Energie

Unternehmen bauen wieder ein Kraftwerk im Land

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Entwurf und Fotos: Status KPRIA / Die Fotos wurden bei der Grundsteinlegung und der Unterzeichnungszeremonie aufgenommen.
Das Projekt ist auch deshalb besonders, weil es modernste Technologien – darunter eine Gasturbine, die teilweise auch mit grünem Wasserstoff betrieben werden kann, eine Dampfturbine und einen Wärmerückgewinnungskessel – in einem System vereint.

Eines der bedeutendsten Energieprojekte Ungarns verläuft nach Plan: Mit der Grundsteinlegung im September 2025 begann der Bau des neuen Kombikraftwerksblocks CCGT mit Gasturbine (CCGT – Abkürzung für Combined Cycle Gas Turbine) in Visontán. Das Projekt stellt nicht nur in technologischer Hinsicht einen epochalen Wandel dar, sondern ist auch im Hinblick auf die Versorgungssicherheit, die Klimaziele und die heimische Energiewirtschaft ein Meilenstein.

Auftraggeber des Projekts ist MVM Csoport, die Umsetzung erfolgt durch ein dreigliedriges internationales Konsortium: das ungarische Unternehmen Status KPRIA Zrt., WEST HUNGÁRIA BAU Kft. sowie das ägyptische Unternehmen Elsewedy Power System Projects.

Die Entwicklung wird voraussichtlich bis 2028 eine flexibel regelbare Kapazität von 520 MW für das heimische Stromnetz bereitstellen, der kommerzielle Betrieb könnte Anfang 2029 aufgenommen werden.

Die Fotos wurden bei der Grundsteinlegung aufgenommen.
Fotos: KPRIA

Warum ist dieses Kraftwerk so wichtig?

In Ungarn wurde seit etwa anderthalb Jahrzehnten kein neues Grundlastkraftwerk mehr gebaut. Unterdessen nimmt der Anteil wetterabhängiger erneuerbarer Energiequellen – vor allem Solarenergie – rapide zu, was einen immer größeren Bedarf an schnell startbaren, gut regelbaren Kraftwerken mit sich bringt.

Der Block CCGT in Visont wird genau diese Rolle übernehmen:

  • eine flexibel regelbare Stromerzeugungseinheit, die in der Lage ist, Schwankungen erneuerbarer Energiequellen auszugleichen,
  • trägt zur Stärkung der Versorgungssicherheit bei,
  • und arbeitet mit deutlich geringeren CO2-Emissionen als die früheren Braunkohlekraftwerke.

Modern, flexibel und effizient

Das Wesentliche an Kombikraftwerken ist, dass die Gasturbine und die Dampfturbine in einem System zusammenarbeiten, sodass aus derselben Energiequelle mit deutlich höherer Effizienz Strom erzeugt wird.

Im Falle des im Mátra-Gebirge entstehenden Blocks kommt noch ein weiteres wichtiges Merkmal hinzu:
Die eingebaute Gasturbine vom Typ Ansaldo Energia GT26 ist teilweise auch für die Verbrennung von grünem Wasserstoff geeignet. (Das italienische Unternehmen Ansaldo Energia S.p.A. verfügt über umfangreiches Know-how und Kapazitäten im Bereich der Gas- und Dampfturbinenherstellung sowie über jahrzehntelange Erfahrung in der Wartung – Anm. d. Red.)

Das bedeutet, dass der Verbrauch fossiler Energien in Zukunft noch weiter gesenkt werden kann. Die innovative technische Lösung wird erstmals hier in Ungarn zum Einsatz kommen.

Zu den technischen Anforderungen des Projekts gehören:

  • hohe Effizienz,
  • schnelles Be- und Entladen,
  • strenge Umweltemissionsgrenzwerte,
  • sowie hervorragende Verfügbarkeit.

Dadurch wird sichergestellt, dass die Anlage auch in den nächsten 25 Jahren modern und wettbewerbsfähig bleibt.

„Ungarische Unternehmen haben seit fast 40 Jahren nicht mehr an einem Kraftwerksbau dieser Größenordnung teilgenommen.”

Eine der wichtigsten Botschaften des Projekts lautet:

Ungarische Unternehmen spielen erneut eine entscheidende Rolle beim Bau eines großen Kraftwerks im Inland.

Tamás Németh, Geschäftsführer von Status KPRIA Zrt. und Vertreter des Baukonsortiums, erklärte:

„Das Projekt ist auch deshalb so besonders, weil wir modernste Technologien – darunter eine für die Verbrennung von grünem Wasserstoff geeignete Gasturbine, eine Dampfturbine und einen Wärmekessel – in einem System vereinen, sodass wir im Vergleich zu herkömmlichen Kohlekraftwerken mit deutlich geringeren CO2-Emissionen und höherer Effizienz sowie Flexibilität Strom erzeugen können. Andererseits haben sich seit fast 40 Jahren keine ungarischen Unternehmen mehr in diesem Umfang am Bau eines neuen Kraftwerks beteiligt.”

Tamás Németh, Geschäftsführer von Status KPRIA Zrt.

Bei der Umsetzung des Projekts spielen einheimische Lieferanten eine wichtige Rolle. Die Lieferung der Großtransformatoren, die das Rückgrat der Netzspeisung des Kraftwerks bilden, übernimmt das auf eine 150-jährige Geschichte zurückblickende Unternehmen Ganz Transzformátor- és Villamos Forgógépgyártó Zrt., und auch die Herstellung und Installation der Druckbehälter kann in der kommenden Zeit von ungarischen Unternehmen übernommen werden.

Der Geschäftsführer betonte in einem früheren Interview mit Világgazdaság auch, dass

Das Projekt verläuft nach Plan, die Schlüsselkomponenten – darunter die Turbine – werden termingerecht zur Verfügung stehen, während sich Status KPRIA bereits um ausländische CCGT-Projekte im Westbalkan und in Libyen bewirbt.

Einbindung in eine umfassendere Energiestrategie

Das Projekt in Mátra ist kein eigenständiges Projekt, sondern Teil einer umfassenden Energiestrategie, in der Kraftwerkskapazitäten, erneuerbare Energiequellen und Energiespeicherung sich gegenseitig ergänzen.

Dies zeigt sich deutlich daran, dass Status KPRIA bereits 2025 einen auf Natrium-Schwefel-Technologie (NaS) basierenden Energiespeicher mit einer Leistung von 750 kW und einer Kapazität von 4350 kWh in Litéren in Betrieb genommen hat. Die Entwicklung dient der Netzstabilität und der Bewältigung von Spitzenlasten.

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