Energie

Die ungarische Atomenergie ist auf der Weltkarte angekommen – Péter Szijjártó gab in Paris eine Erklärung gegenüber Magyar Építők ab.

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Fotos: Viktor Kércz/magyarepitok.hu
Die am Bauprojekt in Paks beteiligten ungarischen Bauunternehmen haben bislang ausschließlich positives Feedback von den russischen und deutschen Projektpartnern erhalten – darüber sprach auch der Minister für Außenwirtschaft und Außenpolitik gegenüber unserer Zeitung beim Atomgipfel in Frankreich.

Die Bedeutung eines faktenbasierten Ansatzes in der Kernenergiepolitik betonte Péter Szijjártó, Minister für Außenwirtschaft und Außenpolitik, in einem Interview mit magyarepitok.hu auf der Weltnuklearmesse (WNE) in Paris. Wie wir bereits in unserem Artikel vom Dienstag berichtet haben, ist dies eine der größten internationalen Veranstaltungen im Bereich der zivilen Kernenergie mit rund 1000 aktiven Teilnehmern und 25.000 Besuchern drei Tage lang in der französischen Hauptstadt statt.

Fotos: Viktor Kércz/magyarepitok.hu

Deshalb ist die von WNE initiierte internationale Zusammenarbeit so wichtig.

Unser Land war zum ersten Mal bei diesem Gipfeltreffen vertreten, das die gesamte nukleare Lieferkette abdeckte und an dem 80 Länder teilnahmen, mit einem eigenen Pavillon und zahlreichen Unternehmen aus dem heimischen Energiesektor. Darüber hinaus war auch die ungarische Regierung vertreten: Péter Szijjártó nahm an der Ministerkonferenz teil und gab nach der Eröffnung des ungarischen Pavillons unserer Zeitung ein Interview.

Der Minister verdeutlichte die Bedeutung dieses Großereignisses im Bereich der zivilen Kernenergie damit, dass es nach wie vor zahlreiche Vorurteile gegenüber der Kernenergie gebe, die weltweite Investitionen in diesem Bereich erschweren. „Aus diesem Grund ist es wichtig, dass es eine so breit angelegte internationale Zusammenarbeit unter der Führung Frankreichs gibt”, sagte er mit Blick auf die Rolle der WME. „Das Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, endlich anzuerkennen, dass diese Energie eine kostengünstige, sichere, zuverlässige und umweltfreundliche Möglichkeit zur Erzeugung großer Mengen an Strom ist.”

Die ungarische Bauindustrie hat bislang die positivsten Rückmeldungen zum Ausbau des Kernkraftwerks Paks erhalten.

Auf eine Frage hin erinnerte er daran, dass gemäß der Vereinbarung etwa 40 Prozent des Investitionsvorhabens Paks II von ungarischen Unternehmen durchgeführt werden müssen und bereits jetzt viele ungarische Subunternehmer an dem Projekt arbeiten. „Die ungarischen Unternehmen sind einerseits im Bereich der Bodenaushubarbeiten, andererseits bei den Bodenverfestigungsarbeiten sowie beim Bau der Montage- und Versorgungsgebäude tätig”, erklärte er.

Er betonte, dass sie bisher ausschließlich positives Feedback vom russischen Hauptauftragnehmer erhalten hätten, der mit den ungarischen Subunternehmern absolut zufrieden sei. „Das Gleiche gilt für die deutschen Subunternehmer, die ebenfalls ungarische Subunternehmer beschäftigen: Sie äußerten sich äußerst positiv über die Beteiligung der ungarischen Unternehmen. Das ist kein Wunder, denn meiner Meinung nach sind die ungarische Bauindustrie und die ungarische Nuklearindustrie weltweit wettbewerbsfähig. Darüber hinaus arbeiten bei dem Projekt in Paks die Besten aus beiden Branchen, daher war ich mir sicher, dass die Akteure der ungarischen Bauindustrie zum Erfolg dieses Projekts beitragen werden.”

Zeitgleich mit dem Treffen in Paris eine entscheidende Entwicklung im Inland

Das Projekt Paks II erhielt aufgrund der Rückmeldungen besondere Aufmerksamkeit auf der Veranstaltung in Paris. Darüber hinaus wurde die ungarische Entwicklung gerade am Eröffnungstag der WNE endgültig auf die Weltkarte der Atomenergie gesetzt: Am 4. November wurden nämlich vier wichtige Genehmigungen für den Beginn der Bauarbeiten an der Fundamentplatte des Kernkraftwerksblocks 5 erteilt.

Der symbolische erste Spatenstich für das Projekt, der erste Betoniervorgang, wird voraussichtlich im Februar 2026 stattfinden. Damit gilt das Projekt bereits nach den Standards der Internationalen Atomenergie-Organisation als im Bau befindliches Kernkraftwerk.

Auch die Akteure des Paks-Projekts können stolz sein

In einem Interview mit unserer Zeitung auf der Weltausstellung in Paris betonte Gergely Jákli, Leiter des Projekts Paks II Zrt., ebenfalls, dass das ungarische Investitionsvorhaben derzeit das am weitesten fortgeschrittene Kernkraftwerksprojekt in der Europäischen Union sei. Der Vorstandsvorsitzende erklärte, dass sich in Paris derzeit die gesamte weltweite Nuklearindustrie versammelt habe, um ihre Ergebnisse zu präsentieren und Erfahrungen auszutauschen. „Bei einer solchen Veranstaltung ist es sehr wichtig, dass sowohl das Projekt Paks II selbst als auch die daran beteiligten Subunternehmer zeigen können, worauf wir in der letzten Zeit stolz sind, wie wir unser Kraftwerk bauen und damit die Energieversorgung des Landes sicherstellen werden”, erklärte Gergely Jákli.

Er wies darauf hin, dass der Schwerpunkt der Weltausstellung in Paris darauf liegt, dass sich mit dem Vormarsch der Digitalisierung auch der Bau von Kernkraftwerken verändert. „Wir sind stolz darauf, dass wir schon in einem sehr frühen Stadium die technischen Pläne und den technischen Vertrag digitalisieren und auch den Bau des Kernkraftwerks selbst digitalisieren. In den kommenden Tagen werden meine Kollegen versuchen zu zeigen, wie diese Digitalisierung die Entscheidungsfindung beim Bau von Kernkraftwerken vereinfachen und beschleunigen und den Bau unterstützen kann”, schloss der Vorstandsvorsitzende seine Ausführungen.

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