Energie
Der Ausbau der Gasversorgungsstrecke nach Ungarn befindet sich in der Endphase
Der kroatische Betreiber Plinacro und der ungarische Betreiber Földgázszállító Zrt. (FGSZ) haben sich auf eine Erhöhung der Kapazität der kroatisch-ungarischen Erdgasverbindung geeinigt. Laut einer gemeinsamen Erklärung der beiden Netzbetreiber soll die Kapazität des Grenzübergangs Drávaszerdahely–Alsómiholjác (Donji Miholjac) von Kroatien nach Ungarn von 200.000 auf 400.000 Normkubikmeter pro Stunde erhöht werden.
Voraussetzung für den Ausbau ist die Fertigstellung der Gasleitungen Bosiljevo–Šišk und Kozarac–Šišk.
Laut dem Standortbericht Plinacro von Ende Juli befindet sich der Bau beider Leitungen in der Endphase. Der kürzere Abschnitt Kozarac–Sziszek wird voraussichtlich bis Ende September 2026 fertiggestellt sein, während die Leitung Bosiljevo–Sziszek bis zum Jahresende fertiggestellt werden könnte.
Die erweiterte Kapazität soll planmäßig ab dem 31. Dezember 2026 zur Verfügung stehen.
Es wird eine Leitung mit einer Länge von über 100 Kilometern gebaut
Ein Bestandteil des Projekts ist der Bau der rund 101 Kilometer langen Gasleitung Bosiljevo–Šišk. Das aus Stahlrohren mit einem Nenndurchmesser von DN 800 bestehende System ist für einen Betriebsdruck von 100 bar ausgelegt. Die Leitung verläuft überwiegend unterirdisch; oberirdische Anlagen werden an den Absperrstationen, der Zwischenreinigungsstation und den Gasverteilknotenpunkten errichtet.
Die Trasse der Leitung verläuft durch die Gebiete der Kreise Karlovac und Sisak-Moslavina, größtenteils im bestehenden Infrastrukturkorridor von JANAF.
Teil des Projekts ist unter anderem der Bau von acht Abschnittsspeicherstationen sowie einer Zwischenreinigungs- und Abschnittsspeicherstation. Zudem wird die Mess- und Druckregelstation in Šišk rekonstruiert.
Der Abschnitt Kozarac–Sziszek könnte bis Ende September fertiggestellt sein
Im Rahmen des Projekts wird eine rund 21 Kilometer lange Gasleitung zwischen Kozarac und Šišek gebaut. Dieser Abschnitt wird aus Stahlrohren mit einem Nenndurchmesser von DN 800 errichtet und für einen Betriebsdruck von 100 bar ausgelegt.
Die Leitung beginnt am Gasverteilpunkt Kozarac II und endet an einem Gasverteilpunkt, der auf dem erweiterten Gelände der bestehenden Mess- und Druckregelstation in Šišek errichtet werden soll.
Im Rahmen der Bauarbeiten werden unter anderem die Absperr- und Entlastungsstation Brezovica an beiden Endpunkten der Leitung errichtet sowie die Station Topolovac umgebaut und erweitert. Zudem werden der Korrosionsschutz der Gasleitung und die optische Anbindung fertiggestellt.
Ungarn könnte an den LNG-Terminal an der Küste angeschlossen werden
Die beiden Investitionsvorhaben sind Teil eines umfassenden Ausbaus der kroatischen Gasinfrastruktur. Das Programm umfasst vier Leitungen mit einer Gesamtlänge von 216 Kilometern: Neben den Abschnitten Bosiljevo–Šišak und Kozarac–Šišak gehören dazu die 58 Kilometer lange Leitung Zlobin–Bosiljevo sowie die 36 Kilometer lange Leitung Zabok–Lučko.
Für die Umsetzung des Projekts erhielt das Projekt Plinacro von der Europäischen Union einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 533 Millionen Euro.
Die neue Infrastruktur verbindet den auf der Insel Krk betriebenen Flüssigerdgas-Terminal (LNG-Terminal) mit den Transportwegen in Richtung Ungarn und Slowenien. Die Leitungen werden so ausgelegt, dass sie künftig auch für den Transport von Wasserstoff geeignet sind.
Es werden sowohl Kapazitätserweiterungen als auch eine Diversifizierung der Beschaffungsquellen umgesetzt
Laut Ivica Arar, dem Vorstandsvorsitzenden von Plinacro, erhöht die Investition die aus Kroatien verfügbare Erdgasmenge und stärkt die Stabilität der Gasversorgung in der Region.
Szabolcs I. Ferencz, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der FGSZ, wies darauf hin, dass die Kapazitätserweiterung zur Diversifizierung der Bezugsquellen Ungarns und der Region beiträgt und die Transportroute für kroatisches LNG in Richtung der Binnenländer stärkt.
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