Straßenbau

Warum lohnt es sich, in Afrika Straßen zu bauen? Alles, was man über das Projekt „GED Afrika“ wissen muss

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Fotos: Duna Group und die Facebook-Seite von GED Afrika
Das afrikanische Infrastrukturentwicklungsprojekt Duna Group lässt sich weder mit Straßenbauprojekten in Afrika noch mit Autobahnausbaumaßnahmen in Ungarn vergleichen; wir zeigen Ihnen, worum es bei diesem Konzept in seiner Gesamtheit geht.

Unter der Referenznummer Duna Group wurde ein ausführlicher Bericht über das Engagement des Unternehmens in Afrika veröffentlicht. Das auch von unserer Zeitung verfolgte Projekt GED Africa wird von der Unternehmensgruppe auf ihrer Website als ihre bislang größte internationale Investition vorgestellt, die der Realisierung eines in Afrika von herausragender Bedeutung seienden Handelskorridors dient. Im Rahmen des Projekts werden unter anderem 184 Kilometer öffentliche Straßen und eine Grenzbrücke auf dem Gebiet der Demokratischen Republik Kongo und Sambias gebaut.

Es wird betont, dass die Finanzierung und der Betrieb eines Vorhabens dieser Größenordnung, das mehrere Länder und Finanzakteure betrifft, äußerst komplex sind. In der Zusammenfassung werden neben den wichtigsten Fakten zum Projekt auch die wesentlichen Zusammenhänge hinsichtlich der Finanzierungs-, Betriebs- und Wirtschaftskonstruktion dargestellt.

Die beiden staatlichen Banken haben für die Finanzierung eine staatliche Bürgschaft beantragt

Aus dem Bericht geht hervor, dass die Finanzierung des Projekts von der EXIM-Bank und der an dem Prozess beteiligten MFB nach einer fast zehnmonatigen finanziellen, rechtlichen und risikobezogenen Prüfung genehmigt wurde.

Zur Umsetzung des Finanzierungskonzepts hatten die beiden staatlichen Banken eine staatliche Bürgschaft beantragt, die ihnen vom ungarischen Staat gewährt wurde. „Diese Bürgschaft galt nicht für Duna Aszfalt Zrt., sondern diente den finanzierenden Banken als Sicherheit für die Durchführung der Anleiheemission”, betonen sie.

„Die Entscheidung über die Bürgschaft wurde von der ungarischen Regierung und den zuständigen staatlichen Stellen im Rahmen ihrer eigenen Zuständigkeiten getroffen; Duna Group hatte darauf weder Einfluss noch Entscheidungsbefugnis.”

Sie fügen hinzu, dass der ungarische Staat nach der Übernahme der Bürgschaft eine Bürgschaftsgebühr erhält, die von der Gesellschaft gezahlt wird.

Die Bürgschaft ersetzt nicht die Haftung des Unternehmens

In dem Schreiben wird zudem hervorgehoben, dass die finanzierenden Banken den Kredit nicht an die afrikanische Projektgesellschaft, sondern an Duna Aszfalt Zrt. vergeben haben, sodass in erster Linie Duna Aszfalt Zrt. mit seinem eigenen Vermögen für die Rückzahlung des Kredits haftet. Begünstigte der staatlichen Bürgschaft ist nicht Duna Group, sondern die finanzierenden Banken.

Sie erklären, dass die Bürgschaft ausschließlich als Sicherheit für den Fall dient, dass Duna Aszfalt Zrt. trotz aller ihm zur Verfügung stehenden Mittel und seines gesamten Vermögens seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann.

Die Bürgschaft ersetzt also nicht die Haftung des Unternehmens, sondern verringert das Risiko der finanzierenden Banken.

Es sichert dem Staat Zinserträge, die über dem Marktdurchschnitt liegen

Im weiteren Verlauf wird auch erläutert, warum sich die Finanzierung des Projekts für den ungarischen Staat lohnt und welchen Nutzen die ungarischen Steuerzahler daraus ziehen werden. „Die Finanzierungskonstruktion des Projekts ist in mehrfacher Hinsicht vorteilhaft für den ungarischen Staat und indirekt auch für die ungarischen Bürger”, heißt es in der Zusammenfassung. Es wird daran erinnert, dass Duna Aszfalt Zrt. für die staatliche Bürgschaft eine Bürgschaftsgebühr entrichtet, die dem Staat direkte Einnahmen verschafft.

Zudem weisen die zur Finanzierung des Projekts ausgegebenen Anleihen Zinssätze auf, die über dem Marktdurchschnitt liegen und einen erheblichen Risikoaufschlag beinhalten. Da die Anleihen von Finanzinstituten in staatlichem Besitz gezeichnet wurden, fließen die Zinserträge ebenfalls in das staatliche Finanzsystem. „Das bedeutet, dass der erfolgreiche Betrieb dieser Konstruktion nicht nur der Umsetzung des Projekts dient, sondern auch Einnahmen für den Staat generiert, was indirekt der ungarischen Gemeinschaft und den Steuerzahlern zugutekommt”, heißt es in der Mitteilung.

Die Stabilität der Unternehmensgruppe wird durch Projekte in mehreren Ländern gestärkt

Darüber hinaus wird auch darauf eingegangen, dass die Sicherheit der Finanzierung durch die Diversifizierung von Duna Group weiter gestärkt wird. Die Unternehmensgruppe stützt sich nämlich nicht auf ein einziges Projekt: Über die Duna Aszfalt Zrt. sind neben der ungarischen auch polnische, tschechische, slowakische und rumänische Tochtergesellschaften im Baugewerbe tätig, sodass die finanzielle Stabilität der Unternehmensgruppe durch Projekte in mehreren Ländern und Einnahmen aus verschiedenen Märkten untermauert wird.

Dadurch hängt das Risiko der finanzierenden Banken nicht ausschließlich vom Erfolg des afrikanischen Projekts ab.

In diesem Zusammenhang betonen sie, dass das Unternehmen alle Zins- und Schuldendienstverpflichtungen im Zusammenhang mit den begebenen Anleihen bislang vollständig erfüllt hat und auch in Zukunft entsprechend vorgehen will.

Je erfolgreicher das Projekt ist, desto schneller verringert sich die Verbindlichkeit

Im Folgenden wird auch das Wirtschaftsmodell des Projekts erläutert, in dessen Rahmen 184 Kilometer öffentliche Straßen und eine Grenzbrücke gebaut werden sollen. Es wird beschrieben, dass die Einnahmen des Projekts Duna Group aus den Mautgebühren stammen werden, die während des Betriebs der errichteten Infrastruktur erhoben werden.

Gemäß der Finanzierungsstruktur dienen diese Einnahmen in erster Linie der vorzeitigen Tilgung der Anleihe, sodass der erfolgreiche Betrieb des Projekts unmittelbar zu einer schnelleren Rückzahlung der Finanzierung und einer Verkürzung der Laufzeit beiträgt. Je erfolgreicher der Betrieb des Projekts ist, desto schneller verringert sich die ausstehende Finanzierungsverbindlichkeit und damit auch das Risiko der finanzierenden Banken.

Weder mit Straßenbauprojekten in Afrika noch mit Autobahnausbauprojekten im Inland lässt sich dies vergleichen

In Bezug auf die Faktoren, die die Kosten des Vorhabens bestimmen, wird Folgendes erläutert: Ein Vergleich der Kosten internationaler Infrastrukturentwicklungsprojekte ausschließlich auf der Grundlage der Baukosten pro Kilometer vermittelt kein realistisches Bild.

Es wird betont, dass es sich beim Kasomeno–Mwenda-Projekt nicht um eine Autobahn handelt, sondern um den Bau und Betrieb einer etwa 184 Kilometer langen, zweispurigen Landstraße, deren technische Ausgestaltung sich erheblich von einem ungarischen Autobahnprojekt unterscheidet. Die afrikanischen Boden- und geologischen Gegebenheiten erfordern andere technische Lösungen.

Zum Investitionsvorhaben gehören außerdem eine 362 Meter lange Grenzbrücke, zwei moderne Grenzübergangsstellen mit jeweils einer Haltestelle sowie der vollständige Aufbau der Infrastruktur für die elektronische Mauterhebung und den Betrieb. Daher lässt sich weder mit den Kilometerkosten anderer afrikanischer Projekte, die ausschließlich Straßenbauelemente umfassen, noch mit denen heimischer Autobahnausbauprojekte ein fachlich fundierter Vergleich anstellen.

Sie betonen zudem, dass die Baukosten durch den Wettbewerb auf dem Markt bestimmt wurden. Die internationalen und lokalen Partner sowie die Subunternehmer wurden im Rahmen eines offenen Ausschreibungsverfahrens ausgewählt, an dem alle geeigneten Marktteilnehmer teilnehmen konnten.

Das beinhaltet das Projekt

Abschließend werden in der Zusammenfassung auch die Einzelheiten des Projekts GED Africa vorgestellt, das auf dem Gebiet der Demokratischen Republik Kongo und der Republik Sambia durchgeführt wird. Im Rahmen des Vorhabens

  • eine fast 184 Kilometer lange Straße,
  • eine 362 Meter lange Grenzbrücke,
  • zwei moderne Grenzübergänge
  • und die für ihren Betrieb erforderliche Infrastruktur wird aufgebaut.

Auf die dreijährige Bauphase folgen 22 Jahre Betrieb und Instandhaltung

Die neue Route verkürzt den Transportweg zwischen den Bergbaugebieten der Provinz Haut-Katanga und dem tansanischen Hafen Dar es Salaam um rund 500 Kilometer und senkt damit die Transportzeit und die Logistikkosten erheblich. Die beiden neuen, modernen Grenzübergänge beschleunigen zudem den Grenzübertritt zwischen den beiden Ländern erheblich und verbessern so die Effizienz von Verkehr und Handel weiter.

Das Projekt wird im Rahmen einer 25-jährigen PPP-Konstruktion (Public–Private Partnership) umgesetzt. Auf die 2024 begonnene, dreijährige Bauphase folgen 22 Jahre Betrieb und Instandhaltung. Das Projekt wird unter der fachlichen Leitung von Duna Group von internationalen und lokalen Unternehmen realisiert.

Zahlreiche internationale Unternehmen entscheiden sich für diese Projektstruktur

Das Projekt wird von der in Mauritius registrierten Projektgesellschaft Duna Group, der GED Africa Ltd., umgesetzt. Mauritius ist eines der wichtigsten Finanz- und Wirtschaftszentren für internationale Investitionen in Afrika. Zahlreiche internationale Unternehmen entscheiden sich für diese Struktur, da sie ein gut ausgebautes Umfeld für Finanzdienstleistungen bietet und zudem mit mehreren afrikanischen Ländern Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen hat, während Ungarn mit den betreffenden Ländern keine solchen Abkommen unterhält.

In einem internationalen Ranking, das die Körperschaftssteuersysteme bewertet, belegte Mauritius im Jahr 2024 den 15. Platz, während die Schweiz auf Platz 4 und Ungarn auf Platz 22 lag. Im Ranking von 2025 belegte Mauritius den 16. Platz, Ungarn den 21. und die Schweiz den 3. Platz.

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