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Wer macht rechtzeitig den Schritt zur ökologischen Wende in der Bauindustrie?

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Foto: Illustration / magyarepitok.hu / Mihály Erdei / Tamás Andrónyi und Lindab
Die ökologische Umstellung der Bauindustrie ist keine Option mehr, sondern eine Frage der Wettbewerbsfähigkeit. Sowohl die Anforderungen der EU als auch die nationalen Regulierungsbestrebungen und die Innovationen der Hersteller lenken die Branche in Richtung eines Umdenkens. Die Frage lautet: Wer kann Nachhaltigkeit in einen Wettbewerbsvorteil ummünzen – und mit welchen Lösungen?

Die Bauwirtschaft – Betrieb von Gebäuden, Bauausführung, Herstellung von Baumaterialien – ist für fast vierzig Prozent des weltweiten Energieverbrauchs verantwortlich. Mit der erneuten Annäherung an die EU könnten auch in Ungarn Nachhaltigkeit und Klimaschutz in den Fokus rücken.

 

Kurz nach ihrer Bildung richtete die neue Regierung ein eigenes Ministerium zur Koordinierung von Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Umweltmanagement ein: Die Umgestaltung dieses Bereichs wurde nicht nur zu einer fachlichen, sondern auch zu einer politischen Priorität.

Die Frage ist jedoch nicht, ob Veränderungen notwendig sind, sondern wer, wann und wie die ersten Schritte unternimmt.

Ohne systemisches Denken gibt es keinen Fortschritt

Der Építési Vállalkozók Országos Szakszövetsége (ÉVOSZ) gründete im Jahr 2025 Abteilung für Nachhaltigkeit gegründet und in Kürze das „Zöld minimum” erarbeitet. Ziel der Initiative ist es, dass Nachhaltigkeit bei staatlichen Bauvorhaben keine optionale Möglichkeit, sondern eine Grundvoraussetzung ist, vor allem bei Investitionen, die den EU-Schwellenwert für das öffentliche Beschaffungswesen erreichen. 

Die Position von ÉVOSZ ist eindeutig: Es bedarf eines abgestimmten Vorgehens entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Es reicht nicht aus, wenn einzelne Gebäude oder Unternehmen versuchen, nachhaltig zu arbeiten; die Branche als Ganzes muss in Lebenszyklus-Perspektive denken. Das bedeutet:

Von der Planung über die Fertigung und die Ausführung bis hin zum Betrieb tragen alle Beteiligten gemeinsam die Verantwortung.

Dieser Aspekt ist besonders wichtig. Die Einbindung der Betreiber in die Planungsphase ist heute noch nicht in allen Fällen gängige Praxis, doch können Nachhaltigkeitsziele nur dann vollständig erreicht werden, wenn die tatsächlichen Betriebsbedingungen des Gebäudes – einschließlich Energieverbrauch, Emissionen, gesundes Raumklima und sogar der in den verbauten Baustoffen enthaltene Kohlenstoff – bereits während der Planung berücksichtigt werden.

EU-Anforderungen, nationale Vorbereitungen

Die EU-Politik für grünes Bauen, die Überarbeitung der Energieeffizienzrichtlinie für Gebäude (EPBD) und die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) stellen auch an die Akteure in Ungarn immer konkretere Anforderungen. Dafür sind Mess-, Datenerfassungs- und Datenverarbeitungsmethoden erforderlich, die derzeit noch nicht einheitlich sind und deren Einführung erhebliche fachliche Kapazitäten erfordert.

Die ÉVOSZ hat im vergangenen Jahr erstmals eine Nachhaltigkeitsumfrage unter ihren Mitgliedsunternehmen durchgeführt. Das Ergebnis zeigt ein gemischtes Bild: Bei drei Vierteln der Großunternehmen ist ein Umweltmanagementsystem im Einsatz, doch bei Klein- und Kleinstunternehmen ist die Bereitschaft dazu nur ein Bruchteil davon. Die Stärkung der Kreislaufwirtschaft, der Lebenszyklusansatz und die regelmäßige Nutzung messbarer Emissionsdaten sind vorerst eher ein Ziel als tägliche Realität.

 

Die Hersteller sind bereit

Das Lindab, eines der führenden Unternehmen im Bereich Lufttechnik in Europa, gehört zu den Herstellern, die Nachhaltigkeit nicht als Kommunikationsinstrument, sondern als Geschäftsmodell betrachten. Im Einklang mit der langfristigen Klimastrategie der schwedischen Muttergesellschaft bietet auch Lindab Kft. konkrete Lösungen für die heimische Bauindustrie zur Reduzierung des CO2-Fußabdrucks.

 

Foto: Illustration / magyarepitok.hu / Tamás Andrónyi

Auf der Seite „Produktportfolio“ zeigt sich dies vor allem in der zunehmenden Verfügbarkeit von EPDs (Environmental Product Declaration, d. h. Umweltproduktdeklarationen).

Der EPD ist kein Marketinginstrument, sondern ein auf der Norm ISO basierendes, von einer unabhängigen Stelle verifiziertes Dokument, das genaue Angaben zu den Emissionen eines Produkts über dessen gesamten Lebenszyklus enthält.

Für zahlreiche Artikel aus dem Sortiment von Lindab sind EPD-Dokumente verfügbar, und das Unternehmen gehört zu den ersten ungarischen Herstellern, die eine EPD für in Ungarn hergestellte Luftkanäle herausgegeben haben. Diese Verfügbarkeit wird im Produktangebot kontinuierlich erweitert.

 

Foto: Illustration / magyarepitok.hu / Mihály Erdei

Im Bereich der Kreislaufwirtschaft wurde in diesem Jahr eines der greifbarsten Ergebnisse erzielt: Als erstes Projekt in Ungarn wurde Luftkanäle aus recyceltem Stahl in einem realen ungarischen Bauprojekt eingebaut wurden, und zwar im Werk von Univer in Kecskemét. Das Projekt wurde mit messbaren Ergebnissen abgeschlossen: Im Vergleich zur Herstellung der betreffenden Produkte aus herkömmlichem Stahl wurden 2 Tonnen CO2e-Emissionen eingespart. In diesem Jahr sind weitere ähnliche Projekte zu erwarten, was darauf hindeutet, dass der Luftkanal aus recyceltem Stahl kein Einzelfall, sondern eine skalierbare Lösung ist.

 

Foto: Illustration / magyarepitok.hu / Mihály Erdei

Bedarfsgesteuerte Lüftung: nur so viel Luft, wie benötigt wird

Bei der nachhaltigen Bewirtschaftung von Gebäuden spielen Lüftungssysteme eine entscheidende Rolle. Die bedarfsgesteuerten Lüftungslösungen von Lindab basieren auf dem einfachen Prinzip, dass in einen Raum immer nur so viel Frischluft zugeführt werden soll, wie aufgrund des aktuellen Bedarfs tatsächlich benötigt wird, nicht mehr und nicht weniger. Dies wird durch Sensoren und eine intelligente Steuerung ermöglicht, die den CO2-Gehalt, die Temperatur und andere Faktoren kontinuierlich überwachen.

Der Umfang der Energieeinsparungen variiert je nach Gebäudetyp, doch das Prinzip gilt für alle Bereiche: für Bürogebäude, Fitnessstudios, Gewerbegebäude sowie Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen gleichermaßen. Wo die Last schwankt, verbrauchen Systeme mit fester Kapazität in der Regel unnötig Energie und verschwenden diese. Die bedarfsgesteuerte Lösung beseitigt diese Verschwendung, während sich die Raumluftqualität und damit auch das Wohlbefinden verbessern. Auch in diesem Bereich gibt es in Ungarn noch reichlich ungenutztes Potenzial.

 

Fachliche Zusammenarbeit: der einzige gangbare Weg

Die engere Zusammenarbeit zwischen dem HuGBC (Magyar Környezettudatos Építés Egyesülete) und dem ÉVOSZ zeigt deutlich, dass die wichtigsten Organisationen der Branche erkannt haben: Der Wandel der Branche ist ohne gemeinsame Anstrengungen nicht zu bewältigen.

Das Programm ’Zero Carbon Roadmap’ von HuGBC bietet einen Rahmen, an dem sich Hersteller, Bauunternehmer, Betreiber und Planer gleichermaßen beteiligen können, mit gemeinsamen Zielen und messbaren Meilensteinen.

Das Modell Lindab ist ein aktiver Teilnehmer an diesem Prozess und kein bloßer Beobachter. Das Unternehmen war an der Ausarbeitung der „Zero Carbon Roadmap“ beteiligt und möchte durch kontinuierliche Produktinnovation, EPD-basierte Datenbereitstellung, konkrete Referenzprojekte und die Teilnahme am fachlichen Dialog den Wandel unterstützen, den die Branche im kommenden Jahrzehnt unbedingt vollziehen muss.

Die Frage ist nicht mehr, ob etwas geändert werden muss. Die Frage ist, wer dies ernst nimmt und früh genug handelt.

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