Was wird gebaut?
Steine der Vergangenheit, Lösungen für die Zukunft – Die Rettung der Steinmauern der Zitadelle
Die Citadelle, die auf dem 235 Meter hohen Plateau des Gellértbergs thront, ist nicht nur eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Budapests, sondern zugleich auch ein greifbares Zeugnis der Stadtgeschichte. Die Festung wurde zwischen 1851 und 1854 von den Habsburgern erbaut, unmittelbar nach der Niederschlagung des Freiheitskampfes von 1848–49. An der Planung waren auch Emmanuel Zitta und Ferenc Kasselik beteiligt. Mit dem Bau der Zitadelle wollte der Wiener Kriegsrat nicht nur das rebellische Pest abschrecken, sondern anstelle der veralteten Budaer Burg den ersten Teil eines Festungssystems schaffen, das Pest und Buda umschließen sollte; doch diese Idee wurde schließlich aufgrund fehlender Mittel nicht weiterverfolgt.
Die Festung spielte auch später eine wichtige – und oft düstere – historische Rolle: Während des Zweiten Weltkriegs wurde sie von deutschen Truppen genutzt, 1956 besetzten sowjetische Truppen sie, und der Ort spielte eine strategische Rolle bei der Kontrolle über die Stadt. Nach dem Systemwechsel entwickelte sie sich allmählich zu einem touristischen Ziel und ist heute einer der meistbesuchten Aussichtspunkte Budapests; jährlich besuchen mehrere Millionen Touristen den Gellértberg und die Umgebung der Zitadelle. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts verschlechterte sich der Zustand der Festung jedoch erheblich, und sie wurde für lange Zeit teilweise für Besucher gesperrt.
Foto: Fortepan / Gyula Nagy
Erhaltung des Denkmalwerts, zeitgemäße Nutzbarkeit
Nach den Vorbereitungen für die umfassende Sanierung begann schließlich im Frühjahr 2022 die groß angelegte Renovierung, deren Ziel nicht nur die Erhaltung des Bestands, sondern auch die Neugestaltung des gesamten Areals war: Neben der Bewahrung der denkmalgeschützten Werte sollte das Areal zu einem offenen, modernen Gemeinschaftsraum werden.
Das Projekt wurde im Auftrag von Citadella Vagyonkezelő von ZÁÉV Építőipari Zrt. und das Market Építő Zrt. Konsortium durchgeführt, und die Arbeiten wurden im März 2026 abgeschlossen. Die Größe des Projekts verdeutlicht das Ausmaß der Maßnahme:
Fast 14.000 Quadratmeter Steinfläche wurden gereinigt und restauriert, während zum Schutz der Festungsmauern ein modernes Entwässerungssystem errichtet wurde.
Eines der spektakulärsten Elemente der Neugestaltung ist die „Öffnung” der Festung: Die Citadella, die früher geschlossen war und nur über einen einzigen Eingang verfügte, ist heute an mehreren Stellen begehbar und verfügt über neue Treppenanlagen und Fußgängerverbindungen. Darüber hinaus kommen zeitgenössische architektonische Lösungen zum Einsatz, wie die Fußgängerbrücke aus Glas, die Wasserfläche im Innenhof oder der mehrstöckige Ausstellungsraum.
Das Projekt ist nicht nur aus architektonischer, sondern auch aus landschaftsarchitektonischer Sicht von Bedeutung: Die Grünfläche vergrößert sich um das Eineinhalbfache auf rund 20.000 Quadratmeter, während mehrere Zehntausend Pflanzen – Sträucher, Stauden und Zwiebelgewächse – auf dem Gelände angepflanzt wurden. Im Innenhof der Citadella entstand ein 6.000 Quadratmeter großer öffentlicher Park, der die ehemals abgeschottete Festung in einen echten Gemeinschaftsraum verwandelt.
Schwerpunkt der Sanierung: Mauersanierung und dauerhafter Schutz
Das Besondere an der derzeit laufenden Sanierung ist, dass es sich im Wesentlichen um eine umfassende Mauersanierung handelt. Die aus Naturstein erbaute Struktur der Zitadelle hat im Laufe der letzten anderthalb Jahrhunderte erhebliche Schäden davongetragen, sodass an zahlreichen Stellen nicht nur Reparaturen, sondern ein vollständiger Wiederaufbau erforderlich war. Die Arbeiten fanden von Januar 2022 bis März 2026 in mehreren Phasen statt, wobei Restaurierung, Ersatz und Neuvermauerung parallel zueinander erfolgten.
Eine der Hauptfirmen bei der Durchführung war Pap Lajos Kőfaragó Kft., die die Restaurierungsarbeiten an der Außen- und Innenfassade sowie den Wiederaufbau der ausgewiesenen Wandabschnitte übernahm. Aufgrund der statischen Untersuchungen mussten an mehreren Stellen ganze Wandabschnitte abgerissen und neu errichtet werden.
Im Rahmen der Untersuchungen haben die Archäologen und Steinrestauratoren genau jene Flächen ausgewiesen, die in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten bleiben sollten – dazu gehören auch die Einschusslöcher und die von Soldaten eingravierten Inschriften. An diesen Stellen wurde ausschließlich eine Oberflächenrestaurierung vorgenommen, wobei der Charakter der Spuren bewahrt wurde. In einigen Fällen mussten einzelne Steine herausgenommen, dokumentiert und an anderer Stelle wieder eingebaut werden.
Eine besondere Herausforderung stellte die Rekonstruktion der etwa 30 m² großen panzerbrechenden Sprengspur am östlichen Wandabschnitt der Rondella dar: Diese wurde Stein für Stein abgetragen, nummeriert und anschließend an neuer Stelle entsprechend dem ursprünglichen Muster wieder aufgebaut.
Mapei – Lösungen vom Mauerwerk bis zum Oberflächenschutz
Im Rahmen des Projekts wurden für alle Natursteinmauerwerke einheitliche, auch aus denkmalpflegerischer Sicht geeignete – zementfreie – Materialien ausgewählt. Bei der Wiederherstellung und Ergänzung der Mauerwerke spielten die Produkte Mape-Antique Allettamento und Mape-Antique Eco Rinzaffo. Allettamento diente nicht nur zum Verlegen der Steine, sondern auch zur Herstellung von Aufschüttungen, auf die später restaurierende Mörtelschichten aufgebracht wurden – der Verbrauch belief sich auf rund 600 Tonnen.
Als Teil des Systems wurde die Mape-Antique Ecolastic als streichbare Isolierung eingesetzt – Primer 3296 Grundierung –, die gut zur Farbpalette des Steins aus Sóskút passte. Für die Reparatur- und Ausgleichsarbeiten wurde Mapegrout 430 zum Einsatz, während für spezielle Befestigungslösungen Mapefix VE SF chemische Dübel und in geringerer Menge Mape-Antique Colabile gießbarer Mörtel auf Basis von natürlichem hydraulischem Kalk verwendet. Zum Ausgleichen und Isolieren der Oberflächen wurde Nivoplan Ausgleichsmörtel verwendet, da es wichtig war, den Salzstein von der Betonkonstruktion zu trennen.
Für die Sanierung des gesamten Mauerwerks der Festung wurden mehr als 600 Tonnen Mape-Antique Allettamento verwendet
Die Farbvariante „Tufo“ des Modells Mape-Antique Allettamento passte gut zur ursprünglichen Farbe des Mauerwerks
Einsatz des Mape-Antique Rinzaffo bei der Erneuerung von Mauerwerk
Einsatz des Mape-Antique Rinzaffo bei der Erneuerung von Mauerwerk
Einsatz des Mape-Antique Rinzaffo bei der Erneuerung von Mauerwerk
Bei der Sanierung der Decksteine wurde die zementfreie Abdichtung Mape-Antique Ecolastic verwendet
Bei der Sanierung der Decksteine wurde die zementfreie Abdichtung Mape-Antique Ecolastic verwendet
Bei der Sanierung der Decksteine wurde die zementfreie Abdichtung Mape-Antique Ecolastic verwendet
Zum Abschluss der Restaurierungsarbeiten wurde die gesamte Steinoberfläche hydrophobiert Antipluviol S sowie Antipluviol W Imprägniermitteln behandelt, die das Mauerwerk langfristig vor Feuchtigkeit und Witterungseinflüssen schützen.
Die Rekonstruktion der Zitadelle ist somit nicht nur unter architektonischen und städtebaulichen Gesichtspunkten von Bedeutung, sondern auch hinsichtlich der Materialauswahl und der baulichen Lösungen: Sie ist eines der bedeutendsten Beispiele in Ungarn für die Verbindung von historischer Authentizität und moderner Bautechnik.
Für das Projekt Mapei ist die Wiederbelebung der Citadelle ein Projekt von herausragender Bedeutung, da es an der Sanierung eines aus nationaler Sicht bedeutenden Denkmals mitwirken konnte, das zu den bekanntesten Wahrzeichen Budapests zählt.
Wir sind besonders stolz darauf, dass für die umfassende Sanierung der Natursteinmauern – vom Mauerwerk über die Restaurierung bis hin zur Imprägnierung – durchgängig die systemischen Lösungen unseres Unternehmens gewählt wurden.
Die mehreren hundert Tonnen verbauter Materialien zeugen nicht nur vom Umfang des Projekts, sondern auch von dem fachlichen Vertrauen, das die Bauunternehmer und Planer in die speziell für die Denkmalrenovierung entwickelten Produkte der Serie Mapei gesetzt haben. Die Tatsache, dass diese Materialien sowohl den strengen technischen als auch den ästhetischen Anforderungen gerecht wurden und zur langfristigen Erhaltung der Zitadelle beitragen, ist für Mapei eine eindeutige fachliche Bestätigung.
Das Konzept der Sanierung geht über eine bloße architektonische Erneuerung hinaus: Nach den Plänen soll das ehemalige Symbol der Unterdrückung zu einer „Bastion der Freiheit” werden. Diese Umgestaltung knüpft zugleich an das Gewicht der Vergangenheit und an die Bedürfnisse der Gegenwart an: Es entsteht ein historischer Ort, der nicht nur an die Vergangenheit erinnert, sondern auch ein aktiver Teil des städtischen Lebens in Budapest sein will.
Schau dir das vor Ort gedrehte Video an!
ADATOK
Bezeichnung der Referenz: Citadella
Arbeiten mit Produkten der Serie Mapei: Mauerwerkssanierung
Veranstaltungsort: Budapest
Baujahr: 2022–2026
Investor: Citadella Vagyonkezelő Nonprofit Kft.
Architekt: Art1st Design Stúdió Kft.
Generalunternehmer: ZÁÉV Építőipari Zrt., MARKET Építő, Zrt.
Projektabwicklung: ÉMI/ÉKM
Fachbetrieb: Pap Lajos Kőfaragó Kft.
Mapei Ansprechpartner: Károly Habling
Mapei Partnerhändler: Bau-Systeme 92 Kft., Új Ház Hofstädter
Foto: Homestage Film
Empfehlenswerte MAPEI-PRODUKTE
Mauerwerkssanierung: Mape-Antique Allettamento, Mape-Antique Rinzaffo, Mape-Antique Ecolastic, Mape-Antique Colabile, Primer 3296, Mapegrout 430, Nivoplan, Mapefix VE SF, Antipluviol W, Antipluviol S
Quelle: Link
-
Straßenbau 2026. 04. 07.Innovation auf der Autobahn: digitale Modelle, Drohnen und zukunftsorientierte Lösungen im Betrieb
-
Was wird gebaut? 2026. 04. 07.Die Zitadelle von Budapest ist eröffnet – Die Renovierung der Zitadelle ist abgeschlossen
-
Nachrichten aus der Industrie 2026. 04. 07.Die größten Probleme mit Pflastersteinen wurden gelöst
-
Was wird gebaut? 2026. 04. 07.Das Galerius in Siófok wurde als ganzjährig geöffnetes Erlebnisbad wiedereröffnet