Nachrichten aus der Industrie
Was bedeutet die Tragödie in der Schweiz? – ÉVOSZ über die Situation der Brandverhütung in Ungarn
In einer Mitteilung reagierte Építési Vállalkozók Országos Szakszövetsége (ÉVOSZ) auf den Brand in Crans-Montana in der Schweiz, bei dem 40 Menschen in einer beliebten Bar ums Leben kamen. Der Präsident des Verbandes, László Koji, untersucht, welche Lehren daraus für den Brandschutz in Ungarn gezogen werden können und ob in Ungarn Handlungsbedarf besteht.
Der ÉVOSZ betont: Brandschutz ist eine komplexe Aufgabe, an der viele Akteure beteiligt sind. Die geltenden nationalen Rechtsvorschriften übertragen die grundlegende Verantwortung in erster Linie den Akteuren der Branche. Brandschutzplaner, Bauunternehmer und Betreiber sind gemeinsam dafür verantwortlich, dass ein angemessenes Maß an Brandschutz gewährleistet ist. Nach Ansicht des Verbandes sollte man auch dann an professionellen Präventionsmaßnahmen festhalten, wenn diese kostspielig sind und die Versuchung groß ist, Kosten zu sparen.
Die Mitteilung weist auch darauf hin, dass bei neuen Anlagen in der Regel nur noch ein Verfahren zur Kenntnisnahme seitens der Behörden durchgeführt wird. Dies verringert zwar den bürokratischen Aufwand, erhöht jedoch gleichzeitig die Verantwortung der Planer, Bauherren und Betreiber. Gemäß ÉVOSZ können Auftraggeber und Betreiber – selbst wenn sie sich ihrer eigenen Verpflichtungen bewusst sind – die Verantwortung, die sich aus der Gesetzgebung und den behördlichen Kontrollen ergibt, nicht übernehmen.
Eine umfassende Überprüfung der Gemeinschaftseinrichtungen wäre erforderlich.
Der Verband geht davon aus, dass es auch in Ungarn zahlreiche Gemeinschaftseinrichtungen gibt, die weder den modernen, aktuellen gesetzlichen Bestimmungen noch den derzeit geltenden Brandschutzvorschriften entsprechen. Aus diesem Grund halten sie eine umfassende Untersuchung von Gebäuden mit Gemeinschaftsfunktionen für gerechtfertigt, um aus den tragischen Erfahrungen anderer Länder zu lernen.
Der ÉVOSZ stellt die Frage, ob genügend Planer, Sachverständige, Ausführende und Behördenkapazitäten zur Verfügung stehen, um eine landesweite „Bestandsaufnahme” zu erstellen, Lehren daraus zu ziehen und die erforderlichen Maßnahmen durchzuführen. Die Antwort des Verbandes ist vorsichtig, aber eindeutig: derzeit nicht. Vor diesem Hintergrund halten sie es für besonders wichtig, die Brandschutzausbildung der verantwortlichen technischen Leiter und technischen Prüfer zu verstärken.
Die Mitteilung erinnert daran, dass auch die Erfahrungen mit den gemeinsam mit der Nationalen Universität für den öffentlichen Dienst initiierten gezielten Ingenieurausbildungen und Weiterbildungen für Erwachsene zeigen, dass der Kreis der entsprechend ausgebildeten Fachkräfte weiter ausgebaut werden muss. Die effektive Anwendung moderner, fachlich anspruchsvoller Lösungen für den Brandschutz und die Brandverhütung erfordert nämlich ein aktuelles rechtliches und verfahrenstechnisches Umfeld, ein hohes Maß an Wissen und entsprechende Befugnisse.
Auf dieser Grundlage hält ÉVOSZ eine umfassende Überprüfung der nationalen Brandschutzvorschriften und Berechtigungsbestimmungen für gerechtfertigt.
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