Klima-X
Profit und Nachhaltigkeit - schließen sich gegenseitig aus?
Rentabilität und Nachhaltigkeit - in der Wirtschaft prallen oft die Perspektiven und Positionen beider Ansätze aufeinander. Wie sieht das im Bereich der Gebäudetechnik auf der Seite der Auftraggeber, Betreiber und Instandhalter aus? Zu solchen und ähnlichen Themen tauschten Hegedűs Éva, Geschäftsführer von HuGBC, und Tamás Kovács, Nachhaltigkeitsmanager von WING Zrt., auf der von Hegedűs Éva, Geschäftsführer von HuGBC, moderierten Veranstaltung Green Engineering Forum 2025 ihre Gedanken und Erfahrungen aus, Győri Gyula, Geschäftsführer von CPI Facility Management Kft., Bíró Gábor, Chief Operating Officer von Spányi Partners, und Tunkli Gábor, Qualitäts- und Umweltmanager von Lindab Kft..
Nachhaltigkeit ist Teil der strategischen Entscheidungsfindung
Die Referenten sind allesamt Akteure auf dem Weg zu umweltfreundlichem Bauen und Design, die Nachhaltigkeit als integralen Bestandteil geschäftlicher und beruflicher Entscheidungen betrachten.
Bei WING ist Nachhaltigkeit inzwischen zu einer strategischen Managementaufgabe geworden. Als eine der führenden privaten Immobilienentwicklungs- und Investmentgruppen auf dem mitteleuropäischen Immobilienmarkt, die Immobilien unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Funktion verwaltet, hat sie eine Abteilung für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit geschaffen, die sich über das gesamte Portfolio erstreckt. Sie wird von Tamás Kovács geleitet, der sagt, dass die ESG-Berichterstattung nicht nur eine Compliance-Übung ist, sondern auch ein Instrument zur Entscheidungsunterstützung.
Nach den Erfahrungen des Experten werden heute auf dem Markt Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit und Energieeffizienz unterstützt, die eine Amortisationszeit von 15-20 Jahren versprechen.
Bei längeren Amortisationszeiten sind Nachhaltigkeitsüberlegungen schwierig, aber nicht unmöglich. Er wies auch darauf hin, dass es wichtig ist, zu sehen, dass die Betreiber diese Frage anders angehen, wenn sie eine Immobilie für den Eigengebrauch oder für eine weitere Nutzung entwickeln. Im letzteren Fall sollte sich die Investition über die Miete und andere Betriebskosten amortisieren.
Soziale Verantwortung statt ungesundem Horten
Eine weitere wichtige Aufgabe für CPI Facility Management ist die Umsetzung von Nachhaltigkeitsprinzipien in den von ihm verwalteten Mietverträgen. Insgesamt verwaltet CPI FM ein Immobilienportfolio - Büro, Einzelhandel, Hotels - im Wert von 1,33 Milliarden Euro mit einer Gesamtfläche von 662500 Quadratmetern. Gyula Győri hält Nachhaltigkeit für eine ethische Frage.
Er und seine Kollegen arbeiten auch daran, sicherzustellen, dass die Aspekte der Reduzierung des CO2-Fußabdrucks wirtschaftlich nachhaltig sind. Er betonte, dass ein Weg nach vorne darin bestehen könnte, als Vermieter mit den Mietern zusammenzuarbeiten, um die Ziele zu erreichen.
Lernen und soziale Verantwortung müssen anstelle von ungesundem Horten einen Platz bekommen, damit ethisches Denken Nachhaltigkeit in der Geschäftswelt schaffen kann.
Die technologischen Voraussetzungen und das Wissen sind vorhanden - die Frage ist nur, was man damit macht
Bei den zum Verkauf stehenden Immobilien verlagert sich der Schwerpunkt, wobei niedrige Anschaffungskosten und hohe Gewinne im Vordergrund stehen - Gábor Bíró, der operative Leiter von Spányi Partners, berichtete über seine Erfahrungen in diesem Bereich.
Seit 1991 begleitet das Unternehmen Bauprojekte mit Projektmanagement, Kostenmanagement und technischer Überwachung. Die Ziele der Wirtschaftlichkeit und der Nachhaltigkeit schließen sich nicht aus, erfordern aber unterschiedliche Akzente. Der Fachmann hob die Schlüsselrolle der Gebäudetechnik für die Nachhaltigkeit hervor. Er sagte,
In der Branche sind alle technologischen und fachlichen Voraussetzungen vorhanden, um grünes Bauen zur Praxis werden zu lassen, die Frage ist nur, wie sehr wir dieses Wissen nutzen.
Nachhaltigkeitsbemühungen müssen sich durch die gesamte Wertschöpfungskette ziehen
Gábor Tunkli, der Qualitäts- und Umweltmanager von Lindab, wies darauf hin, dass die wichtigsten Entscheidungen im Hinblick auf die Nachhaltigkeit bereits in den frühesten Phasen der Projektplanung getroffen werden.
Wenn Planer und Lieferanten rechtzeitig zusammenarbeiten, um die richtigen Investitionsentscheidungen zu treffen, können Lösungen gewählt werden, die sowohl energie- als auch kosteneffizient sind.
Auf der Seite der Investoren gibt es bereits ein Konzept für grünes Bauen und eine entsprechende Nachfrage, und auf der Seite der Bauunternehmer gibt es einige gute Beispiele, aber es gibt noch Raum für weitere Fortschritte. Es wird wichtig sein, zusammenzuarbeiten, um dies in der gesamten Wertschöpfungskette zu verankern.
Tracking, das fehlende Glied
Auch die gesetzlichen Anforderungen und die Forderungen der Investoren eröffnen Raum für nachhaltige Lösungen in der Gebäudetechnik, so Tamás Kovács.
Dazu gehören Nacharbeiten, die Parametrisierung und Harmonisierung des Betriebs moderner Anlagen in fertiggestellten oder renovierten Gebäuden und ein Überdenken der vertraglichen Rahmenbedingungen. Die Zahlen auf dem Papier sind nicht erfüllt, wenn die Gebäude mit Mietern gefüllt sind - es gibt sowohl erhebliche Chancen als auch einen gefühlten Nachholbedarf.
Die Systeme sind implementiert, aber sie sind nicht immer auf den Nutzer zugeschnitten - Gyula Győri bestätigte das Problem und die Möglichkeit der fehlenden Nachbereitung. Dies bedeutet, dass die Mieter möglicherweise nicht das bekommen, was ihnen mit dem Gebäude versprochen wurde. Der Betrieb und seine Kosten sind ein weiteres heikles Thema. In diesem Bereich legte der Experte den Schwerpunkt auf die Bildung. Es gibt viele gute Lösungen, aber sie werden nicht immer gut genutzt.
Bedarfsgesteuerte Systeme haben ein großes Potenzial. Gleichzeitig wurden die guten Lösungen der Vergangenheit nicht richtig umgesetzt und werden in vielen Fällen nicht wie vorgesehen genutzt", warnte Gábor Bíró. Und der Einsatz von Hybridlösungen würde zu einer deutlichen Effizienzsteigerung führen. Der Experte rief auch zur Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Berufsgruppen auf.
Die Einführung von EPDs könnte ein Meilenstein für die Industrie und auf dem Weg zu den Klimazielen sein
Lindab, eines der führenden europäischen Lufttechnikunternehmen, setzt auf die Verwendung von recyceltem Stahl, die Entwicklung von Hybridsystemen und Innovationen in der Steuerungstechnik.
Der Fachmann fügte hinzu, dass neben der technologischen Entwicklung auch die Schulung und Sensibilisierung von entscheidender Bedeutung sind, denn „selbst gute Technologie kann verdorben werden, wenn sie nicht richtig genutzt wird”. Lindab legt großen Wert auf Schulung und Ausbildung sowie auf die Verwendung von recyceltem Stahl.
Gábor Tunkli erinnerte auch daran, dass sich Lindab sich bereits zuvor verpflichtet hatte, von SSAB Stahl mit nahezu null CO₂-Emissionen zu kaufen. Die beiden Unternehmen haben die frühere Vereinbarung inzwischen in einen Siebenjahresvertrag umgewandelt, dessen Lieferungen 2026 beginnen sollen. Der Experte ging auch auf die Möglichkeiten ein, die die Regulierung bietet, und nannte als Beispiel, dass
In den skandinavischen Ländern ist eine integrierte Berechnung des CO2-Fußabdrucks bereits gesetzlich vorgeschrieben, so dass nicht nur das Vorhandensein, sondern auch die Emissionswerte der mit dem Produkt verbundenen EPDs zu einem Wettbewerbsfaktor geworden sind; wenn sich das ungarische gesetzliche Umfeld in dieselbe Richtung bewegt, könnte „ein neues Kapitel in der Branche aufgeschlagen werden”.
Am Ende der Diskussion erinnerte Éva Hegedűs daran, dass ab dem 1. Januar 2028 Berechnungen des CO2-Fußabdrucks für alle neuen Gebäude über 1.000 Quadratmeter und ab 2030 für alle neuen Gebäude verpflichtend sein werden.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Erhebung von ESG-Daten, technologische Innovationen und die Zusammenarbeit in der Branche gemeinsam zum Erreichen einer kohlenstoffneutralen Bauindustrie führen können. Herr Hegedűs betonte, dass Nachhaltigkeit nicht länger eine Frage der Wahl ist, sondern eine Voraussetzung für die Entwicklung der Bauindustrie.
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