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Wenn jede Sekunde zählt – deshalb ist moderner Brandschutz so wichtig

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Fotos: Illustration / Lindab und magyarepitok.hu / Mihály Nagy / Mihály Erdei
Brandschutz ist keine administrative Verpflichtung, sondern eine echte Aufgabe des Risikomanagements. Dank der Entwicklungen ist die Lüftungstechnikbranche in der Lage, unsere Gebäude mit kompletten Systemen sicher zu machen.

Im Zusammenhang mit dem Brand in Crans-Montana in der Schweiz wies László Koji, Vorsitzender von ÉVOSZ, auf wichtige Dilemmata und Aufgaben im Bereich des Brandschutzes in Ungarn hin. Brandschutz ist eine Aufgabe, an der viele Akteure beteiligt sind. In unserem Land legen die einschlägigen Rechtsvorschriften die grundlegende Verantwortung für die Bauindustrie fest – für Brandschutzplaner und -ausführer sowie für den Betreiber. Der Vorsitzende des Fachgremiums wies auch darauf hin:

„ (…) man muss auch dann an der professionellen Prävention festhalten, wenn sie kostspielig ist und die Versuchung groß ist, daran zu sparen.”

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Maßnahmen für den Brandschutz in Gemeinschaftsgebäuden

Koji László fügte hinzu: Aufgrund der vereinfachten behördlichen Verfahren, die bei neuen Anlagen angewendet werden, wird das Sicherheitsniveau nicht an Kontrollpunkten, sondern am Reißbrett und während der Ausführung festgelegt.
Gemäß ÉVOSZ:

Es ist realistisch anzunehmen, dass zahlreiche öffentliche Gebäude in Ungarn Mängel hinsichtlich der Einhaltung der Vorschriften aufweisen und dass weder Experten noch Behörden über unbegrenzte Kapazitäten für die erforderlichen umfassenden Überprüfungen verfügen.

Die Organisation betonte die Bedeutung der verantwortlichen technischen Leiter und technischen Prüfer und forderte eine Ausweitung der Brandschutzschulungen.
Die TSZVSZ (Ungarischer Brandschutzverband) Änderungen vor und drängt auf eine Überarbeitung der nationalen Brandschutzvorschriften, die aufgrund des technologischen Fortschritts, die massenhafte Verwendung neuer Bauprodukte und -materialien, die Veränderung der Gebäudenutzungsgewohnheiten, der Einfluss der digitalen Kultur auf die Gefahrenwahrnehmung sowie die besonderen Bedürfnisse einer alternden Gesellschaft erforderlich machen.Mária Lestyán, die Vorsitzende der Berufsorganisation, ist überzeugt, dass „Brandschutz kein abgeschlossener Konformitätszustand ist, sondern ein kontinuierlicher Lern- und Anpassungsprozess”.

Brandschutz wurde zu einer Aufgabe für Ingenieure

Das ungarische Regelwerk – basierend auf den nationalen Brandschutzvorschriften und den technischen Brandschutzrichtlinien – schreibt keine konkreten technischen Lösungen vor, sondern legt ein erwartetes Sicherheitsniveau fest. Im Labyrinth der Vorschriften half uns Gábor Dávid, der beratende Konstrukteur von Lindab, den Überblick zu behalten.

Fünf EU- und nationale Brandschutzgrundsätze sind zu beachten:

  1. Stabilität im Feuer – Die tragenden Strukturen des Gebäudes müssen so lange wie nötig stehen bleiben, damit Rettungsmaßnahmen und Eingriffe gewährleistet sind.
  2. Feuer und Rauch unter Kontrolle halten – Die Entstehung und Ausbreitung des Feuers sowie die Ausbreitung von Rauch und giftigen Gasen müssen begrenzt werden, um die Flucht und die Löscharbeiten zu ermöglichen.
  3. Verhinderung der Ausbreitung von Feuer – Die Ausbreitung des Feuers innerhalb des Gebäudes und auf benachbarte Gebäude muss durch ausreichende Abstände und bauliche Maßnahmen verhindert werden.
  4. Sichere Entleerung – Das Gebäude muss rechtzeitig und sicher verlassen werden können.
  5. Schutz der Einsatzkräfte – Es müssen Bedingungen geschaffen werden, unter denen Feuerwehrleute und Rettungskräfte sicher und effizient arbeiten können.

Dieser Ansatz macht den Brandschutz zu einer ingenieurtechnischen Aufgabe. Gábor Dávid fügte hinzu, dass es in der Verantwortung des Planers liege, zu entscheiden, ob er eine Standardlösung anwendet, den Empfehlungen der TvMI folgt oder ein davon abweichendes System plant, das jedoch das gleiche Sicherheitsniveau gewährleistet.

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Die Bedeutung der Wärme- und Rauchabführung

Bei einem Brand ist die Ausbreitung von Rauch oft ein lebensbedrohliches Problem. Daher ist die Freihaltung der Fluchtwege eine vorrangige Aufgabe, sodass die Wärme- und Rauchabführung einer der kritischsten Bestandteile eines umfassenden Brandschutzkonzepts für das gesamte Gebäude ist. Dies ist nicht für alle Gebäudetypen vorgeschrieben, aber in Bürogebäuden, Theatern, öffentlichen Einrichtungen, Hotels und großen Bildungsgebäuden ist der Einsatz mechanischer Systeme mittlerweile gängige Praxis. Bei bestehenden Gebäuden ist eine nachträgliche Installation noch weniger verbreitet, doch bei einer Funktionsänderung oder einem umfangreichen Umbau wird immer häufiger diskutiert, dass ein der neuen Nutzung entsprechendes Brandschutzniveau nur noch mit maschinellen Lösungen gewährleistet werden kann.

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Systematisches Denken erhöht die Brandsicherheit

Der Experte von Lindab erklärte, dass eine effiziente Wärme- und Rauchabfuhr nicht nur von der Eignung der einzelnen Elemente abhängt, sondern auch von deren Zusammenspiel.

Das System muss die in dem geschützten Raum entstehende oder dort eindringende Wärme und den Rauch kontrolliert ableiten.

Die Wärme- und Rauchabführung besteht nicht nur aus Luftkanälen: Dazu gehören auch Absaug- und Luftzufuhrventilatoren, die bis zu einer bestimmten Temperatur und für eine bestimmte Zeitdauer für die Absaugung sorgen und so die für die Flucht und den Einsatz der Feuerwehr erforderlichen Bedingungen gewährleisten. Rauchklappen regeln durch Öffnen und Schließen die Funktion der Wärme- und Rauchabzugskanäle, während Brandschutzklappen die Ausbreitung des Feuers auf benachbarte Brandabschnitte verhindern. Wichtige Glieder in der Kette des Systems sind die automatische Brandschutzsteuerung sowie die Kompensatoren, die die Wärmeausdehnung auffangen und bei thermischer Belastung die Stabilität der sich ausdehnenden Luftkanäle gewährleisten. Zu einer Komplettlösung können auch feuerhemmende Schalldämpfer, Gitter und manuell regulierbare Klappen gehören. Gábor Dávid erklärte, dass ein systemisches Denken erforderlich sei.

Das Wärme- und Rauchabzugssystem oder das Luftzufuhrsystem muss systematisch klassifiziert werden, auch wenn die einzelnen Komponenten für sich genommen klassifiziert sind.

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Ein einziges schwaches Glied kann fatal sein

Lindab ist einer der wenigen Anbieter auf dem Markt für Lufttechnik, der mit Lindab Protect vollständig systemgeprüfte Lösungen für den Wärme- und Rauchabzug von Maschinen anbietet. Alle Produktkomponenten verfügen über Zertifizierungen gemäß den einschlägigen europäischen Normen, wodurch die Planungs- und Ausführungsrisiken insbesondere bei komplexen oder großen Anlagen erheblich reduziert werden.
Gábor Dávid nennt als gutes Beispiel die Alba Arena in Székesfehérvár als gutes Beispiel an.

Die Alba Arena verfügt über Brandschutzlösungen vom Typ Lindab, die an die besonderen Anforderungen des Gebäudes angepasst sind.
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Die Anforderungen an die Wärme- und Rauchabführung der großräumigen Sportanlage wurden durch die inländische Produktionskapazität des Modells Lindab erfüllt. Das Werk in Biatorbágy stellte die Herstellung der großformatigen, einteiligen Teilsysteme sicher. Es gibt einen grundlegenden Unterschied zwischen den Wärme- und Rauchabzugskanälen, die innerhalb eines einzelnen Brandabschnitts verlaufen (single), und denen, die mehrere Brandabschnitte durchqueren (multi). Bei ersteren besteht die Hauptanforderung darin, die Stabilität und Rauchdichtigkeit des Luftkanals für einen bestimmten Zeitraum aufrechtzuerhalten. Die Lösungen von Lindab verfügen über die E600-Zertifizierung – mit einer Stabilität von 120 Minuten bei 600 Grad. Bei Multi-Systemen wird auch eine wärmeisolierende Fähigkeit erwartet, sodass diese Netzwerke über eine EI-Feuerwiderstandsfähigkeit verfügen.

Foto: Illustration / Lindab

Sicherheit mit Umweltbewusstsein

Nachhaltigkeit ist untrennbar mit Modernität verbunden. Die für bestimmte Wärme- und Rauchabzugsprodukte von Lindab verfügbaren EPDs (Umweltproduktdeklarationen) ermöglichen es, die Umweltauswirkungen von Brandschutzlösungen zu quantifizieren. Dieser Aspekt gewinnt bei Investitionsentscheidungen zunehmend an Bedeutung, insbesondere bei kommunalen und öffentlich finanzierten Projekten.

In der Alba Arena bleiben CE-zertifizierte Produkte auch bei hohen Temperaturen (600 °C) stabil und sicher.
Foto: Illustration / magyarepitok.hu / Mihály Erdei

Mehr als nur Lieferant, professioneller Support-Partner

Die Situation der Brandverhütung in Ungarn zeigt deutlich, dass das Sicherheitsniveau nicht nur von modernen Vorschriften abhängt, sondern auch davon, ob die Branche in der Lage ist, systemisch zu denken und verantwortungsvolle technische Entscheidungen zu treffen.

Die maschinelle Wärme- und Rauchabführung spielt in diesem Prozess eine Schlüsselrolle, insbesondere wenn sie nicht auf einzelnen Elementen, sondern auf durchdachten, zertifizierten Systemen basiert. In diesem Sinne ist Lindab nicht nur ein Lieferant, sondern ein professioneller Partner, der mit konkreten Lösungen, Beratung und Schulungen zu einer sichereren und nachhaltigeren gebauten Umwelt beiträgt.

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