Was wird gebaut?
An einem der wichtigsten Kultur- und Gemeinschaftsorte Budapests wird nicht nur der Bodenbelag entfernt
Der im 5. Bezirk von Budapest gelegene Erzsébet-Platz blickt auf eine recht bewegte Geschichte zurück. Auf dem Platz stand unter anderem ein deutsches Theater und später ein von Alajos Hauszmann entworfener Kiosk, in dessen Erdgeschoss sich ein Café und im Obergeschoss ein Tanzsaal befanden. Außerdem gab es hier einen Busbahnhof, der 1948–49 nach den Plänen von István Nyíri erbaut wurde.
Der Platz erfüllt heute gleichzeitig Funktionen im Bereich Verkehr, Tourismus, Kultur und Gemeinschaft; zudem fungiert er nicht vollständig als traditioneller, auf natürlichem Boden angelegter Park, sondern befindet sich über einer Deckenkonstruktion.
Einem soeben veröffentlichten – auf die Neugestaltung des Erzsébet-Platzes abzielenden – Ausschreibung für die Sanierung des Erzsébet-Platzes werden in bestimmten Bereichen des Platzes neben dem Oberflächenbelag auch die darunter liegenden Entwässerungs-, Abdichtungs- und Wärmedämmschichten entfernt und anschließend erneuert.
Ausgeschrieben von Belváros-Lipótváros Városüzemeltető Kft.
Die Bauarbeiten zielen nämlich darauf ab, den gesamten technischen Aufbau des betroffenen Bereichs wiederherzustellen, einschließlich des Austauschs des Entwässerungssystems und der Sanierung der Abdichtung.
Der Auftragswert des Bauvertrags beträgt 278.253.228 Forint, und der erfolgreiche Bieter ist Multimat Pro Kereskedelmi és Szolgáltató Kft.
Es werden nicht einfach nur die Pflastersteine herausgenommen
Den Daten zur öffentlichen Ausschreibung zufolge müssen auf der Baustelle etwa 1065 Kubikmeter Erde bewegt werden. Die Arbeiten beginnen mit der Freilegung des betroffenen Bereichs. Der Auftragnehmer bricht 196 Quadratmeter Pflastersteine auf und lagert die Pflastersteine ein, damit sie nach Abschluss der Arbeiten wieder verlegt werden können.
Das unter den Pflastersteinen liegende, etwa 50 Zentimeter dicke CKT-Betonfundament wird ebenfalls aufgebrochen und abtransportiert. Anschließend wird eine beträchtliche Menge Erde abgetragen, um Zugang zu den darunter liegenden Schichten zu erhalten. Über dem Arbeitsbereich wird zudem ein provisorisches Zelt errichtet.
450 Meter Drainagerohr werden ausgetauscht
Einer der wichtigsten Punkte der öffentlichen Ausschreibung ist die Sanierung des Entwässerungssystems. Im Rahmen der Bauarbeiten werden 450 Meter Drainagerohrnetz ausgetauscht; außerdem werden 27 PVC-Sammelrohre mit einem Durchmesser von 125 Millimetern eingebaut.
Die Aufgabe des Systems besteht darin, das in die Schichten eindringende Wasser aufzufangen und ordnungsgemäß abzuleiten, da das Regenwasser hier nicht einfach in den natürlichen Boden versickern kann.
Auch im Abschnitt zwischen dem Schwimmbecken und der Wasserversorgung werden die Rohrleitungen erneuert, wobei die sogenannten Link Seal-Dichtungselemente in den Deckendurchführungen vollständig ausgetauscht werden.
Auch die Abdichtung wird verbessert
Im Rahmen der Arbeiten wird auch die vorhandene PVC-Abdichtungsbahn saniert, und zwar auf einer Gesamtfläche von etwa 240 Quadratmetern. Darüber hinaus werden 32 Durchbrüche in der Decke mit geschweißten Manschetten und auftragbarer Abdichtung saniert.
Dies ist deshalb wichtig, weil die Durchführungsstellen verschiedener Leitungen, Rohre und anderer Bauteile besonders empfindliche Bereiche des Abdichtungssystems darstellen. An diesen Verbindungsstellen kann ohne angemessene Abdichtung Wasser in die Konstruktion eindringen.
Im Rahmen der Bauarbeiten werden auch Spannleisten aus Blech angebracht, anschließend wird eine neue Filtervlies-Schicht auf die vorhandene PVC-Dämmung aufgebracht.
Der Schichtaufbau unter der Grünfläche wird wiederhergestellt
Nachdem die erforderlichen Reparaturen durchgeführt wurden, muss der gesamte Schichtaufbau neu errichtet werden. Auf einer Fläche von etwa 1230 Quadratmetern werden eine neue Wärmedämmung und eine Schutzabdeckung für die Dämmung angebracht, wobei teilweise die vorhandenen Dämmplatten und die zuvor entfernten 40×40 Zentimeter großen Bodenfliesen wiederverwendet werden. Die erforderliche Dicke der wiederherzustellenden Wärmedämmung wird auch unter energetischen Gesichtspunkten überprüft.
Darauf wird der neue Dachbegrünungsaufbau verlegt, zu dem unter anderem das Geotextil DIADEM VLF-200, die Drainageplatte DIADEM DiaDrain 60 sowie die wurzelfeste Folie gehören. Dieser Schichtaufbau gewährleistet, dass das Wasser unter der mit Pflanzen bewachsenen Oberfläche des Parks ordnungsgemäß abgeleitet werden kann, während gleichzeitig die Abdichtung und die darunter liegende Konstruktion geschützt bleiben.
Quelle: Link
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