Was wird gebaut?

Wer steigt mit dem Flugzeug darüber hinweg…

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Paks II Zrt.
Ein Großprojekt zu dokumentieren, ist immer ein besonderes Erlebnis, vor allem, wenn man es aus einer Perspektive zeigen kann, die zuvor nicht möglich war. Aufgrund der Flugverbotszone über dem Kernkraftwerk Paks passen die Zeilen aus dem Gedicht von Radnóti in unserem Fall nicht ganz: Wir sind nicht mit einem Flugzeug, sondern mit einem Hubschrauber über die Baustelle des Kernkraftwerks geflogen. Der Anblick war dennoch atemberaubend.

Es ist ein langer Weg bis zu den Fotos, die von der Spitze des ersten Turmdrehkrans aufgenommen wurden, der den Bau von Block 5 unterstützt – nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich. Damit jemand in der Höhe arbeiten kann – in unserem Fall auf einem Kran des Typs Zoomlion –, sei es zum Fotografieren oder Filmen, muss er verschiedene Schulungen und Ausbildungen absolvieren und sich einer medizinischen Eignungsprüfung unterziehen. Mit all dem begeben wir uns mit meinem Kollegen auf die Ebene der Baugrube, sechzehn Meter unter der Erde, um unsere Begleiter zu treffen, denn der Kran ragt von der Nordterrasse des Bereichs des 5. Blocks über die Baustelle empor. Das Fundament des Krans, das der Höhe des zwanzigstöckigen Gebäudes entspricht, wurde aus etwa dreihundert Kubikmetern Beton gegossen. Von hier aus machen wir uns nach einer letzten Einweisung auf den Weg nach oben. Wir gehen von Rastplatz zu Rastplatz, streng hintereinander, denn die sperrige Foto- und Videoausrüstung lässt sich nicht einfach die Feuerleiter hinaufschleppen. An der zweiten „Treppenwende” verlassen wir die Null-Ebene, das heißt, wir sind bereits aus der Baugrube heraus. Überraschenderweise kommt uns keinen Moment lang der Gedanke, Angst zu haben, denn die aus der Ferne anmutige Maschine ist in Wirklichkeit robust und sicher, dreireihige Geländer schützen uns, und der inzwischen aufkommende Wind kann die 300 Tonnen schwere Konstruktion nicht im Geringsten bewegen.

 

 

Kaum haben wir es bemerkt, sind wir schon oben auf dem Rumpf angekommen und gelangen durch eine Falltür auf den 80 Meter langen Ausleger. Wenn wir uns nach Süden wenden, bietet sich uns ein unbeschreiblicher Anblick: In der Baugrube des Blocks 5 wird gerade die Bodenplatte der Kerninsel betoniert, und Betonmischer fahren hin und her, um die aufgestellten Betonpumpen zu versorgen. Im Bereich neben dem Betonieren findet die Stahlmontage statt, etwas weiter entfernt arbeiten die Fachleute an der Isolierung des Montagebetons. Auch die Umrisse des Fundaments des künftigen Reaktorgebäudes sind gut zu erkennen. In der südwestlichen Ecke der Baugrube entsteht gerade der nächste Turmdrehkran, und das ist noch nicht alles: Wenn man nach Norden schaut, sieht man unzählige Erdbohrer, Raupenbagger, Planierraupen und vierachsige Lastwagen, die an der Aushebung der Baugrube für Block 6 arbeiten. Hinter den Maschinenmonstren, die von hier oben nur wie Matchbox-Autos aussehen, taucht das Betonwerk auf, das die Arbeiten versorgt. Es dauert eine Weile, bis wir den Anblick satt haben, dann beginnt die Kamera zu klicken und die Kamera läuft an.

 

 

Wenig später, nun wieder auf festem Boden stehend, bewundern wir den in dramatischen Farben leuchtenden Abendhimmel. Während die Scheinwerfer, die eine Fläche von der Größe dreier Fußballplätze ausleuchten, angehen, verabschieden wir uns langsam, und in der Baugrube des 5. Blocks beginnt die Nachtschicht.

 

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