Was wird gebaut?

Die neuen Entwässerungskanäle der Autobahn M1 werden nicht in offenen Gräben, sondern in geschlossener Schildbauweise errichtet

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Im Rahmen des Ausbaus der Autobahn M1 errichtet Colas Alterra ein neues Regenwasserableitungssystem. Anstelle offener Grabenbauarbeiten setzen die Fachleute die AVN-Mikrotunnelbau-Technologie ein.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Autobahn M1 werden im Rahmen des Auftrags V-Híd Zrt. neue Regenwasser-Durchlässe auf dem Abschnitt zwischen den Kilometermarkierungen 48+740 und 68+154 sowie unter den betroffenen Ausfahrtsspuren gebaut. Die im Rahmen des Auftrags Colas Alterra Zrt. errichteten Bauwerke sammeln und leiten auch das Regenwasser von den neuen Fahrspuren der Autobahn ab.

 

Im Rahmen des Bauvorhabens werden neue Bauwerke errichtet; darüber hinaus werden neben den bestehenden Durchlässen mit kleinerem Durchmesser neue Durchlässe aus Stahlbeton gebaut. Die fertiggestellten Durchlässe werden an die Entwässerungsgräben angeschlossen und fügen sich so in das gesamte Entwässerungssystem der M1 ein.

 

Das Entwässerungssystem wird gebaut, ohne den Verkehr auf der Autobahn zu beeinträchtigen

Eine der wichtigsten technischen Besonderheiten des Bauvorhabens – wie wir vom Bauleiter des Projekts Colas Alterra erfahren haben – besteht darin, dass die Durchlässe nicht im offenen Grabenverfahren, sondern im Verfahren ohne Aushub errichtet werden. Er fügte hinzu, dass der Hauptgrund dafür die Aufrechterhaltung des Autobahnverkehrs sei: Die Regenwasserableitungsanlagen könnten so ohne oberirdische Aufbrüche und ohne weitere Verkehrsbeeinträchtigungen fertiggestellt werden.

 

Der Bohrschild im Einsatz

Das Wesentliche der bei den Arbeiten eingesetzten AVN-Technologie mit geschlossenem Schild besteht darin, dass sich der Bohrschild unterirdisch mit geschlossener Stirnabstützung vorwärtsbewegt, während hinter ihm kontinuierlich Stahlbetonrohre eingepreßt werden. Dieses Verfahren gewährleistet auch während der Montagearbeiten und in den Pausen eine stabile Abstützung der Vortriebsfront. Ein weiterer Vorteil der eingesetzten Technologie besteht darin, dass die Vortriebsarbeiten mechanisiert sind. Während des Einpressvorgangs müssen sich keine Mitarbeiter im Tunnel oder im Rohr aufhalten; die Steuerung erfolgt von einem oberirdisch aufgestellten Steuercontainer aus.

 

Drei Rohre mit unterschiedlichen Durchmessern werden gepresst

Im Rahmen des Bauvorhabens Colas Alterra Zrt. werden insgesamt neun neue Durchlässe errichtet. An zwei Standorten werden Stahlbetonrohre mit einem Durchmesser von DN1000 und einer Länge zwischen 30 und 38 Metern eingepreßt. An einem Standort entsteht ein Rohrdurchlass mit einem Durchmesser von DN1200 und einer Länge von 51 Metern. An weiteren sechs Standorten werden Rohre mit einem Durchmesser von DN1400 verlegt, deren Länge zwischen 48 und 65 Metern variiert. Die einzubauenden Pressrohre aus Stahlbeton wurden von AGM Beton Zrt. hergestellt.

 

Die Erkundung der Versorgungsleitungen und die Einrichtung der Schächte bilden die Grundlage für die Verpressung

Die Arbeiten beginnen mit einer Bestandsaufnahme und anschließender Erkundung der Versorgungsleitungen. Dies ist eine der kritischsten Vorbereitungsphasen der Bauausführung, da die genaue Lage der vorhandenen Versorgungsleitungen maßgeblich die Voraussetzungen für eine sichere Arbeitsausführung bestimmt. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor auf der Baustelle ist die Frage, aus welchem Material genau der bestehende Autobahn-Dammkörper besteht.

 

Nach der Erkundung der Versorgungsleitungen werden die Arbeitsbereiche auf der Start- und der Zielseite eingerichtet. Im Rahmen des Projekts werden neun Standorte auf der Start- und neun auf der Empfangsseite eingerichtet. Die Abgrenzung der Arbeitsbereiche der Startschächte erfolgt in lehmigem sowie sandig-schlammigem Boden durch das Einrammen von Platten, da die für die Presstechnologie erforderlichen Hilfskonstruktionen – unter anderem die Ausstiegswand und die Stützwand – diese Lösung erfordern.

 

Durch die Wiederverwendung von Wasser wird die Umweltbelastung verringert

Nachdem der Startschacht fertiggestellt ist, wird die Pressanlage zum Einsatzort transportiert und dort montiert. Mit dem eigentlichen Pressvorgang kann erst begonnen werden, nachdem die Anlage auf der Startseite zusammengebaut und die Aufschüttung auf der Empfangsseite fertiggestellt wurde.

Im Verlauf des Arbeitsprozesses schreitet der Bohrschild voran, während hinter ihm die Stahlbetonrohrleitung schrittweise eingebaut wird. Sobald ein Rohr eingepreßt wurde, müssen am Tunneleingang alle Leitungen, Schläuche und Kabel getrennt werden. Nach dem Einheben des nächsten Rohrs werden diese wieder angeschlossen, woraufhin das Einpressen fortgesetzt werden kann.

Der Bauleiter des Projekts Colas Alterra erklärte, dass die AVN-Technologie zwar mit Wasserverbrauch verbunden sei, das während der Bauarbeiten verwendete Wasser jedoch durch ein Trennsystem gereinigt und anschließend wiederverwendet werde. Durch diesen geschlossenen Betriebsablauf trägt die Technologie auch zur Verringerung der Umweltbelastung bei.

 

Millimetergenaue Kurshaltung in der Tiefe

Die exakte Führung des unterirdisch verlaufenden Bohrschilds wird durch das ELS-Steuerungssystem gewährleistet. Das System liefert dem Maschinenführer sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung kontinuierlich Rückmeldungen. Teil des Steuerungssystems ist ein über dem Rohr angebrachtes Messrad, das Informationen darüber liefert, in welcher Länge das Rohr eingetrieben wurde, und Rückmeldung über die Eintriebsgeschwindigkeit gibt. Zu den weiteren Komponenten des Systems gehören der industrielle Rohrlaser und die elektronische Zieltafel.
Der Laser ist hinter dem Einpressrahmen im Startschacht untergebracht, wo die Richtung sowie der Anstieg oder Abfall präzise eingestellt werden. Die in einer festen Position im Bohrschild montierte elektronische Zieltafel verarbeitet das einfallende Laserlicht, und die Daten werden vom Computer im Steuerungscontainer für den Maschinenbediener angezeigt. Das System ermöglicht eine millimetergenaue Richtungsführung.

 

Die Bauwerke werden mit vorgefertigten Kopfstücken und Grabenverkleidungen abgeschlossen

Nach dem Einpressen der Rohre folgen die Abschlussarbeiten an den Durchlässen. Bei der Ausführung des Projekts Colas Alterra Zrt. werden vorgefertigte Vorstücke an den Enden der eingepressten Rohrabschnitte angebracht. Ausgehend von den Vorstücken wird auf beiden Seiten auf einer Länge von jeweils 5 Metern eine Grabenverkleidung aus vorgefertigten Elementen errichtet.
Zu den Aufgaben an den Baustellen gehört auch der Einbau der vorgefertigten Schächte. Nach dem Rohrvortrieb schließen der Einbau der Vorstöße und der Schächte, die Fertigstellung der Grabenauskleidung sowie die Rückbauarbeiten an den Arbeitsbereichen auf der Start- und Zielseite den Bauprozess ab.
Die betroffenen Durchlässe werden voraussichtlich Ende 2026 bzw. Anfang 2027 fertiggestellt sein, sofern keine Neuplanung erforderlich wird. Der Termin wird jedoch auch erheblich durch die äußerst komplexe Organisation der Baustelle beeinflusst.

 

 

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