müssen wissen, mit welchen Methoden sie rechnen und wie sie die Ergebnisse darstellen sollen, und die Behörde kann diese nur auf der Grundlage eines einheitlichen Mess- und Berechnungssystems überprüfen.

 

Die Verankerung des Vorschlags zum „Grünen Minimum“ in einem rechtlichen Rahmen könnte einen Durchbruch bedeuten

Über einen Mentalitätswandel hinaus sind für einen Durchbruch im Bereich der Nachhaltigkeit vorbildliches Handeln der öffentlichen Hand und ein strategisches Engagement erforderlich. Es ist ein wichtiges Signal, dass der Umweltschutz eine eigene ministerielle Vertretung erhält und bei den Investitionen der öffentliche Nahverkehr sowie die integrierte Stadtentwicklung in den Mittelpunkt rücken.

„Den wirklichen Durchbruch, die echte Wende, können jedoch Gesetzesänderungen bewirken, an die sich auch die Akteure der Branche anpassen müssen. Ein solcher Schritt könnte die Einführung der ”Green Minimum“-Vorschläge sein, die bei großen staatlichen Investitionen die Anwendung internationaler Zertifizierungssysteme für grüne Gebäude und Nachhaltigkeitsstandards zur Pflicht machen würden.“

Der nächste Schritt dieses Paradigmenwechsels besteht darin, dass das Thema Nachhaltigkeit bereits in der Grundschulbildung behandelt wird und an den Hochschulen in den entsprechenden Studiengängen – unterstützt durch Forschungsarbeiten – auf hohem fachlichem Niveau in die Ausbildung integriert wird.
Péter Kálmán fügte hinzu, dass auch den Berufsverbänden eine herausragende Rolle zukommt, da sie wichtige Aufgaben in den Bereichen Interessenvertretung, Methodik und Bildung wahrnehmen.

Langfristiger Nutzen zeigt sich nicht immer dort, wo der momentane wirtschaftliche Wert liegt

Auch beim Thema Nachhaltigkeit lassen sich finanzielle Aspekte nicht außer Acht lassen. Nach Ansicht des Fachbereichsleiters muss man zwischen den Akteuren und deren kurz-, mittel- und langfristigen Zielen unterscheiden. Es ist schwierig, einen auf den Verkauf ausgerichteten Immobilienentwickler davon zu überzeugen, den 20-, 30- oder sogar 50-jährigen Lebenszyklus eines Gebäudes zu berücksichtigen, aber es ist nicht unmöglich.

Er fügte hinzu:

„Technische Lösungen, die auf Nachhaltigkeit abzielen, zahlen sich langfristig aus und können Gebäude sogar wirtschaftlicher und wertbeständiger machen als herkömmliche Konstruktionen oder Anlagen. Die Frage ist, bei wem sich dieser Nutzen niederschlägt.”

Entwickler könnten durch Regulierung und Anreize – wie Steuervergünstigungen und Fördermittel – in diese Richtung gelenkt werden. Mit geeigneten Maßnahmen lassen sich langfristige Nachhaltigkeitsziele auch kurzfristig rentabel gestalten. Nachhaltigkeitsbewusstsein wird zunehmend zu einer selbstverständlichen Erwartung bei denjenigen, die ihre Gebäude als langfristige Investition oder als Teil ihrer eigenen Unternehmensführung betrachten.

 

Zeitbeständige Immobilien sind wertvoller und damit potenziell leichter verkäuflich; zudem sind sie in vielen Fällen widerstandsfähiger gegenüber klimatischen Einflüssen – wie beispielsweise Hitzewellen und Starkniederschlägen. Aus diesem Grund können sie auch für Banken und Versicherungen ein attraktiveres Ziel für Finanzierungen bzw. Versicherungen darstellen.
Auch auf dem Wohnungsmarkt nimmt das Bewusstsein der Käufer zu. Im preisempfindlichsten Segment spielt dies noch keine so große Rolle, doch bei denjenigen, die über langfristiges Wohnen oder eine Wohnimmobilieninvestition nachdenken, tauchen Werterhalt und niedrigere Betriebskosten bereits eindeutig unter den Entscheidungskriterien auf.
 

Es liegt im Interesse der gesamten Gesellschaft, nachhaltigere Investitionen zu fördern, damit das Land über einen langlebigen, qualitativ hochwertigeren, wertbeständigeren und kostengünstiger zu betreibenden Gebäudebestand verfügt.

Der CO₂-Fußabdruck von Beton ist eine der größten Herausforderungen

Neben der Bewusstseinsbildung legt die Sektion besonderen Wert auf die Verringerung des CO₂-Fußabdrucks innerhalb der Branche, den verstärkten Einsatz natürlicher Baustoffe und die Förderung des Recyclings. In der Bauindustrie gibt es noch erhebliches Potenzial für eine Kreislaufwirtschaft. Weltweit laufen umfangreiche Forschungsarbeiten zur teilweisen Substitution von Betonbestandteilen sowie zur Anwendung von Lösungen mit geringerem CO2-Fußabdruck. Die größten Schadstoffemissionen sind mit zementbasierten Produkten und Betonkonstruktionen verbunden.

 

Foto: Illustration / magyarepitok.hu / Mihály Nagy

Ein großer Fortschritt bei der Dekarbonisierung wäre es, wenn bei öffentlichen Ausschreibungen auch der CO₂-Fußabdruck der vorgeschlagenen Gebäudekonstruktionen als Bewertungskriterium herangezogen würde.
Péter Kálmán fügte hinzu:

Ungarn sollte im Einklang mit den regulatorischen Vorgaben der Europäischen Union bis 2030 so weit kommen, dass die Berechnung des Lebenszyklus-CO₂-Fußabdrucks Teil des Baugenehmigungsverfahrens wird. Damit müssten auch konkrete Reduktionsziele oder Leistungsniveaus verbunden sein.

Eine Arbeitsgruppe der Sektion wird planmäßig noch in diesem Jahr eine neue Methodik für Ausschreibungen und den Wettbewerb erarbeiten. Diese Methodik soll Investoren, Bauträgern und Bauunternehmern dabei helfen, Bieter, Subunternehmer und Lieferanten auch unter den Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit und der CO₂-Reduzierung zu bewerten.

 

Foto: Illustration / magyarepitok.hu / Mihály Nagy

Natürliche Baumaterialien und Kreislaufwirtschaft

Die Förderung der Verwendung natürlicher Baustoffe ist ebenfalls eine vorrangige Aufgabe bei der Umsetzung der Bemühungen zur CO₂-Reduzierung. Péter Kálmán sieht großes Potenzial in Holzkonstruktionen sowie in der Verwendung von Wärmedämmstoffen, Farben, lösungsmittelfreien Oberflächenbehandlungen und Verkleidungen aus natürlichen Rohstoffen. Die Fachgruppe bereitet auch eine Zusammenarbeit mit der Universität Sopron vor, wo die Nutzung einheimischer Holzarten in der Bauindustrie erforscht wird.
Nachhaltigkeit bedeutet jedoch nicht nur die Wahl der richtigen Materialien. Mindestens ebenso wichtig sind die Reduzierung des Energieverbrauchs sowie die Frage der Wiederverwertung von Bauabfällen und Baumaterialien. Ziel ist es, bereits bei der Planung die spätere Demontierbarkeit und Wiederverwertbarkeit der Konstruktionen zu berücksichtigen.

 

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Die Umnutzung bestehender Gebäude ist ein Schwerpunktbereich

Eine dringende Aufgabe ist auch die nachhaltige Umnutzung des bestehenden, ungenutzten Gebäudebestands. Die Umnutzung, beispielsweise die Umwandlung von Bürogebäuden in Wohnungen, ist sowohl in technischer als auch in finanzieller Hinsicht eine komplexe Aufgabe. Das Tragwerkssystem, die Fassade und die technische Ausstattung eines Bürogebäudes basieren oft auf einer ganz anderen Logik als die eines Wohngebäudes. Die nachträgliche Einrichtung der für Wohnungen notwendigen Badezimmer, Küchen, Balkone oder Terrassen kann mit erheblichen Kosten verbunden sein und ist in bestimmten Fällen sogar statisch nicht realisierbar. Entwickler nehmen solche Umbauten vor allem dann in Angriff, wenn das Gebäude in guter Lage liegt, da der Wert der Immobilie nach wie vor maßgeblich vom Standort bestimmt wird.

Die Unternehmen spüren es bereits: Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit

Die Sektion hat im vergangenen Jahr unter den Mitgliedsunternehmen des ÉVOSZ eine Umfrage zum Thema Nachhaltigkeit durchgeführt. Diese ergab, dass Unternehmen, die auf dem Wettbewerbsmarkt tätig sind, großes Interesse am Thema Nachhaltigkeit haben. Etwa drei Viertel der Befragten verfügen bereits über eine Messung, ein Zertifikat oder ein in das Managementsystem integriertes Nachhaltigkeitselement, und mehr als 60 Prozent haben sogar eine unternehmensweite Nachhaltigkeitsstrategie.

Was die Absichten angeht, sieht es positiv aus, doch der Grad der Umsetzung ist noch sehr unterschiedlich. Péter Kálmán ist der Ansicht,

Unternehmen betrachten Nachhaltigkeit zunehmend als eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit. Sie erkennen, dass Nachhaltigkeit einen Wettbewerbsvorteil bei der Gewinnung und Bindung jüngerer Generationen, bei der Projektfinanzierung sowie bei der Erfüllung von Investorenanforderungen darstellen kann.

In vielen Unternehmen ist zudem ein interner, wertebasierter Bedarf an Weiterentwicklung entstanden. Großunternehmen fällt es leichter, zentrale Programme zu starten und eigens Verantwortliche für diesen Bereich zu benennen. Kleinere Unternehmen können hingegen von ihrer Flexibilität profitieren: Wenn die Führungskraft engagiert ist, lassen sich schnell praktische Ergebnisse erzielen.
Péter Kálmán betonte, dass eine der wichtigsten Aufgaben der Abteilung für Nachhaltigkeit darin bestehe, gute Beispiele zu sammeln und vorzustellen – sei es in Bezug auf die Unternehmensführung oder auf konkrete Projekte. Darüber hinaus werden Arbeitsmethoden entwickelt, die den Unternehmen praktische Hilfe bieten können.

 

Haus der ungarischen Musik
Foto: magyarepitok.hu / Mihály Nagy

Der Betreiber muss bereits zu Beginn der Planung einbezogen werden

Auch heute gibt es sowohl bei staatlichen als auch bei privaten Investitionen positive Beispiele. Beim Projekt Liget Budapest standen beispielsweise bereits zu Beginn der Planung Konzepte für Betrieb, Energieversorgung, öffentliche Versorgung und smart zur Verfügung. Für das Projekt wurden hohe internationale Ziele für die Umweltzertifizierung festgelegt, und die Entwicklung erhielt die BREEAM Communities-Zertifizierung.
Als weiteres Beispiel aus der Óbuda Group-Praxis nannte er den Hauptsitz und das Servicezentrum von Volvo, wo die Erfüllung der Nachhaltigkeitsziele und ein nahezu energieneutraler Betrieb eine Kundenerwartung waren.

 

Mol Campus
Foto: magyarepitok.hu / Tamás Andrónyi

 Das Modell MOL Campus hat in zwei internationalen Bewertungssystemen die höchste Stufe erreicht. Im Rahmen des Projekts wurden wegweisende Lösungen in Bezug auf Wasserverbrauch, Komfort, Lichtverschmutzung und zahlreiche weitere Nachhaltigkeitsaspekte umgesetzt.

 

 Mol Campus
Foto: magyarepitok.hu / Archiv
 

Die Nachverfolgung der Projekte liefert wichtige Rückmeldungen, denn nur so lässt sich feststellen, wie sich die Nachhaltigkeitslösungen im Alltag bewähren. Im Rahmen des langfristigen Investitionsprogramms von Liget werden Rückmeldungen gesammelt und gemeinsam mit dem Investor Daten ausgewertet.

Zu diesem Paradigmenwechsel gehört, dass betriebliche Aspekte bereits bei der Vorbereitung von Investitionen berücksichtigt werden sollten. Die langfristigen Vorteile kommen erst dann wirklich zum Tragen, wenn die mechanischen, elektrischen und energetischen Systeme bereits in der Planungsphase an die Anforderungen des Betriebs angepasst werden.

 

Foto: Illustration / magyarepitok.hu / Mihály Nagy

Es reicht nicht aus, nur zu bauen: Wir müssen widerstandsfähigere Städte schaffen

Péter Kálmán wies auch darauf hin, dass sich die Fachgruppe mit der Anpassungsfähigkeit der städtischen Infrastruktur befasst: mit der Vergrößerung von Grünflächen, der Verringerung versiegelter Flächen, der Wasserspeicherung, der Beschattung und der Gewährleistung der städtischen Luftzirkulation. Städte benötigen eine langfristige Klima- und Nachhaltigkeitsstrategie, die auch in den Stadtentwicklungsplänen umgesetzt werden muss.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Siedlungs- und Stadtplanung wieder den ihr gebührenden Stellenwert erhält. In den langfristigen städtebaulichen Plänen müssen die möglichen Gebiete für Wohnbebauungen sowie die dafür erforderlichen infrastrukturellen Voraussetzungen klar definiert werden. Es ist wichtig, dass diese nicht durch vorrangige Investitionen außer Kraft gesetzt werden können, da hinter einzelnen Bebauungsbeschränkungen oft der Schutz von Luftströmen, Durchlüftungswegen oder Grünflächen steht, die die Lebensqualität der Umgebung sichern.

Der Leiter der Fachgruppe erinnerte daran, dass es auch in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Beispiele dafür gab, dass sich die Stadt oder die Gemeinde und private Bauträger im Rahmen von Stadtentwicklungsverträgen auf den Ausbau der öffentlichen Infrastruktur oder den Ausbau von Einrichtungen geeinigt haben.
Laut Péter Kálmán ist für einen Durchbruch in Sachen Nachhaltigkeit in der Bauindustrie erforderlich, dass Fachwissen, das rechtliche Umfeld, die Verantwortung der Investoren und finanzielle Anreize die Branche in eine gemeinsame Richtung lenken.

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