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Eine historische Landschaft, in der jeder Stein eine Geschichte erzählt – der Englische Garten in Tata wird neu gestaltet
Der Englische Garten, der den Cseke-See in Tata umgibt, bewahrt Geschichten, architektonische Denkmäler und landschaftsarchitektonische Ideen, die sich über Jahrhunderte erstrecken. In Ungarns erstem Garten im englischen Stil bilden die aus praktischen Gründen errichteten Gebäude, die den romantischen Eindruck verstärkenden Bauwerke, die Skulpturen und die Naturschätze ein harmonisches Ganzes. Das seit 1955 als Naturschutzgebiet ausgewiesene Areal wird nun im Rahmen des Wettbewerbs „Esterházy-Erbe – Bewahrung der Geschichte für künftige Generationen” im Zuge von Restaurierungsarbeiten erneuert.
Bei den Maßnahmen stehen die Erhaltung der ursprünglichen Baumaterialien, die Beseitigung späterer, ungeeigneter Reparaturen sowie die authentische Restaurierung der Denkmäler im Vordergrund.
Die „Műromok“, die als Ruine erbaut wurden, um eine Geschichte zu erzählen
Die Geschichte des Englischen Gartens in Tata begann im Jahr 1783, als der Gutsingenieur Ferenc Bőhm im Auftrag der Familie Esterházy den Garten in der Umgebung des Cseke-Sees anlegte. Der Park erstreckt sich rund um den See, umfasst aber in gewisser Weise auch ganz Tata. Bei der Gestaltung wurde ein Ansatz verfolgt, der von den früheren, starren und strengen Traditionen der französischen Gartenarchitektur abwich.
Eines der außergewöhnlichsten Bauwerke des Englischen Gartens sind die „Műromok“ im nördlichen Teil des Parks. Das nach den Plänen von Charles Moreau errichtete Bauwerk ist über eine gewölbte Steinbrücke zu erreichen. Das Bauwerk mit unregelmäßigem Grundriss wurde zwischen 1785 und 1803 unter Verwendung mittelalterlicher behauener Steine aus der Abtei von Vértesszentkereszt sowie von Grabsteinen aus Szőny errichtet. Quellen zufolge wurden 24 verzierte Säulenkapitelle aus den ursprünglichen Ruinen nach Tata transportiert, um sie in das Bauwerk einzubauen.
Der Name „Műromok“ ist in diesem Fall wörtlich zu verstehen: Das Gebäude ist kein erhaltener Überrest einer ehemaligen Kirche oder Burg, sondern wurde von vornherein als Ruine errichtet, ausschließlich aus ästhetischen Gründen. Das Bauwerk, das an die Überreste einer dreischiffigen, verfallenden gotischen Kirche erinnert, ist ein eindrucksvolles Beispiel für die romantische Gartenarchitektur.
In einer Nische des Bauwerks sowie an der Seite des Zauns wurde zudem ein mit Reliefs verzierter Grabstein aus der römischen Zeit des 3. Jahrhunderts aufgestellt, der auf dem Látó-Hügel gefunden wurde.
Er wird nicht nur verschönert: Die historischen Werte des Englischen Gartens werden wiederhergestellt
Die Restaurierungsarbeiten im Park haben Anfang Juni begonnen und werden voraussichtlich bis Ende November andauern.
Einer der wichtigsten Orte sind die „Műromok“, wo die Erhaltung der historischen Werte und der größtmögliche Erhalt der Originalmaterialien im Vordergrund stehen. Im Zuge der Restaurierung wurden die Steinoberflächen gereinigt. Dazu setzten die Fachleute Trockenstrahlen, Nassreinigung sowie manuelle und mechanische Verfahren ein.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Erhaltung der historischen Fugenmörtel gelegt. Im Gegensatz dazu wurden die späteren, aus denkmalpflegerischer Sicht ungeeigneten Zementfugen entfernt.
Ein ähnliches Prinzip wurde auch bei der Steinumrandung des Flussbettes der „Műromok“ angewendet. Die dort vorhandenen früheren Zementauffüllungen wurden entfernt, und zur Ergänzung der fehlenden Teile wurden Steine aus dem Steinlager von Tata verwendet, die in Material und Aussehen mit den Originalsteinen identisch sind. Das Ziel war es, bei der Restaurierung der ursprünglichen Gestaltung so getreu wie möglich zu folgen.
Die archäologische Forschung ist Teil der originalgetreuen Rekonstruktion
In der nächsten Phase der Restaurierungsarbeiten werden die höher gelegenen Abschnitte durch den Aufbau von Gerüsten zugänglich gemacht. Dies ermöglicht die Reinigung der Oberflächen sowie die Entfernung der Zementfugen. Diese Arbeiten konnten bisher nicht durchgeführt werden, da in den unteren Bereichen archäologische Untersuchungen stattfinden. Die dort gewonnenen Erkenntnisse können nämlich die authentische Rekonstruktion des Denkmals maßgeblich beeinflussen. Die Untersuchungen werden von Mitarbeitern des Kuny-Domokos-Museums durchgeführt, darunter Museumsdirektor und Archäologe Dr. Richárd Schmidtmayer sowie der Archäologe und Museologe Mihály Giber.
Im Zuge der Restaurierung wird auch über das Schicksal eines stark beschädigten Säulenkopfes entschieden. Den Untersuchungen der Restauratoren zufolge ist die Beschädigung des Steinelements bereits so weit fortgeschritten, dass das Originalstück im Kuny-Domokos-Museum aufbewahrt wird. An seiner Stelle wird ein originalgetreues Rekonstruktionselement angebracht, das das einheitliche Erscheinungsbild der Ruine gewährleistet und gleichzeitig langfristig zur Erhaltung des Bauwerks beiträgt.
Im Rahmen des Projekts werden die im nahegelegenen Várkanyar gelegene St.-Johannes-von-Nepomuk-Brücke und die dazugehörige Statue renoviert.
Quelle: Link
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