Was wird gebaut?

Die Fassade des als „Skischlitten“ bekannten Theaters in Győr wird sicherer gemacht

Veröffentlicht

Fotos: moderngyor.com
An der Fassade dieses ikonischen Bauwerks der spätsozialistischen ungarischen Architektur stellen die verwitterten Marmor- und Keramikverkleidungen eine Unfallgefahr dar.

Das Nationaltheater Győr hat einen Vertrag über den Abbau seiner baufälligen Fassadenverkleidung und die Durchführung der damit verbundenen Unfallverhütungsmaßnahmen abgeschlossen. Den Zuschlag für die öffentliche Ausschreibung erhielt Horváth Color Építőipari Kft. mit einem Nettobetrag von 114,99 Millionen Forint – schreibt kozbeszerzes.hu.

Ziel der Investition ist es, die seit Jahrzehnten bestehenden Sicherheitsrisiken an der Fassade des Gebäudes zu beseitigen. Die Marmorplatten und Keramikverkleidungen, die das Theater bedecken und bereits beim ursprünglichen Bau angebracht wurden, haben sich nämlich an mehreren Stellen gelöst, und einige Elemente sind im Laufe der letzten Jahrzehnte sogar heruntergefallen.

 

Fotos: moderngyor.com

 

Ein Werk von Victor Vasarely ziert die Seitenfassade

Laut dem Artikel unter moderngyor.com wurde das Vincze Kálmán entworfene Nationaltheater von Győr zwischen 1973 und 1978 erbaut und entwickelte sich zu einem der prägenden Werke der spätsozialistischen ungarischen Architektur.

An den beiden fensterlosen Seitenfassaden des unter den Einwohnern von Győr als „Skislalom-Halle” bekannten Gebäudes Victor Vasarely ist sein monumentales, als Interferenzkomposition gestaltetes Werk zu sehen, das das Gebäude auf einer Länge von 55 Metern und einer Höhe von 10 Metern schmückt.

Beim Bau des Theaters wurden für die damalige Zeit Materialien von herausragender Qualität verwendet. Im Foyer findet sich Carrara-Marmor, an den Außenfassaden griechische Marmorverkleidung, während auch die Bühnentechnik zu den modernsten Lösungen ihrer Zeit gehörte.

 

 

Erosion und Korrosion haben die Fassade beschädigt

Die Außenfassade des Theaters ist größtenteils mit mechanisch befestigten Marmorplatten, zu einem geringeren Teil mit geklebten Keramikfliesen, Aluminiumverkleidungen und Edelputz verkleidet. Im Laufe der Jahrzehnte sind die Befestigungen an mehreren Stellen durch Witterungseinflüsse, Temperaturschwankungen und Materialermüdung beschädigt worden.

Bei den fachlichen Untersuchungen wurden an zahlreichen Stellen vollständig korrodierte Metallverbindungen, zerbröckelte Betonunterkonstruktionen sowie rissige oder abgebrochene Verkleidungselemente festgestellt. Da unter den betroffenen Fassaden erheblicher Fußgänger- und Kraftfahrzeugverkehr herrscht, stellen herabfallende Verkleidungselemente eine ernsthafte Unfallgefahr dar.

 

An vier Fassaden werden die gefährlichen Verkleidungen entfernt

Im Rahmen der Bauarbeiten werden insgesamt rund 1400 Quadratmeter Verkleidung von verschiedenen Fassadenflächen des Theaters entfernt.

Die Arbeiten betreffen auch die Fassaden in der Czuczor-Gergely-Straße, der Bajcsy-Zsilinszky-Straße, der Schweidel-Straße und der Teleki-Straße. Nach dem Abriss werden die Oberflächen gereinigt, lose Befestigungselemente entfernt, bauliche Mängel behoben und anschließend durch Verputzen und Streichen eine neue Fassadenoberfläche geschaffen.

Auf der Seite der Teleki-Straße werden die Arbeiten an einigen Stellen mit Hilfe von Seilzugangstechniken durchgeführt, insbesondere im Bereich der senkrechten Wände des Dachbodens.

 

 

Schutzdächer und Absperrungen für mehr Sicherheit

Im Rahmen des Bauvorhabens werden ein etwa 100 Meter langer Schutzwall sowie ein 210 Quadratmeter großes überdachtes Fußgängerschutzdach errichtet.

In der Nähe des Künstlerzugangs, an der Ecke der Teleki- und der Schweidel-Straße, wird ein Schutzdach mit Holzgerüst und Blechabdeckung errichtet, das bis zur Fassade reicht und den Fußgängerverkehr schützt.

Zudem werden mehrere Grünflächen und Gehwegabschnitte mit Bauzäunen abgesperrt, und im Umfeld der Baustelle werden Warn- und Hinweisschilder aufgestellt.

 

Auch für den Schutz der Vasarely-Wände wird gesorgt

Im Rahmen des optionalen Bauabschnitts kann entlang der gesamten Länge der Vasarely-Fassaden ein Schutznetz an einer Stahlkonstruktion gespannt werden. Ziel dieser Lösung ist es, eventuell herabfallende Verkleidungselemente aufzufangen und so die Sicherheit der Fußgänger zu erhöhen.

Das Netz wird von Stahlträgern getragen, die an den vorhandenen Stahlbetonauskragungen befestigt werden; bei deren Einbau wird besonders darauf geachtet, die Stahlbetonkonstruktion des Gebäudes zu schonen.

Quelle: Link

Beliebt