Klima-X

Ungarische Premiere: Luftkanäle aus recyceltem Stahl im Univer-Werk in Kecskemét

Veröffentlicht

Fotos: Mihály Erdei/magyarepitok.hu und Lindab
Das erste Bauprojekt in Ungarn, bei dem nachhaltigere Lüftungskanäle eingebaut wurden, sind die Lüftungskanäle aus recyceltem Stahl der Typen Lindab und 75%. Bereits ersten Berechnungen zufolge führt diese umweltfreundlichere Lösung zu einer erheblichen CO₂-Einsparung.

Das Unternehmen Lindab, eines der führenden Lüftungstechnikunternehmen, arbeitet seit langem daran, saubere und frische Luft, die für unsere Gesundheit unerlässlich ist, in geschlossenen Räumen auf nachhaltige Weise verfügbar zu machen. Die Leistungen des Unternehmens im Bereich Klimatechnik finden auch international Anerkennung: Im von Financial Times erstellten Ranking „Europas Klimaführer 2025” belegte Lindab in der Kategorie Bauwesen und Baustoffe den zweiten Platz.

Im Januar startete das Projekt, in dessen Rahmen im Rahmen eines Bauvorhabens erstmals in unserem Land Lüftungskanäle aus recyceltem Stahl eingebaut wurden.

Fotos: Mihály Erdei/magyarepitok.hu und Lindab

Die Erweiterung erfolgt am Standort Kecskemét, Szolnoki út, der zu 100 Prozent im ungarischen Besitz befindlichen Firma Univer-Product Zrt., wo Tomatenkonzentrate, Babynahrung und andere wärmebehandelte Soßen, Dressings sowie Konfitüren und Fruchtsäfte hergestellt werden. Auf dem Werksgelände wird ein fast 70 Jahre altes Gebäude umgebaut und entsprechend den heutigen Anforderungen modernisiert.

Im Rahmen des Investitionsvorhabens wird der Sozialbereich für die Mitarbeiter des Werks renoviert: Die rund 310 Quadratmeter große Fläche, die Umkleideräume und den Speisesaal umfasst, wird komplett saniert. Im Zuge der Umgestaltung entstehen neu gestaltete Innenräume und eine moderne, zukunftssichere Lüftungsanlage, wobei besonderes Augenmerk auf die Steigerung des Komforts für die Mitarbeiter gelegt wird.

Umweltbewusstes Planen und Bauen

Die planerischen Aufgaben im Bereich der Gebäudetechnik im Zusammenhang mit der Gebäudesanierung wurden von G1 Épületgépész Kft. übernommen. Im Rahmen des Projekts ist Logall Kft. für die gesamte lufttechnische Ausführung verantwortlich. Die Offenheit und die umweltbewusste Haltung der beteiligten Unternehmen spielten eine Schlüsselrolle dabei, dass dieses Projekt auch in Ungarn realisiert werden konnte. In mehreren europäischen Ländern werden bereits gerne Luftkanäle aus recyceltem Stahl eingesetzt. Das Ziel ist es, auch in Ungarn umweltfreundlicheren Baualternativen mehr Raum zu geben, um den CO2-Fußabdruck von Gebäuden zu verringern. Logall Kft. ist Partner von Lindab und setzt bei seinen Projekten konsequent auf qualitativ hochwertige, langfristig nachhaltige Lösungen.

Auch bei diesem Projekt wurden Luftkanalsysteme mit hervorragender Luftdichtheit verwendet: Lindab Safe Luftkanäle mit rundem Querschnitt gewählt. Allerdings bestehen alle geraden Elemente der Luftkanäle mit rundem Querschnitt zu 75 Prozent aus recyceltem Stahl – eine Premiere in Ungarn. Insgesamt wurden bei der Sanierung des Sozialgebäudes des Werks in Kecskemét fast 2000 Laufmeter runde Luftkanäle aus Stahlband mit Durchmessern zwischen 140 und 355 Millimetern eingebaut. Die Produkte wurden im Werk Lindab in Biatorbágy hergestellt und entsprechen hinsichtlich ihrer technischen Parameter den Produkten aus herkömmlichem Stahl.

Fast ausschließlich ein Lindab-System

Bei diesem Projekt wurde nicht nur das Luftkanalnetz, sondern nahezu das gesamte Lüftungssystem unter Verwendung von Lindab-Produkten realisiert.

Unter anderem wurde das Modell Lindab eingebaut

  • Safe Rundkanalformstücke,
  • Rechteckige Luftkanalelemente,
  • Schalldämpfer,
  • Regler
  • Anemostaten.

Zu den Vorteilen der DIRU-Regler zählen der geringe Geräuschpegel, der gleichmäßige Luftstrom sowie die festen Messstutzen, die eine genaue Messung des Volumenstroms ermöglichen. Die Regler lassen sich vollständig öffnen, was die Reinigung und Wartung des Systems erleichtert.

Messbare Ergebnisse: Einsparung von 16,7 Tonnen CO₂-Äquivalent

Im Zusammenhang mit dem Projekt haben wir eine Berechnung erstellt, die den CO₂-Fußabdruck der eingebauten Luftkanäle mit rundem Querschnitt aufzeigt. Dem Ergebnis zufolge lassen sich durch den Einsatz von Luftkanälen aus recyceltem Stahl insgesamt 16,7 Tonnen CO₂-Äquivalent einsparen. Die Größenordnung dieser Einsparung lässt sich auch anhand von Beispielen aus dem Alltag gut veranschaulichen.

Diese 16,7 Tonnen CO₂e entsprechen in etwa:

  • mit dem CO₂-Fußabdruck der Herstellung von 2.783 Jeans,
  • mit den Energie- und Betriebsemissionen von 5.567 Hotelübernachtungen,
  • die Umweltbelastung durch die Herstellung von 33.400 Stück Seife à 210 Gramm,
  • bzw. dem Energiebedarf von mehr als 13,5 Millionen Smartphone-Ladevorgängen.

Aus einem anderen Blickwinkel entspricht diese Emissionsmenge auch dem Fall, als ob:

  • wenn wir ein Auto über eine Strecke von fast 98.000 Kilometern nutzen würden,
  • Wir würden 51 MWh Strom von MVM beziehen,
  • wir würden 3,34 Millionen nicht recycelte A4-Blätter herstellen,
  • 76 Hin- und Rückflug Budapest–Rom,
  • oder wir würden 6 847 Kubikmeter Erdgas verbrennen.

Ein Pilotprojekt, das den Weg weisen könnte

Im Rahmen des Projekts Lindab in Kecskemét haben sich die aus recyceltem Stahl hergestellten Luftkanäle laut den während der Bauausführung eingegangenen Rückmeldungen bewährt; es traten weder Maßabweichungen noch Festigkeitsprobleme auf. Die Übergabe des Bauvorhabens ist voraussichtlich im März geplant.
Das Projekt ist das erste Bauvorhaben in Ungarn, bei dem Luftkanäle aus recyceltem Stahl zum Einsatz kamen. Das gemeinsame Ziel der beteiligten Unternehmen ist es, dass das Projekt in Kecskemét als gutes Beispiel dient und auch künftige Bauvorhaben im Land diesem nachhaltigeren Weg folgen.

Recycelter Stahl: ohne technologische Kompromisse

Die umweltschädlichsten Phasen der Stahlherstellung sind der Eisenerzabbau und die Primärstahlproduktion. Das Ziel von Lindab ist die Schaffung einer fossilstofffreien Wertschöpfungskette, in der bereits vorhandener Stahl wieder in den Kreislauf zurückgeführt wird.

Stahl, der zu mindestens 75 Prozent aus recycelten Rohstoffen besteht, lässt sich mit einem um bis zu 60–65 Prozent geringeren CO₂-Ausstoß im Vergleich zu herkömmlichem Stahl herstellen, wobei seine Qualität und seine technischen Eigenschaften denen herkömmlicher Produkte entsprechen. Seit März letzten Jahres sind auch aus der Produktion in Biatorbágy klimafreundlich hergestellte Luftkanäle erhältlich.

Ein Vorteil für den Investor, Einsparungen für den Betreiber

Zu den Zielen des Lindab gehört neben der Verwendung von recycelten Rohstoffen auch, dass die Lüftungssysteme den Energieverbrauch minimieren. Letzteres führt nicht nur zu einer Verringerung des CO₂-Ausstoßes im Betrieb, sondern auch zu erheblichen langfristigen Kosteneinsparungen beim Betrieb.
Die Lösungen des Unternehmens tragen wesentlich zum Erhalt von Gebäudezertifizierungen wie BREEAM, LEED oder WELL bei, die nicht nur den Wert der Immobilie steigern, sondern auch den Komfort und die Gesundheit der dort arbeitenden und nutzend Personen verbessern. Energieeffiziente Lüftungssysteme dienen somit gleichzeitig der Nachhaltigkeit und der Schaffung einer lebenswerteren Umgebung.

Quelle: Link

Beliebt