Was wird gebaut?
Achteckige Kuppelhalle, Dampf- und Badebäder – Eines der historischen Bäder Budapests könnte renoviert werden
Für die Sanierung des Rác-Bades hat die Budapest Gyógyfürdői és Hévizei Zrt. ein bedingtes öffentliches Beschaffungsverfahren eingeleitet, wie aus dem EU-Beschaffungsblatt Amtsblatt veröffentlicht. Ziel der Investition ist es, das historische, unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu renovieren, mit moderner Technik auszustatten und gleichzeitig seinen historischen Wert zu bewahren, damit es wieder seine Pforten öffnen kann.
Aufgrund zahlreicher Eigentums- und Rechtsstreitigkeiten, die seit vielen Jahren andauern, hat sich der Zustand des Bades kontinuierlich verschlechtert und ist sogar gefährlich geworden, sodass eine (erneute) Renovierung des Bades für eine Wiedereröffnung undenkbar ist. Die Planungsarbeiten wurden von der Budapesti Építőművészeti Műhely Kft. durchgeführt.
Historische Mauern mit modernem Inhalt
Die Renovierung betrifft die Immobilie mit der Flurstücknummer 5973/0/A, die sich im 1. Bezirk von Budapest, Hadnagy utca 8–10 befindet. Das insgesamt 8236 Quadratmeter große Gebäude besteht aus einem Keller, einem Erdgeschoss und zwei Obergeschossen und wird komplett renoviert.
Im Rahmen der Umsetzung würde nicht nur eine ästhetische Renovierung stattfinden: Das Projekt umfasst auch die vollständige Modernisierung der strukturellen, architektonischen, maschinellen, wassertechnischen und elektrischen Systeme des Bades, einschließlich der Abbrucharbeiten.
Erneuerbare Becken, Maschinenbau und elektrische Systeme
Ein Schlüsselelement der Sanierung ist die vollständige Erneuerung der Wassertechnik, die das funktionelle Herzstück des Bades bildet. Dazu gehören:
- 11 Befüll- und Entleerungsbecken und 2 Wasserumwälzbecken vollständige Modernisierung der Wassertechnik und Hydraulik,
- Das Gebäude wird renoviert. Warmwasserbereitungssystem, Umwälzpumpen und Motorventile,
- Das Wasserversorgungsnetz wird gespült und desinfiziert.,
- ersetzen Hochwasser- und Abwasserhebewerke, sowie Wasserzähler und deren Armaturen.
Auch die elektrischen Anlagen des Gebäudes würden modernisiert: Neben der Reparatur und gegebenenfalls dem Austausch des Hauptverteilers und 25 Unterverteilern würde auch die gesamte Schwachstrominfrastruktur – Vermögensschutz, Brandmeldeanlage, Kameraüberwachung, Zugangskontrolle, IT- und Beschallungsanlagen – erneuert werden.
Gründach und gepflegte Umgebung
Die Investition würde auch die Dachkonstruktionen nicht unberührt lassen. Die Schichten über den Decken werden auf einer Fläche von 1550 Quadratmetern abgerissen und neu aufgebaut, während auf einer Fläche von 1100 Quadratmetern ein extensives Gründach entsteht. Im Rahmen der Neugestaltung der Außenanlagen werden auf einer Fläche von mehr als 5000 Quadratmetern Pflastersteine und Steinbeläge verlegt oder erneuert, einschließlich der erhöhten und versenkten Bordsteine.
Denkmalschutz und Restaurierungsarbeiten
Das Rác-Bad ist nicht nur ein Gebäude, sondern ein nationales Denkmal, das im Register für Kulturerbe aufgeführt ist und in einem Gebiet mit archäologischen Fundstätten liegt. Dementsprechend ist die Renovierung an eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde gebunden und darf nur unter Einhaltung strenger fachlicher Vorschriften durchgeführt werden.
Bei der Umsetzung ist auch die Mitwirkung von Holz-, Metall- und Silikat-Restauratoren erforderlich, damit die ursprünglichen Werte des Gebäudes – die historischen Strukturen, die verwendeten Materialien und die Details – erhalten bleiben bzw. authentisch wiederhergestellt werden.
Neben dem Becken mit Oberlichtkuppel befinden sich Dampf- und Badewannen.
Laut dem Virtuellen Archiv von Miklós Ybl stand an der Stelle des von den unteren Budaer Thermalquellen gespeisten Heilbades bereits vor der türkischen Herrschaft ein Bad. Während der türkischen Herrschaft wurde die Anlage um eine achteckige Kuppelhalle erweitert und als „Kleines Bad” bezeichnet, später erhielt sie ihren heutigen Namen von den Serben und Rassen, die sich in der Umgebung niedergelassen hatten.
Das Bad ging 1860 in den Besitz des Arztes Heinrich Nepomuk János (1818–1888) über, der seinen Freund Miklós Ybl mit dem Umbau und der Erweiterung des Bades beauftragte, die in der zweiten Hälfte der 1860er Jahre in zwei Etappen durchgeführt wurden. Neben dem Umbau der bestehenden Teile wurden in der ersten Phase zwei neue Kuppelhallen an das Bad angebaut. Neben dem Warmwasserbecken mit Oberlichtkuppel wurden Dampf- und Badekübel sowie Serviceleistungen eingerichtet. Es entstand auch ein kleineres Frauenbad mit Kuppelhallen, Duschen und zusätzlichen Becken.
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