Was wird gebaut?
Das Rathaus von Gödöllő wurde mit einem einzigartigen Uhrenturm und seltenen Mauerwerksarbeiten renoviert.
Die komplexe Renovierung und Erweiterung des Rathauses von Gödöllő ist abgeschlossen. Im Rahmen des Projekts wurde das bestehende Gebäude aus den frühen 1980er Jahren vollständig modernisiert, während in einem neuen Gebäudeteil moderne Kundendiensträume entstanden. Die Ausführung erfolgte durch STRABAG.
Das Projekt stellte zahlreiche technische und organisatorische Herausforderungen dar, von der Ausführung der Arbeiten in der engen Innenstadt bis zum Heben von mehreren Tonnen schweren Steinelementen.
Zwei Flügel, drei Stockwerke, Innenhof
Als Ergebnis der Entwicklung dient nun ein Gebäudekomplex mit zwei Flügeln, zwei Dehnungsfugen, einem Erdgeschoss, einem Obergeschoss und einem Dachgeschoss dem Betrieb der Stadt. Die Nettofläche des Bürogebäudes beträgt 2091 Quadratmeter. Der Innenhof ist 215 Quadratmeter groß.
Das Gebäude beherbergt die Büros der Mitarbeiter der Stadtverwaltung, im Erdgeschoss wurde ein Kundenservicebereich eingerichtet, während im Pavillon im Innenhof ein Konferenz- und Besprechungsraum für Sitzungen und Feierlichkeiten der Stadtverwaltung entstanden ist.
Das ursprüngliche Gebäude diente früher als Bankhauptsitz und wurde komplett umgebaut. Im Bereich der Bankfiliale, die am längsten im Gebäude erhalten geblieben war, entstand der neue Kundenservicebereich, dessen Planung ebenfalls Aufgabe von STRABAG war. Die Pläne wurden nach dem Start des Projekts fertiggestellt, die Übergabefrist entspricht jedoch dem Abschluss der gesamten Investition. Bis zur Fertigstellung der neuen Dokumentation arbeiteten die Fachleute vor allem an den übrigen Teilen des Gebäudes und an der Fassade.
Verstärktes Dach, neu isolierte Fassade
In der ersten Phase der Ausführung wurden die Verstärkung der Dachkonstruktion, die Demontage der zuvor undichten Fassadendämmung und die Beseitigung der Undichtigkeiten durchgeführt, damit mit den Innenausbauarbeiten begonnen werden konnte. Danach wurden die Fassadendämmung und der Innenausbau parallel durchgeführt.
Der Ausbau des Dachgeschosses erforderte umfangreiche statische Maßnahmen: Die durchhängende Dachkonstruktion wurde auf Grundlage eines statischen Gutachtens verstärkt, einzelne Sparren wurden entfernt und schräge Dachbalken sowie horizontale Verbindungsbalken eingebaut. Im Dachgeschoss wurden Büros, Sozialräume, zwei Lüftungsmaschinenräume und der Heizungsraum untergebracht.
Im Rahmen der umfassenden Renovierung, die sowohl den neuen als auch den alten Teil des Gebäudes mit einer Gesamtfläche von rund 2700 Quadratmetern umfasste, wurden umfangreiche Arbeiten zur Verstärkung der Dachkonstruktion und zur Reparatur der Dacheindeckung durchgeführt. Neben der 925 Quadratmeter großen Ziegeldachdeckung wurde auf 993 Quadratmetern eine neue Fassadendämmung – einschließlich Sockel – angebracht, wobei die alte, minderwertige Schicht vollständig entfernt wurde. Nach dem Abriss wurde eine Ausgleichsgrundierung aufgetragen, gefolgt von einer 16 bis 22 Zentimeter dicken Wärmedämmung und einer neuen Putzschicht.
Die Fassade wurde mit einer 253 Quadratmeter großen Verkleidung aus Kalkstein aus Tardos versehen. Die zuvor eingebauten Aluminiumfenster und -türen wurden an den Verbindungsstellen und Befestigungen repariert und mit einer Außen- und Innenabdichtung versehen, was den Komfort und die Betriebseffizienz des Gebäudes erheblich verbessert.
Stadtzentrumslogistik und Just-in-Time-Lieferung
Aufgrund der zentralen Lage des Hauptplatzes stand nur ein sehr begrenzter Organisationsbereich zur Verfügung. Die Lieferungen mussten täglich im „Just-in-time”-System organisiert werden. Bei der Umsetzung wurden der neben dem Gebäude betriebene Bauernmarkt, der ständige Verkehr auf dem Hauptplatz sowie der Weihnachtsmarkt berücksichtigt, über den zeitweise auch die Anlieferungen erfolgten. In diesen Fällen wurden die Arbeitsabläufe auf die frühen Morgenstunden gelegt.
Eine weitere Schwierigkeit stellte die Überprüfung und Reparatur der zuvor in unzureichender Qualität errichteten Konstruktionen dar – beispielsweise die Verstärkung der Dachkonstruktion, die Reparatur der Dachdeckung oder die Entfernung der beschädigten Wärmedämmung –, deren Abstimmung und Wiederherstellung eine zeitaufwändige Aufgabe war.
Moderne Technik und spezielle Akustik
Die Frischluftzufuhr des Gebäudes wird durch zwei zentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung gewährleistet. Für den im Innenhof eingerichteten Veranstaltungssaal wurden vier in Boxen installierte Absaug- und Zuluftkanäle mit einer Holzkonstruktion abgedeckt. Die Decke wurde mit einer Rigips Rigitone Active’Air Akustikverkleidung versehen.
Die Konzeption des mechanischen Systems war nicht Teil des Auftrags STRABAG. Die mechanische Ausführung wurde vom Rathaus in einem separaten Auftrag an einen von Strabag unabhängigen Maschinenbauer vergeben. Nach der Trennung von der Fernwärme installierten die Maschinenbauunternehmen zwei Gas-Brennwertkessel: einer versorgt den alten, der andere den neuen Gebäudeteil. Außerdem wurden zwei Daikin VRV-Heiz-Kühl-Anlagen auf den Maschinenbauterrassen installiert. Neben dem Heizkörpersystem kann das VRV-System auch die im Kundenbereich eingebaute Fußbodenheizung beheizen.
Glockenturm, Tardos-Stein und Tropfenmusterputz
Eines der außergewöhnlichsten Elemente des Projekts ist der neue Uhrenturm, der im zentralen Kern des Gebäudes errichtet wurde. Das speziell angefertigte Uhrwerk verfügt über LED-Beleuchtung und programmierbare Melodien, sein Erscheinungsbild an der Fassade wird durch eine großformatige, montierte Tardos-Steinverkleidung verdeckt. Das Heben und Befestigen der mehrere Tonnen schweren Elemente – insbesondere von einem über dem Dach errichteten Gerüst aus und unter winterlichen Wetterbedingungen – stellte eine große Herausforderung dar.
Das Erscheinungsbild des Gebäudes wird auch durch die gemauerte Ziegelwand vor den mechanischen Lüftungsöffnungen geprägt, die aus geschnittenen Kegelziegeln und in Mörtel eingebetteten Tondach-Dachziegeln besteht. Nur wenige Bauunternehmen im Land übernehmen solche Mauerarbeiten, und das regnerische, kalte Wetter und die lange Durchlaufzeit erschwerten die vollständige Fertigstellung des Gebäudes zusätzlich.
Der besondere Fassadenputz wurde in zwei Schichten mit einem einzigartigen Design aufgetragen: Auf Grundlage des Fassadenentwurfs wurden mit Hilfe spezieller Schablonen Tropfenmuster auf die Oberfläche aufgetragen, wobei eine Sgraffito-Effekt-Lösung verwendet wurde, die bei heutigen Gebäuden nur selten zu finden ist.
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