Straßenbau

Der erste Betonbauteil des Apollo-Programms der Bauindustrie in den Tiefen des Meeres

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Sund & Bælt Holding A/S, Google
Dänemark und Deutschland werden künftig durch den Fehmarnbelt-Tunnel verbunden sein, den längsten Unterwassertunnel der Welt. Anfang Mai wurde der erste, 217 Meter lange Betonabschnitt auf den Meeresboden abgesenkt.

Das derzeit größte Infrastrukturprojekt Europas hat einen Meilenstein erreicht: Am 6. Mai wurde das erste von 89 Betonelementen des Fehmarnbelt-Tunnels auf dem Meeresboden vor Rødbyhavn verlegt – wie auf der offiziellen Website des Projekts offiziellen Website des Projekts berichtet.

Dieses Bauprojekt ist für den Tiefbau das, was das Apollo-Programm für die Weltraumforschung war: Es verlangt in jeder Hinsicht das Größte, das Schwerstes und das Präziseste.

Angesichts seines Umfangs ist natürlich auch das Projektbudget enorm: etwa 7,1 bis 7,4 Milliarden Euro (zum aktuellen Wechselkurs sind das etwa 2800 bis 2900 Milliarden Forint).

 

 

Historisches Ereignis

Am 6. Mai transportierten fünf Schlepper und ein spezielles Tauchschiff, die IVY, das erste der 89 Betonelemente des Tunnels vom Tunnelwerk in Rødbyhavn zum Tauchpunkt vor der dänischen Küste.

Anschließend wurde das Element mithilfe eines hydraulischen Arms an der Aufnahmestruktur befestigt, und seine endgültige Position wurde durch präzise Lasermessungen bestätigt, die durch den Tunnel hindurch durchgeführt wurden. Nachdem die beiden auf dem Bild zu sehenden Tauchpontons zum Arbeitshafen zurückgeschleppt worden waren, wurden sie durch ein anderes Spezialgerät ersetzt, das große Mengen Kies entlang der Seiten des Elements aufschüttete. Dies gewährleistet, dass das Tunnelelement sicher an seinem Platz bleibt. 

Für den gesamten 18 Kilometer langen Abschnitt werden insgesamt rund 360.000 Tonnen Baustahl verwendet.

 

 

Mit Abstand der größte

Was die Länge betrifft, ist der derzeit größte Unterwassertunnel Teil der Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke und misst 6,7 Kilometer; hinsichtlich der Technologie lässt er sich mit dem dänischen Öresund-Tunnel vergleichen (der Kopenhagen und Malmö verbindet). Dieser ist fast 4 Kilometer lang und galt bislang als der komplexeste kombinierte (Straßen- und Eisenbahn-)Unterwassertunnel.

Diese werden vom Fehmarnbelt bei weitem übertroffen, bei dem erstmals weltweit seriengefertigte Tunnelelemente dieser Größenordnung zum Einsatz kommen. Die Standardelemente sind riesige, hohle Betonkonstruktionen, die 217 Meter lang sind und mehr als 73.500 Tonnen wiegen. Der interne Aufbau der Elemente unterteilt sie in fünf Kammern: zwei für die Autobahn, zwei für die Eisenbahn und eine für die technische Installation.

Für die Herstellung der Tunnelelemente wurde vor Ort eine eigene Fertigteilfabrik errichtet, in der Schweißroboter die riesigen Stahlgitterkonstruktionen fertigen, bevor diese in die Schalung für den Betoniervorgang eingesetzt werden.

 

 

Es dauert Jahre, doch es reicht für Jahrhunderte

In den kommenden Jahren werden die verbleibenden 88 Elemente einzeln versenkt und in einem bis zu 40 Meter tiefen, auf dem Meeresboden ausgehobenen Graben miteinander verbunden.

Das Projekt wird enorme wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen, denn sobald der Tunnel fertiggestellt ist, wird man die Meerenge mit dem Auto in 10 Minuten und mit dem Zug in 7 Minuten überqueren können, während derzeit eine Fähre mit einer Fahrzeit von 45 Minuten verkehrt. Dadurch verkürzt sich die Fahrzeit zwischen Kopenhagen und Hamburg von 5 Stunden auf nur 2,5 Stunden.

 

 

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