Was wird gebaut?

Vom Getreidespeicher zur Küche: Ein denkmalgeschütztes Gebäude in Nógrád erhält eine neue Bestimmung

Veröffentlicht

Das Gebäude des Getreidespeichers in Nésza Fotos: nool.hu
Das Projekt trägt nicht nur zur Verbesserung der öffentlichen Verpflegung bei, sondern stärkt auch das lokale Gemeinschaftsleben.

Auf dem Portal für öffentliche Ausschreibungen wurde das Ergebnis des Verfahrens zur Errichtung des Restaurants im Getreidespeicher von Nézsa veröffentlicht. Aus dem denkmalgeschützten Gebäude der 1200-Einwohner-Gemeinde im Komitat Nógrád werden eine Küche für 500 Portionen und ein Restaurant, das auch die öffentliche Verpflegung der Gemeinde übernimmt, eingerichtet. Das Verfahren besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil umfasst den Umbau des Getreidespeichers, der zweite Teil den Umbau des Kesselhauses; beide können von Salgó Ház Kft. ausgeführt werden.

Ein Entwicklungsprojekt im Wert von über einer halben Milliarde Forint startet

Die Gemeinde Nézsa hat im Rahmen des Operationellen Programms für Raum- und Siedlungsentwicklung Plus (TOP Plusz) eine nicht rückzahlbare EU-Förderung in Höhe von 596 Millionen Forint für die Umsetzung des Projekts „Magtár Étterem” erhalten. Im Zuge der Investition wird das unter Denkmalschutz stehende Gebäude einer umfassenden Sanierung und Umgestaltung unterzogen, wodurch eine der modernsten und größten Großküchen der Region entsteht.

Bei der im März 2026 abgehaltenen Projektvorstellung wurde Folgendes berichtet: Die derzeitige Großküche der Gemeinde versorgt täglich etwa 350 Personen, darunter die lokalen Krippen, Kindergärten und Schulen sowie die Sozialversorgung von Alsópetény und Legénd. Die neue Einrichtung wird bereits für die Zubereitung von 500 Portionen ausgelegt sein und in Zukunft nicht nur Aufgaben der öffentlichen Verpflegung übernehmen, sondern auch Möglichkeiten zur Bewirtung von Gästen, zur Durchführung von Veranstaltungen und zur Präsentation lokaler Produkte bieten.

Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im April 2027 abgeschlossen sein – hieß es.

Entwurfszeichnung: nool.hu

Durchdachte Funktionen auf allen Ebenen

Im Zuge des Umbaus erhält jede Etage des Gebäudes eine neue Funktion. Im Erdgeschoss werden die Großküche für 500 Portionen, die Räume für die Gemüse- und Fleischzubereitung, die Kühlräume und Lagerräume sowie ein Gastraum für 80 bis 100 Personen untergebracht. Hier werden der Speisesaal, der Ausgabebereich und der Servicebereich untergebracht, außerdem werden barrierefreie Sanitäranlagen eingerichtet.

Im Untergeschoss werden ein separater Speisesaal und ein Ausgaberaum für Gäste und Sozialkantinen eingerichtet, während im Dachgeschoss Verwaltungsbüros, Umkleideräume, Sanitäranlagen und Technikräume untergebracht werden.

Die Modernisierung beschränkt sich nicht nur auf den Getreidespeicher: Auch das Gebäude des ehemaligen Heizraums wird modernisiert, wo unter anderem eine Gemüsevorbereitungsanlage, Lagerräume und Kühlanlagen eingerichtet werden. Auf dem Dach wird eine Solaranlage installiert, und im Restaurant kommen moderne, „intelligente” küchentechnische Lösungen zum Einsatz, die einen energieeffizienten und nachhaltigen Betrieb unterstützen. Teil des Projekts sind auch die Anschaffung der gesamten Ausstattung sowie die Einrichtung barrierefreier Parkplätze.

Foto: nool.hu

Wo Geschichte und Zukunft aufeinandertreffen

Nézsa liegt etwa 50 Kilometer von Budapest entfernt am südwestlichen Rand des Komitats Nógrád, in der Nachbarschaft des Komitats Pest. Die Geschichte der Gemeinde reicht bis in die Zeit der Landeroberung zurück. In der Umgebung der Gemeinde befinden sich schöne, bei den Einheimischen sehr beliebte Ausflugsziele und Naturphänomene, die für den sich derzeit entwickelnden ländlichen Tourismus prägend sein könnten.

Der derzeit renovierte Getreidespeicher war einst ein Wirtschaftsgebäude des Reviczky-Schlosses. Mit dem Bau des Schlosses wurde Mitte des 18. Jahrhunderts begonnen; im Jahr des Jahrtausendwechsels wurde es dann weiter ausgebaut. Die dazugehörigen Gutsbetriebe und Wirtschaftsgebäude – darunter auch der Getreidespeicher – waren wichtige Bestandteile des damaligen Gutslebens.

Das Schloss diente während des Zweiten Weltkriegs als russisches Lazarett, stand danach lange Zeit leer, wurde später jedoch in eine Schule umgewandelt. Der umliegende Park bewahrt bis heute seine einstige Schönheit.

Der Getreidespeicher im Barockstil wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut und prägt bis heute das Ortsbild. Er ist durch einen Verbindungsgang mit dem 1987 eröffneten neuen Kulturhaus verbunden. Es ist sechsachsig, die Fenster sind in gleichen Abständen angeordnet, doch sind unter dem abblätternden Putz auch zugemauerte Öffnungen zu erkennen. Es wird von einem vor einigen Jahren renovierten Ziegeldach bedeckt und von einem reich verzierten Gesims geschmückt. Der Innenraum ist durchgehend, am östlichen Ende zweistöckig.

Das aktuelle Projekt schafft nicht nur eine moderne Küche und ein Restaurant, sondern haucht einem alten Gebäude neues Leben ein – wobei die Werte der Vergangenheit erhalten bleiben.

Quelle: Link

Beliebt