Was wird gebaut?
Der moderne Geflügelverarbeitungsbetrieb in Szentes entsteht in Rekordtempo
Das Unternehmen Hungerit Zrt., einer der ältesten und bedeutendsten Akteure der heimischen Geflügelverarbeitung, führt in Szentes ein groß angelegtes Entwicklungsprojekt durch. Im Rahmen des Greenfield-Projekts auf einer Fläche von rund 10 Hektar entsteht eine Produktionshalle mit einer Grundfläche von fast 23.000 Quadratmetern und einer Gesamtgeschossfläche von rund 31.000 Quadratmetern.
Ziel des Projekts ist es, die derzeitige Kapazität des Unternehmens zu verdoppeln und die modernen Anforderungen in Bezug auf Technologie, Hygiene und Tierschutz umfassend zu erfüllen. Durch diese Investition kann Hungerit seine Position in der nationalen und internationalen Geflügelfleischversorgung weiter stärken.
Aufgeteiltes Bauvorhaben, abgestimmte Zusammenarbeit
Die Durchführung erfolgt in enger Zusammenarbeit durch das Konsortium von Market Építő Zrt. und INETON Kft. in enger Zusammenarbeit. Die Vorbereitungs- und Verwaltungsaufgaben werden gemeinsam wahrgenommen, und auch die Ausschreibung und Überwachung der verschiedenen Facharbeiten wurde aufgeteilt.
Die Bauausführung vor Ort wird vom Hauptbauleiter von Market geleitet: Für das Hauptgebäude ist Market zuständig, während INETON die Bauleitung für die Außenanlagen – einschließlich des Energiegebäudes und der Pförtnergebäude – übernimmt. Aus der Unternehmensgruppe Market sind Moratus Szerkezetépítő Kft., OKM Építőipari és Szolgáltató Kft., die MRKT Padló Kft. sowie das Lean Tech Mérnökiroda Kft. nehmen ebenfalls an dem Projekt teil.
Vielfältige Funktionen in einer komplexen Industrieanlage
Das Investitionsvorhaben umfasst eine aus mehreren Einheiten bestehende, äußerst komplexe Anlage. Im Außenbereich entstehen ein Personen- und Güterzugang sowie ein Energieversorgungsgebäude, das die Energieversorgung der Anlage sicherstellt und Kälte- und Wärmeenergie, Prozesswasser sowie Druckluft bereitstellt.
Im Hauptgebäude sind separate Sanitäranlagen, Büros und Umkleideräume untergebracht, während in den Betriebsbereichen der gesamte Prozess der Geflügelverarbeitung stattfindet: von der Annahme über das Rupfen und Zerlegen bis hin zur Verpackung und Lagerung. Darüber hinaus werden zahlreiche Nebenfunktionen – wie beispielsweise Wartungsräume, Lager für Hilfsstoffe und eine Messerschleiferei – untergebracht.
Die Gestaltung des Gebäudes ermöglicht es der Produktionsleitung, die Abläufe im Blick zu behalten, während die Büros ohne Kontakt zu den Bereichen mit hohen Hygienestandards erreichbar sind. Aufgrund der komplexen räumlichen Verbindungen zwischen den verschiedenen Technikräumen und der strengen Hygienevorschriften ist das Gebäude wesentlich komplexer als eine herkömmliche Industriehalle.
Meilensteine und intensive Bauphase
Das Projekt erreichte im Oktober 2025 den Rohbauzustand. Anschließend wurde das Hauptgebäude bis Mitte Dezember 2025 wasserdicht gemacht, und auch der Industrieboden wurde fertiggestellt. Mitte März 2026 wurden dann die ersten Gebäudeteile für die technische Installation übergeben.
In der aktuellen Bauphase laufen zahlreiche Gewerke parallel, darunter der Stahlbau, die Montage von Sandwichpaneelen, der Einbau von Fenstern und Türen, die Installation von Stark- und Schwachstromanlagen, die allgemeine Gebäudetechnik, die Kältetechnik sowie der Außen- und Versorgungsleitungsbau.
Auf der Baustelle sind durchschnittlich 450 bis 500 Personen gleichzeitig im Einsatz.
Lean – Ein Ansatz für eine effektive Koordination
Die Abstimmung der Arbeiten der verschiedenen Fachbereiche und Technologiezulieferer erfolgt unter Anwendung der Lean-Methodik. An den wöchentlich stattfindenden Koordinierungsbesprechungen werden nicht nur die Subunternehmer, sondern auch die technischen Ausführenden des Auftraggebers einbezogen.
Der Bau und die technische Installation erfolgen in enger Zusammenarbeit:
Zunächst wird das Gebäude für die Aufnahme der Technik vorbereitet, anschließend werden die Tragkonstruktionen und Einbauten installiert und schließlich die elektrischen und haustechnischen Anlagen angeschlossen.
Spezielle technische Lösungen für die Anforderungen der Lebensmittelindustrie
Die technischen Anforderungen machten zahlreiche Sonderlösungen erforderlich. Die Anlieferung der Anlagen erfolgt durch an einigen Stellen des Gebäudes offen gelassene Fassadenwände, in den Industrieboden werden hochpräzise Schienensysteme eingebaut, während die gesamte Konstruktion unter Berücksichtigung der technischen Belastungen dimensioniert wurde.
Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass die Förderbahnen – Förderbänder – durch Brandabschnitte verlaufen; daher kommen spezielle, auf die Technologie abgestimmte Brandschutzabschlüsse zum Einsatz.
Aufgrund der Anforderungen der Lebensmittelindustrie werden die Produktionsräume mit Sandwichpaneelen verkleidet und mit rostfreien Konstruktionen ausgestattet. In den Verarbeitungsräumen wird eine konstante Temperatur zwischen 2 und 8 °C gewährleistet, die Reinigung wird durch Warmwassersysteme mit unterschiedlichen Temperaturen unterstützt, während die Technik durch ein Hochleistungs-Druckluftnetz versorgt wird.
Die Abwasserableitung wird durch geneigte Böden und rostfreie Abflussrinnen gewährleistet, und in den Produktionsräumen wird ein 6 Millimeter dicker, spezieller Kunstharz-Bodenbelag verlegt, der physikalischen und chemischen Belastungen standhält. Alle eingebauten Elemente – von den Toren bis zu den Leuchten – müssen einer chemischen Reinigung mit mittlerem Druck standhalten.
Kontinuierliche Planung und Ausführung parallel
Das Projekt wird im Rahmen des design and build-Konzepts umgesetzt, was bedeutet, dass Planung und Ausführung parallel erfolgen. Dies stellt bei einer derart komplexen Anlage eine besondere Herausforderung dar, da sich die technologischen Anforderungen ständig ändern und während der Ausführung entsprechend angepasst werden müssen.
Eine der wichtigsten Aufgaben des Bauunternehmers besteht darin, durch die Einarbeitung in die technologischen Abläufe optimierte technische Lösungen vorzuschlagen und flexibel auf Änderungen zu reagieren, gegebenenfalls auch durch die Anpassung bereits fertiggestellter Bauwerke.
Nächste Meilensteine und Nachhaltigkeitslösungen
Der nächste wichtige Meilenstein ist die technologische Übergabe des Schneidebereichs, die für Juni 2026 vorgesehen ist.
Die Testläufe werden voraussichtlich bis Ende des Jahres beginnen: zunächst mit Trocken- (Dry Test), dann mit Nass- (Wet Test) Tests. Dazu sind ein fast fertiggestelltes Gebäude sowie funktionierende Elektro-, Haustechnik- und Kühlsysteme erforderlich.
Die nachhaltige Betriebsführung wird durch mehrere Maßnahmen unterstützt: Die Wasserversorgung des Betriebs wird durch Bohrbrunnen und eine Wasseraufbereitungsanlage sichergestellt; darüber hinaus soll in einer späteren Phase ein großflächiger Solarpark errichtet werden, für den die Standortvorbereitung bereits abgeschlossen ist.
Mehr als nur eine Industriehalle
Das Projekt verdeutlicht, dass der Bau einer modernen Lebensmittelproduktionsanlage weit über den Bau einer herkömmlichen Industriehalle hinausgeht. Der Rohbau bildet lediglich die Grundlage: Darauf folgen die spezielle architektonische Gestaltung sowie die Installation umfangreicher maschinentechnischer und elektrischer Anlagen.
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