Klima-X
Nicht ein leerstehendes, sondern ein intelligent genutztes Gebäude ist energiesparend
Die Hitzewellen im Sommer, die steigenden Energiepreise und die zunehmende Belastung des Stromnetzes haben die Aufmerksamkeit erneut auf den Energieverbrauch und den energieeffizienten Betrieb von Gebäuden gelenkt. Infolge der Energiekrise sind in Ungarn in der letzten Zeit zahlreiche kurzfristige Maßnahmen auf den Markt gekommen, die vom Ausbau des Homeoffice bis zur teilweisen Schließung von Büroflächen reichen. Dabei handelt es sich jedoch um vorübergehende Lösungen.
Gebäude sind für fast 40 Prozent des gesamten Energieverbrauchs verantwortlich, wobei die gebäudetechnischen Anlagen einen erheblichen Teil des Energiebedarfs eines Gebäudes ausmachen, nämlich fast die Hälfte.
„Wir neigen oft dazu, Energieeffizienz als Kosten für eine Investition in die Gebäudetechnik zu betrachten, dabei handelt es sich in Wirklichkeit um eine langfristige Betriebsentscheidung. Die Frage ist nicht, wie viel wir in einer Saison einsparen können, sondern um wie viel weniger Energie das Gebäude in den nächsten zwanzig Jahren verbrauchen wird, ohne dass dabei der Komfort der Bewohner und die Raumluftqualität beeinträchtigt werden” – betonte Zoltán Csipszer, Geschäftsführer von Lindab Kft..
Schnelle Maßnahmen sind wichtig, ersetzen aber nicht das systemische Denken
Während der sommerlichen Spitzenlastzeiten im Energiesektor erscheint es naheliegend, die Anwesenheit im Büro zu reduzieren. Die Vorverlegung der Arbeitszeiten, die Abstimmung hybrider Arbeitsmodelle, die Schließung selten genutzter Büroräume sowie das Ausschalten von Dekorationsbeleuchtung oder digitalen Anzeigen sind allesamt Maßnahmen, die schnell umgesetzt werden können und bereits kurzfristig spürbare Ergebnisse bringen.
Ein erheblicher Teil des Energiebedarfs von Bürogebäuden entfällt jedoch nicht direkt auf die Geräte der dort Beschäftigten, sondern steht im Zusammenhang mit dem Betrieb des Gebäudes. Kühlung, Belüftung, Klimatisierung und die damit verbundene Steuerung können auch dann Energie verbrauchen, wenn ein Besprechungsraum leer ist, eine Etage nur teilweise genutzt wird oder die Mehrheit der Mitarbeiter an einem bestimmten Arbeitstag ihre Aufgaben von zu Hause aus erledigt.
Herkömmliche Systeme behandeln das Gebäude in vielen Fällen noch so, als ob alle Zonen ständig mit derselben Last belastet würden.
Der Schlüssel zur Energieeinsparung: ein an den tatsächlichen Verbrauch angepasster Betrieb
Herkömmliche Systeme belüften und kühlen das Gebäude oft mit derselben Leistung, auch wenn beispielsweise ein Besprechungsraum leer ist oder eine ganze Büroetage nur von wenigen Mitarbeitern genutzt wird. Bei hybriden Arbeitsmodellen kann dies zu einer erheblichen Energieverschwendung führen. Eine Lösung für dieses Problem bietet die bedarfsgesteuerte Lüftung (Demand Controlled Ventilation, DCV), die mithilfe von Sensoren kontinuierlich die Raumnutzung und die Luftqualität überwacht und die erforderliche Luftmenge entsprechend anpasst. Es wird immer nur so viel Frischluft in den Raum geleitet, wie gerade tatsächlich benötigt wird. Auf diese Weise lassen sich gleichzeitig der Energieverbrauch senken und ein gesundes Raumklima gewährleisten.
Ein auf die Bedürfnisse zugeschnittenes Bürogebäude – das kann Energieeinsparungen von bis zu 70 Prozent ermöglichen!
Bei der Sanierung des Lindab in Deutschland wurde bei der Sanierung des Bürogebäudes in Deutschland eine bedarfsgesteuerte Belüftung mit CO₂-Sensoren eingesetzt. Das System passte die zugeführte Luftmenge kontinuierlich an die tatsächliche Auslastung an.
Das Ergebnis: eine Energieeinsparung von fast 70 Prozent im Vergleich zum früheren Betrieb mit konstanter Luftmenge, während die kontinuierlich gewährleistete hohe Qualität der Raumluft den Komfort steigerte. Den Berichten der Mitarbeiter zufolge ist zudem die Zahl der Krankmeldungen zurückgegangen und ihre Leistungsfähigkeit hat sich verbessert.
Die Amortisationszeit des Projekts wurde auf 4,5 Jahre berechnet. Die tatsächlichen Einsparungen hängen natürlich bei jedem Gebäude vom Ausgangszustand der Anlage, vom Betrieb und von der Auslastung ab.
Angenehme Kühlung mit geringerer Luftmenge
Aus Sicht der Energieeffizienz könnte eine weitere gute Lösung die aktive Klimaleiste sein.
Das in die Decke integrierbare System eignet sich neben der Belüftung auch zur Kühlung und bei Bedarf zur Heizung und fügt sich mit seinem ansprechenden Design harmonisch in das Interieur moderner Gebäude ein.
Das Prinzip des Systems beruht darauf, dass ein Großteil der Kühlenergie nicht durch Luft, sondern durch Wasser transportiert wird, das ein wesentlich effizienterer Wärmeträger ist. Dies kann nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Energieeffizienz, sondern auch in Bezug auf den Komfort von Vorteil sein, da ein richtig ausgelegtes System einen leisen, zugfreien Betrieb und ein geregeltes Raumklima gewährleisten kann.
Laut einer internationalen Vergleichsstudie zeigt, dass die Klimaträger-Technologie im Vergleich zu anderen Lüftungssystemen ein erhebliches, 17–22-prozentiges Energieeinsparpotenzial aufweist. Das genaue Ergebnis hängt jedoch stets von den Gegebenheiten des Gebäudes, dem Zustand des Ausgangssystems, der Qualität der Regelung und nicht zuletzt von der Betriebspraxis ab.
Auch in Wohngebäuden stecken große Möglichkeiten
Das Thema Energieeffizienz betrifft nicht nur Büro- und Industriegebäude. Auch in Einfamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern steckt großes Potenzial beim Einsatz von Lüftung mit Wärmerückgewinnung. In Ungarn kommen mechanische Lüftung und Wärmerückgewinnung als grundlegende Elemente der Gebäudetechnik immer noch nur bei wenigen Investitionen im privaten Wohnungsbau zum Einsatz. Dabei stellen diese Systeme langfristig nicht nur eine komfortsteigernde, sondern auch eine wirtschaftlich lohnende Investition dar.
Bei der Lüftung mit Wärmerückgewinnung wird die Wärmeenergie der abgeführten verbrauchten Luft zurückgewonnen und diese Kühl- bzw. Heizenergie an die zugeführte Frischluft übertragen. Dadurch wird der Wärmeverlust minimiert, es wird weniger Energie zur Aufrechterhaltung des Raumkomforts benötigt und gleichzeitig verbessert sich die Raumluftqualität.
Die Nachrüstung ist eine der wichtigsten Aufgaben der kommenden Jahre
Zur Verbesserung der Energieeffizienz ist nicht in jedem Fall ein kompletter Austausch der gebäudetechnischen Anlagen erforderlich. In einem Großteil der bestehenden Gebäude lassen sich auch durch schrittweise Modernisierung erhebliche Ergebnisse erzielen. Der Einbau von Sensoren, die Zonenregelung, die Regelung mit variablem Luftvolumen, moderne Ventilatoren, die Verbesserung der Automatisierung oder auch die Verbesserung der Luftdichtheit der Luftkanäle können allesamt zur Senkung des Energieverbrauchs beitragen.
Der Zustand des Luftkanalnetzes ist besonders wichtig, da das System aufgrund von Undichtigkeiten mehr Luft als nötig umwälzen kann, was den Energiebedarf der Ventilatoren und der Lüftungsanlage direkt erhöht. Ein luftdichtes System ist daher nicht nur eine Frage der Ausführungsdetails, sondern auch ein langfristiger betrieblicher Aspekt. Dabei spielt auch die Qualität des Luftkanalsystems eine herausragende Rolle. Das Lindab Safe-System beweist bereits seit fünfzig Jahren, dass eine hohe Luftdichtheit nicht nur geringere Energieverluste bedeutet, sondern auch einen berechenbareren Betrieb, eine einfachere Regelung und langfristig eine stabilere Leistung.
Die energieeffizienten Gebäude der Zukunft werden also nicht dadurch nachhaltiger, dass wir sie weniger nutzen, sondern dadurch, dass Energie nur dort und dann verbraucht wird, wo und wann sie tatsächlich benötigt wird.
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