Nachrichten aus der Industrie
Zwei ungarische Unternehmen treiben die Drohnenrevolution in der Baubranche voran
Erstaunliche Zahlen – und was dahintersteckt
All diese interessanten Fakten reichten völlig aus, um uns persönlich über die Hintergründe der Erfolge und die Zukunftspläne dieses Unternehmens zu informieren, das in den 2020er Jahren eine beispiellose Entwicklung vorweisen kann – unter anderem durch eine Verdreifachung seines Umsatzes von Jahr zu Jahr. Wir begannen unseren Bericht im Büro von ABZ Drone Kft. im Hauptsitz in Szentendre, das eng mit ABZ Innovation zusammenarbeitet. Während sich ABZ Innovation als Motor für Produktion und Entwicklung auf den Weltmarkt konzentriert und mittlerweile in fast 30 Ländern mit mehreren hundert Partnern zusammenarbeitet, ist ABZ Drone in den Bereichen Dienstleistungen, Service und Schulung tätig und deckt den heimischen Markt ab.
In den Nachrichten steht derzeit vor allem das Investitionsprojekt von ABZ Innovation in Szentendre im Mittelpunkt, durch das die Produktionsfläche mehr als vervierfacht wird und langfristig jährlich 2000 Drohnen statt der derzeitigen 250–300 hergestellt werden können. Das Ziel ist es, dass das Unternehmen Marktführer in Europa wird, aber auch weltweit unter die Top 3 kommen will. Hinter diesen beispiellosen Zahlen verbirgt sich jedoch eine Art industrielle Drohnenrevolution, in der die Rolle von ABZ Drone mindestens ebenso wichtig ist.
Sie haben aus ihren eigenen Erfahrungen gelernt, was der Markt braucht
Die Geschichte begann vor zehn Jahren mit der Gründung von ABZ Drone. „Wir haben uns als Dienstleistungsunternehmen gegründet, weil wir das Potenzial innovativer Technologien erkannt haben”, erzählte Geschäftsführer Máté Keczer, der zuvor als Fluglotse Erfahrungen gesammelt hatte.
Der Schwerpunkt lag zunächst eindeutig auf der Landwirtschaft: Mit den ersten Sprüh- und Überwachungsdrohnen begann man bereits lange vor Inkrafttreten der EU-Vorschriften damit, die Landwirte mit dieser Technologie vertraut zu machen.
Das Unternehmen ABZ Drone ist auch heute noch in erster Linie ein Dienstleistungsunternehmen: Sein fast zehnköpfiges Team von Fernpiloten übernimmt Aufgaben in der Landwirtschaft, in der Industrie und in zunehmendem Maße auch im Bauwesen. Diese Arbeiten – sei es Überwachung, industrielle Reinigung oder Sicherheitsdienst – lieferten Erfahrungen, aus denen klar hervorging, wozu die auf dem Markt verfügbare Drohnentechnologie fähig ist und wo ihre Grenzen liegen. Dies führte zu der Idee einer eigenen Entwicklung.
Auf europäischer Ebene gab es nämlich einen Mangel an wirklich belastbaren, für den industriellen Einsatz konzipierten und zuverlässigen Drohnen.
Darin liegt eine der größten Stärken der beiden Unternehmen
Nach Fertigstellung der ersten Prototypen wurden Entwicklung und Fertigung vor etwa vier Jahren voneinander getrennt. Aus dem Entwicklerteam des ABZ Drone entstand das ABZ Innovation Kft., dessen vorrangiges Ziel die Produktion und Entwicklung für den internationalen Markt ist; während das ABZ Drone weiterhin den Vertrieb, den Service, die Schulung und die Dienstleistungen im Inland gewährleistet.
„Bei den selbst entwickelten Produkten von ABZ Innovation ist entscheidend, dass ihre Parameter und Eigenschaften auf praktischen Erfahrungen aus der Praxis basieren: Das Team des Fernsteuerungssystems ABZ Drone arbeitet sehr eng mit dem Entwicklerteam von ABZ Innovation zusammen”, erklärte Máté Keczer die Bedeutung dieser Zusammenarbeit.
„Die Erfahrungen aus unseren Dienstleistungen fließen noch am selben Tag in die Arbeit unseres Entwicklerteams ein: Das ist eine der größten Stärken unserer Unternehmen. Im Vergleich zu globalen Drohnenherstellern verschafft uns das enorme Flexibilität und Schnelligkeit!”
Wer gerade nicht am Entwickeln ist, geht fliegen
Hinter diesen Erfolgen steht ein seit Jahren gewachsener, hochprofessioneller Kern, der den Motor für die Weiterentwicklungen bildet. Die Grundlage dafür ist ein starkes emotionales Engagement für die Drohnenbranche. „Bei uns gibt es viele Fanatiker”, sagte Barnabás Martinez, Leiter des Baugewerbesektors bei ABZ Drone, mit einem Lächeln.
„Jeder, der gerade nicht an der Entwicklung arbeitet, schnappt sich ein Gerät und geht fliegen, einfach nur zum Vergnügen. Dabei kommt es vor, dass ihm eine neue Idee kommt, mit der er das Gerät noch effizienter macht – dieser Flow ist Teil der Unternehmensprozesse.”
Reinigen mit einer Drohne? In der Gebäudeverwaltung ist das bereits Realität
Eine der innovativsten Entwicklungen des ABZ Innovation ist die für die industrielle Reinigung konzipierte C-Serie, angeführt vom Modell C10, das kürzlich den Sonderpreis für Produktentwicklung der AGROmashEXPO gewonnen hat.
Die Drohne bringt ein Reinigungssystem mit einem Druck von 200 bar in die Luft und ist bereits in einer Höhe von bis zu 60 Metern einsatzfähig.
Diese Technologie stellt einen bedeutenden Durchbruch in der Gebäudewartung dar: Es sind weder Gerüste noch industrielle Seilzugangstechnik oder Hubarbeitsbühnen erforderlich, wodurch die Arbeiten schneller, sicherer und kostengünstiger durchgeführt werden können. Erfahrungsgemäß arbeitet der C10 bis zu dreimal schneller als herkömmliche Methoden.
Dass diese Methode bereits zum Stand der Technik gehört, zeigt sich daran, dass die Drohnen des ungarischen Unternehmens im vergangenen Jahr an der Fassade des MÜPA eine Reinigungsaktion zu Demonstrationszwecken durchgeführt haben.
Auch in der Bauindustrie gewinnen sie zunehmend an Bedeutung
Der Leiter des Bausektors des Unternehmens gab einen Einblick in den Einsatz der Drohnentechnologie im Bauwesen. „In dieser Branche sind derzeit Überwachungsdrohnen die am weitesten verbreitete Anwendung”, betonte Barnabás Martinez. „Mit ihnen lassen sich zweidimensionale Vermessungen, fotogrammetrische 3D-Modelle und Punktwolken erstellen, mit deren Hilfe präzise Volumen-, Neigungs- und Verschiebungsanalysen durchgeführt werden können. Die mit der Drohne gesammelten Daten lassen sich leicht mit den Plänen abgleichen, sodass Abweichungen frühzeitig erkannt werden können”, fügte er hinzu.
Seinen Angaben zufolge spielen auch Wärmebilduntersuchungen eine immer größere Rolle: „Der energetische Zustand von Solarparks, Industrieanlagen und Gebäuden lässt sich schnell und präzise erfassen – und das so, dass die Informationen sofort an die Entscheidungsträger weitergeleitet werden.”
Er ging auch auf eine spannende neue Richtung ein:
„Mit Sprühdrohnen haben wir bereits in den vergangenen Jahren mehrfach Lackierarbeiten durchgeführt. Diese Anwendung ist sowohl industrieller als auch landwirtschaftlicher Natur, da wir vor allem Folien- und Glasgewächshäuser lackiert haben.”
Ohne Bildung gibt es keinen technologischen Wandel
Sowohl Máté Keczer als auch Barnabás Martinez betonten: In der Bauindustrie ist neben revolutionären neuen Werkzeugen auch ein Umdenken erforderlich. Deshalb legt ABZ Drone großen Wert auf Ausbildung, Pilotprojekte, Tage der offenen Tür und sogar auf Kooperationen mit Hochschulen. Dazu trägt auch das kürzlich von ABZ Drone übergebene showroom bei, wo wir im Rahmen des Berichts die spektakulären Fluggeräte aus nächster Nähe kennenlernen konnten.
All dies dient dem Ziel, einen möglichst intensiven Dialog mit den Akteuren der Bauindustrie zu führen, um herauszufinden, welche Bedürfnisse und Prozesse sie unterstützen können.
Zusammenfassend betonten sie, dass ihr Ziel darin bestehe, die Drohne nicht als fliegende Kamera, sondern als integralen Bestandteil digitalisierter Arbeitsabläufe zu etablieren. Ihre Botschaft ist eindeutig: Die Drohnentechnologie ist nicht die Zukunft, sondern bereits heute ein greifbarer Wettbewerbsvorteil.
Quelle: B LinkB
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