Nachrichten aus der Industrie
Ein Logo allein reicht nicht aus, es braucht ein wettbewerbsfähiges Produkt – das zeigt die erste Hälfte des Jahres des Markenprogramms
Die Markenprogramme Premium Magyar Építőanyag und Premium Regionaler Baustoff haben einen Meilenstein nach einem halben Jahr erreicht. Derzeit verfügen bereits rund 50 Produkte über diese Zertifizierung. Laut Építési Vállalkozók Országos Szakszövetsége (ÉVOSZ) dient die Initiative gleichzeitig der Stärkung der Marktposition einheimischer Hersteller, der Information der Käufer und der Verringerung der erheblichen Importabhängigkeit der Bauindustrie.
Sie möchten einheimische Hersteller und bewusste Verbraucher miteinander in Kontakt bringen
Anlässlich der Halbjahresbilanz des Markenprogramms fand am 17. Juni eine Hintergrunddiskussion für Pressevertreter statt, bei der unter anderem einige Mitglieder des Zertifizierungsausschusses sowie Vertreter der Hersteller von Premium-Produkten zu Wort kamen.
Das Gütesiegelprogramm 1. Oktober 2025 von ÉVOSZ als Ergebnis von mehr als eineinhalb Jahren Vorbereitungsarbeit ins Leben gerufen. László Koji, Vorsitzender von ÉVOSZ, betonte, das Ziel sei die Schaffung einer Gemeinschaft, die hochwertige, in Ungarn hergestellte Baustoffe in den Mittelpunkt rückt.
Wie er erklärte, soll die Initiative den Verbrauchern bei der Auswahl qualitativ hochwertiger Produkte helfen und gleichzeitig die Verwendung einheimischer Produkte fördern.
Nach Ansicht des Präsidenten könnte die derzeitige Importabhängigkeit der Bauindustrie von rund 48 Prozent langfristig sogar auf 30 bis 35 Prozent gesenkt werden, wenn im Inland hergestellte Produkte eine größere Rolle auf dem Markt spielen würden.
Die Zertifizierung erstreckt sich nicht nur auf das Produkt, sondern auch auf dessen Hersteller. Im Rahmen der Begutachtung werden unter anderem die Betriebsabläufe des Herstellers, sein Qualitätssicherungssystem, seine fachliche Kompetenz sowie seine langfristige Zuverlässigkeit geprüft.
Nachhaltigkeit ist ein vorrangiger Aspekt
Bei der Vergabe des Gütesiegels spielen neben der herkömmlichen technischen Konformität auch Umweltschutzaspekte eine herausragende Rolle.
Der für die Koordinierung der Bewerbungen zuständige Projektmanager Zsombor Báthy erklärte, dass das im Oktober 2025 eingeführte Gütesiegel „Prémium Magyar Építőanyag“ bislang von neun, überwiegend ungarischen Herstellern für fast 50 Produkte verliehen wurde. Die zertifizierten Produkte decken ein breites Spektrum ab, das von Dämmstoffen und Mauerwerkselementen bis hin zu Dachziegeln reicht.
Das Gütesiegel können Unternehmen erwerben, die in der Regel bereits seit mehreren Jahren erfolgreich tätig sind und mit ihren Produkten herausragende Qualität bieten. Der Experte betonte, dass auch externe Fachpartner eine wichtige Rolle im Bewerbungs- und Zertifizierungsprozess spielen, wie beispielsweise das ehemalige ÉMI, heute bekannt als Ministerium für Verkehr und Investitionen {früher Építési és Közlekedési Minisztérium (ÉKM)} untersteht, das zur Gewährleistung der Glaubwürdigkeit und fachlichen Fundiertheit des Gütesiegels beiträgt.
Der Markt stabilisiert sich
Adrienn Barthel-Malik, Mitglied des Zertifizierungsausschusses von ÉVOSZ und Strategieexpertin für Market Építő Zrt., ist der Ansicht, dass einer der wichtigsten Vorteile des Programms darin besteht, dass es den Markt transparenter macht.
Seiner Meinung nach war das erste halbe Jahr des Markenzeichens „Prémium Magyar Építőanyag“ über den Erwartungen erfolgreich: Bereits mehr als 50 Produkte mit diesem Markenzeichen sind dem System beigetreten, und weitere Anträge werden derzeit geprüft. Dies zeigt, dass die Baustoffhersteller offen für eine objektive Bewertung von Qualität und Nachhaltigkeit sind.
Einer der wichtigsten Vorteile des Zertifizierungsprozesses besteht darin, dass er die Hersteller dazu anregt, ihre eigene technische Dokumentation und ihr Qualitätssicherungssystem zu überprüfen.
Im Rahmen der Begutachtung sind häufig Präzisierungen in der Dokumentation erforderlich, was zur Weiterentwicklung der Produkte und der Herstellungsprozesse beiträgt.
Neben den Qualitätsaspekten spielt auch die Bewertung der Umweltleistung eine herausragende Rolle. Die Bewerber müssen unter anderem Angaben zu den Umweltauswirkungen ihrer Produkte sowie zu den mit der Herstellung verbundenen CO₂-Emissionen machen, was den Nachhaltigkeitsansatz der Branche stärkt.
Dem Experten zufolge besteht ein weiterer bedeutender Erfolg des Gütesiegels darin, dass es einen wichtigen fachlichen und marktbezogenen Dialog über die Qualität und Nachhaltigkeit von Baustoffen angestoßen hat.
Die Initiative könnte langfristig zur Bereinigung des Marktes beitragen und es den Käufern gleichzeitig erleichtern, zuverlässige Produkte auszuwählen.
Nach den Erfahrungen des Zertifizierungsausschusses erfüllen die bisherigen Antragsteller im Wesentlichen die Anforderungen; gleichzeitig trägt das Verfahren dazu bei, dass die Aufgaben im Bereich Qualitätssicherung und Dokumentation bewusster und routinemäßiger gehandhabt werden. Das Gütesiegel ist somit für die Baustoffhersteller nicht nur eine Anerkennung, sondern auch ein Anreiz zur kontinuierlichen fachlichen Weiterentwicklung.
Auch bei staatlichen Investitionen könnten sie eine größere Rolle spielen
Eines der strategischen Ziele von ÉVOSZ ist es, dass Produkte mit diesem Gütesiegel auch bei staatlichen Bauvorhaben eine größere Rolle spielen.
Laut László Koji unterstützt das neu geschaffene Ministerium für Verkehr und Investitionen das Programm, und es wird geprüft, ob die durch das Gütesiegel verkörperten Anforderungen im Rahmen von öffentlichen Ausschreibungen als Nachhaltigkeits- und Qualitätskriterien berücksichtigt werden können.
Der Präsident betonte, dass nicht die Einschränkung des Marktes das Ziel sei, sondern die Anwendung von Bewertungskriterien, die qualitativ hochwertige, nachhaltige und aus kontrollierter Herkunft stammende Produkte bevorzugen.
Das nächste Ziel ist es, die Bevölkerung anzusprechen
Laut ÉVOSZ stand in den ersten sechs Monaten des Programms vor allem die Einbindung der Hersteller im Vordergrund. Die Hauptaufgabe der nächsten Phase wird nun darin bestehen, die Einstellung der Bevölkerung und der Investoren zu beeinflussen.
Die Organisation startet eine Marketingkampagne, um den Bekanntheitsgrad des Gütesiegels zu steigern, und geht davon aus, dass Programme zur Haussanierung und zur Energieeffizienz der Nachfrage nach zertifizierten einheimischen Baustoffen neuen Schwung verleihen könnten.
Auf der Grundlage der aktuellen Ergebnisse ist ÉVOSZ der Ansicht, dass bereits eine ausreichende Anzahl zertifizierter Produkte zur Verfügung steht, damit das Gütesiegel sowohl für Fachleute als auch für Privatkunden einen echten Anhaltspunkt darstellt.
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