Klima-X
Lindab wird weiterhin als Lufttechnikunternehmen in Ungarn tätig sein
Ab Januar 2026 wird Lindab in Ungarn weiterhin mit Schwerpunkt auf Lufttechnik tätig sein, der Geschäftsbereich des Unternehmens wurde verkauft. Bei der Lindab-Gruppe findet seit einigen Jahren eine globale Umstrukturierung statt, von der vor allem die Region Mittelosteuropa betroffen ist. Der strategische Fokus der schwedischen Unternehmensgruppe liegt auf der Lufttechnik.
Aus ungarischer Sicht ist neben dem Verkauf des Profilgeschäfts die wichtigste Veränderung, dass das Unternehmen nun Teil der mitteleuropäischen Region unter deutscher Führung ist. Dies ist ein Fortschritt und eine gute Gelegenheit, da die ungarische Wirtschaft stark vom deutschen Markt beeinflusst wird, wie Zoltán Csipszer, Geschäftsführer von Lindab Kft., unserem Portal mitteilte.
Explosives Wachstum in der Branche
Die Lufttechnik ist eine der sich am dynamischsten entwickelnden Branchen, die durch zahlreiche Faktoren vorangetrieben wird: beispielsweise durch die zunehmend spürbaren Auswirkungen des Klimawandels oder auch durch den radikalen Wandel unseres Lebensstils. Wir verbringen heute bereits 80 bis 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen, erinnert Zoltán Csipszer. Ein großer Teil der europäischen Bevölkerung arbeitet, verbringt ihre Freizeit und trainiert in Innenräumen. Diese Veränderung geht mit steigenden Ansprüchen einher. Wir besuchen gerne Orte, an denen wir uns wohlfühlen und an denen wir uns gut fühlen, was ohne saubere, frische Luft nicht möglich ist. Mit dem Anstieg der Energiepreise ist ein weiterer Aspekt hinzugekommen, nämlich dass der Komfort in Innenräumen energie- und kosteneffizient gewährleistet werden muss.
Schritt für Schritt zu einer Wertschöpfungskette ohne fossile Rohstoffe
Als eines der marktführenden Unternehmen im Bereich Lufttechnik in Europa ist Lindab Vorreiter bei der nachhaltigen Bereitstellung von sauberer Luft in geschlossenen Räumen, die für unsere Gesundheit von grundlegender Bedeutung ist. Der Geschäftsführer betonte:
„Lindab verfügt über ein seriöses, international tätiges Entwicklungsteam. Innerhalb der Unternehmensgruppe kann Lindab Steel dank seiner umfangreichen Kontakte große Mengen an Rohstoffen einkaufen und verfügt über das Potenzial, gemeinsame Entwicklungen mit großen Stahlunternehmen zu starten. Ziel dieser Entwicklungen ist es, eine fossile Rohstoffe-freie Wertschöpfungskette zu schaffen, die vom Bergbau bis hin zu den fertigen Stahlprodukten reicht.”
Die Möglichkeit der Wiederverwendung über das Recycling hinaus
In der globalen Kreislaufwirtschaft gibt es so viel Stahl, dass eine neue Produktion fast überflüssig werden könnte, meinte der Geschäftsführer. Die energieintensivsten Phasen der Stahlherstellung sind der Abbau von Eisenerz und die Stahlproduktion. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass alle möglichen Stahlprodukte wieder in den Kreislauf zurückgeführt und recycelt werden.
Zoltán Csipszer fügte hinzu, dass es ideal wäre, wenn wir diesen Prozess weglassen könnten, die Produkte nicht recyceln, sondern wiederverwenden würden. Allerdings ist dafür noch nicht einmal der europäische Markt reif, da die Menschen nach Neuem verlangen. Laut dem Geschäftsführer von Lindab ist dieses Gefühl bei der Mehrheit der Menschen beispielsweise auch in Bezug auf Wohnraum vorhanden. Das heißt, sie möchten keine gebrauchte Immobilie kaufen und renovieren, sondern lieber eine neue bauen/bauen lassen. Diese von Wünschen geprägte Denkweise lässt sich nur schwer in bewusstere Entscheidungen umsetzen. Der Geschäftsführer von Lindab erklärte, dass wir zunächst darauf hinweisen müssen, dass
Mit einem Produkt aus recycelten Rohstoffen erhält der Verbraucher kein minderwertiges, gebrauchtes Produkt, sondern ein nachhaltiges, hochwertiges Qualitätsprodukt.
Retrofit statt Verschwendung
Entscheidungen auf regulatorischer Ebene könnten den Prozessen, wie beispielsweise der Umnutzung von Gebäuden durch Funktionswechsel, erhebliche Impulse verleihen.
Bei öffentlichen Gebäuden könnten wir beispielsweise mit gutem Beispiel vorangehen, indem wir aus alten, leerstehenden Bürogebäuden Schulen, Kindergärten oder sogar Gesundheitseinrichtungen machen. Ihre Struktur hält 50 bis 100 Jahre lang problemlos stand, und die Wandkonstruktionen und die Technik können renoviert und energieeffizient gestaltet werden. Das Konzept der Nachrüstung kann in unserem Land eine praktikable und kostengünstige Lösung sein.
Derzeit gibt es zahlreiche leerstehende Gebäude, die Energie verschwenden, anstatt wieder von der Gemeinschaft genutzt zu werden.
Europa kann seine Rohstoffabhängigkeit und seinen Wettbewerbsnachteil mit einer neuen Denkweise überwinden
Der Wandel in der Denkweise gewinnt nicht nur aus Sicht des Klimaschutzes, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht zunehmend an Bedeutung. Es gibt viele unterschiedliche Meinungen darüber, ob gegen den Klimawandel vorgegangen werden muss. Zoltán Csipszer erinnerte daran, dass sich ein Teil der weltweit führenden Wirtschaftsakteure nicht in Richtung Nachhaltigkeit, sondern in Richtung eines hohen Anteils fossiler Energien bewegt hat. Europa hat sich aus kulturhistorischen und anderen Gründen für den erstgenannten Weg entschieden, was wirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringt. Gleichzeitig ist das Festhalten am Nachhaltigkeitsprozess auch eine Art Zwang. Der Geschäftsführer von Lindab betonte:
„In Europa finden wir keine ausreichenden Mengen an fossilen Energieträgern und Rohstoffen, die für die Herstellung von Grundstoffen benötigt werden. Dieser Mangel führt zu einer erheblichen marktwirtschaftlichen und politischen Abhängigkeit der europäischen Wirtschaft. Deshalb ist es wichtig, dass wir immer häufiger über Recycling, Wiederverwendung und Nachhaltigkeit sprechen.”
Zusammenarbeit, Bildung
Das Lindab legt großen Wert auf Bewusstseinsbildung und Aufklärung im Bereich der Nachhaltigkeit. Dabei arbeitet er mit einem der wichtigsten Akteure der heimischen Bauindustrie im Bereich Nachhaltigkeit zusammen, dem Magyar Környezettudatos Építés Egyesület (Hungary Green Building Council, HuGBC). Die Fachorganisation hat den Zero Carbon Roadmap Dieses mit großer Sorgfalt und Professionalität zusammengestellte Fachmaterial unterstützt die Akteure der Bauwirtschaft, von Entscheidungsträgern über Planer und Baustoffhersteller bis hin zu Bauunternehmern, dabei, gemeinsam Schritt für Schritt auf das Ziel der CO2-Neutralität bis 2050 hinzuarbeiten.
In Biatorbágy werden Produkte aus recycelten Rohstoffen hergestellt
In diesem Jahr wurde auch im Werk Lindab in Biatorbágy mit der Herstellung von Luftkanälen aus zu 75 Prozent recyceltem Stahl begonnen. Zoltán Csipszer erklärte, dass sich das recycelte Stahlmaterial aus Sicht der Produktion nicht anders verhält als herkömmliches Material, sodass keine neuen Fertigungstechnologien oder Maschinen angeschafft werden mussten. Die aus recyceltem Stahl hergestellten Luftkanäle weisen die gleichen Werte hinsichtlich Luftdichtheit, Korrosionsbeständigkeit, Festigkeit und Haltbarkeit auf wie solche, die aus herkömmlichen Rohstoffen hergestellt wurden.
Für den ungarischen Markt sind umweltfreundliche Luftkanäle in großen Mengen kontinuierlich verfügbar.
Nach den Plänen soll diese „grüne Produktgruppe” nach den geraden Luftkanalelementen mit kreisförmigem Querschnitt um gepresste und gebaute Formteile erweitert werden.
Der Geschäftsführer erklärte uns, dass der einzige Nachteil derzeit darin besteht, dass das Material aufgrund des Recyclingprozesses etwas teurer ist als herkömmliche Materialien. Dies kann jedoch dadurch ausgeglichen werden, dass der CO2-Fußabdruck des gesamten Gebäudes durch den Einbau von recycelten Produkten während der Endnutzung deutlich geringer ausfällt. Dies ist ein Vorteil bei der Erlangung von wertsteigernden Gebäudezertifizierungen.
Das erste Pilotprojekt in Ungarn wird realisiert
Lindab hat seine aus recyceltem Stahl hergestellten Produkte in zahlreichen internationalen Pilotprojekten getestet. Auch Ungarn wird sich in Kürze diesem Kreis anschließen. Im Januar werden im Rahmen einer Investition eines Lebensmittelunternehmens die ersten in Ungarn hergestellten Luftkanalelemente aus recyceltem Stahl eingebaut. Lindab hat die Umsetzung des Pilotprojekts unterstützt, um ein gutes Beispiel zu geben und dafür zu sorgen, dass Lufttechnikartikel, die mit geringerer Umweltbelastung hergestellt werden können, auch auf dem heimischen Markt akzeptiert werden. Zoltán Csipszer sagte, dass die ersten Rückmeldungen der Fachleute vor Ort positiv seien: Es gebe keine Maßabweichungen oder Probleme mit der Festigkeit. Nach dem Einbau wird die Dokumentation des Pilotprojekts mit Luftdichtheits- und anderen Messungen fortgesetzt. Wir planen, darüber auch auf unserem Portal zu berichten.
Nachhaltigkeit aus Sicht der Investoren und Bauherren
Angesichts der Verbreitung nachhaltiger Lösungen ist es in Ungarn schwierig, außer dem Preis weitere Einwände zu finden, meinte der Geschäftsführer von Lindab. Aus Sicht des Investors, für den
Die Verwendung von recycelten Produkten ist auch im Hinblick auf die Beantragung von grünen Krediten, die Vermietbarkeit oder ESG-Berichte von Vorteil. Letzteres lässt sich in Forint oder Euro umrechnen, was bedeutet, dass der Einsatz nachhaltiger Lösungen beim Verkauf oder bei der Vermietung eines Gebäudes mit höherem Wert zu einem höheren Preis führt.
Dies zeigt sich anders in der Phase der Generalunternehmerschaft, in der noch weniger Wert darauf gelegt wird, dass das Gebäude nachhaltiger sein soll. Denn aufgrund des Preiswettbewerbs und anderer marktwirtschaftlicher Faktoren steht dieser Aspekt derzeit nicht an erster Stelle. Aber was sich verzögert, vergeht nicht, und bald könnte die Zeit kommen, in der die Anwendung grüner Lösungen auch auf der Ebene der Generalunternehmer zu einem Wettbewerbsvorteil wird.
Anstelle von Heuchelei…
Der Geschäftsführer von Lindab betonte, dass man niemals heuchlerisch sein und behaupten sollte, dass man ohne wirtschaftliche Interessen alles für die Nachhaltigkeit tun würde, denn das funktioniere nicht und sei nicht nachhaltig. Unternehmen sind darauf ausgerichtet, Gewinne zu erzielen, und das ist normal, denn damit können weitere Entwicklungen finanziert, neue Produkte und neue Rohstoffe auf den Markt gebracht und unser Alltag verbessert werden. Zoltán Csipszer fügte jedoch hinzu, dass Nachhaltigkeit der Schlüssel zu unserer Zukunft sei. Sie kann dann mit voller Kraft funktionieren, wenn sie auch wirtschaftlich tragbar ist. Bis dahin müssen wir uns jedoch darauf vorbereiten, prüfen, was wir für eine grünere Zukunft tun können, und wer dazu in der Lage ist, muss sich mit der Anwendung grünerer Lösungen befassen, denn jeder Schritt zählt.
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